Tom Gerhardt frustriert wegen Gottschalk-Kritikerinnen: "Völlig bescheuert"

Thomas Gottschalk wird vorgeworfen, sich in den 90er- und 2000er-Jahren unangemessen gegenüber weiblichen "Wetten, dass..?"-Gästen verhalten zu haben. Eine Heuchelei, findet Komiker Tom Gerhardt – und stellt sich schützend vor das TV-Urgestein.
Eva Meeks
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Tom Gerhardt hat eine klare Meinung zu der Kritik, die Thomas Gottschalk von vielen Seiten erhält.
Tom Gerhardt hat eine klare Meinung zu der Kritik, die Thomas Gottschalk von vielen Seiten erhält. © imago

Fragwürdiges Verhalten von männlichen Fernsehmoderatoren wird inzwischen offen angesprochen. Auch im Dokumentarfilm "Was haben wir gelacht" (2026) kritisieren weibliche TV-Stars, wie vor ca. 30 Jahren mit ihnen umgegangen wurde – und zwar von männlichen Kollegen. Dass ausgerechnet Thomas Gottschalk (76) darin sein Fett wegbekommt, möchte Komiker Tom Gerhardt (68) aber nicht unkommentiert stehen lassen.

Tom Gerhardt über Kritik an Thomas Gottschalk: "So lächerlich"

Tom Gerhardt ist begeisterter Satiriker und wurde mit überzeichneten Figuren wie "Hausmeister Krause" bekannt. Dass er politisch korrekte Comedy und Wokeness ablehnt, betont der 68-Jährige immer wieder. Zu Gast in der Talkshow "Hafenbar" kritisiert er nun erneut das Verhalten "der Woken", die seiner Meinung nach den Sinn von Schauspielerei und Comedy nicht verstanden haben, und bezeichnet deren Verhalten als "heuchlerisch".

Schließlich kommt er auf die Vorwürfe gegen Thomas Gottschalk zu sprechen, die unter anderem im Dokumentarfilm "Was haben wir gelacht" geäußert werden: "Dass sie sich jetzt nicht entblöden, auch den armen Thomas Gottschalk, der gerade eine Krebserkrankung besiegt hat [...], jetzt noch in den Dreck zu ziehen, weil er irgendwann mal einer Frau an die Schulter gefasst hat oder irgendwas. Es ist so lächerlich. Es ist so eine heuchlerische Zeit, in der wir leben."

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Für Tom Gerhardt werde heutzutage viel zu oft über Belanglosigkeiten diskutiert: "Die Heuchelei, das ist, glaube ich, das Merkmal, das ganz besonders hervorsticht, an das ich mich am ehesten erinnern werde, wenn ich an diese Jahre denke", so der "Hausmeister Krause"-Star. "Nachdem die 90er-Jahre, auch die 2000er zum Teil noch, sehr, sehr frei waren. Es ist so verklemmt und so moralinsauer und so lächerlich und so besch***, was die Leute [heute] raushauen."

1994 durfte Tom Gerhardt auch auf der berühmten "Wetten, dass..?"-Couch neben Thomas Gottschalk Platz nehmen.
1994 durfte Tom Gerhardt auch auf der berühmten "Wetten, dass..?"-Couch neben Thomas Gottschalk Platz nehmen. © imago/teutopress

Kritik von Tom Gerhardt: Über wahre Frauenfeindlichkeit wird geschwiegen

Tom Gerhardt könne den plötzlichen Stimmungswechsel nicht nachvollziehen und sagt über die Kritikerinnen von Gottschalk: "Natürlich wollten sie alle da [bei 'Wetten, dass..?', d. Red.] sitzen, ne? Aber dann 30 Jahre später entdecken sie: 'Hmm, ich glaube, ich habe mich irgendwie ganz seltsam gefühlt als dann er so und so...' What? Thomas Gottschalk, wie bescheuert muss man sein, darüber noch herzuziehen nach 30 Jahren? Der arme Kerl."

Andere Themen, die für den 68-Jährigen deutlich wichtiger wären, würden hingegen totgeschwiegen: "Was jetzt mit Frauen geschieht im Iran zum Beispiel, also das kann man ja gar nicht mal aussprechen." Das Verhalten von Thomas Gottschalk vor 30 Jahren sei hingegen den Aufschrei gar nicht wert, findet Gerhardt: "Ich meine, wer kann sich denn über den aufregen? Das ist doch völlig bescheuert. Da gab's doch andere, [...] die wirklich aufdringlich gewesen wären."

In "Was haben wir gelacht" blicken Maren Kroymann, Bettina Böttinger, Gaby Köster, Hella von Sinnen und Esther Schweins in vergangene Fernsehzeiten. Auch Thomas Gottschalks Moderationsstil wurde von ihnen besprochen.
In "Was haben wir gelacht" blicken Maren Kroymann, Bettina Böttinger, Gaby Köster, Hella von Sinnen und Esther Schweins in vergangene Fernsehzeiten. Auch Thomas Gottschalks Moderationsstil wurde von ihnen besprochen. © imago/Horst Galuschka

Tom Gerhardt findet deutliche Worte: "Eine riesige Heuchelei"

30 Jahre später mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit zu gehen, empfindet Tom Gerhardt als unehrlich: "Warum wart ihr nicht damals stark und habt gesagt: 'Hallo, ich finde das jetzt nicht so angemessen'. War das zu viel verlangt? Aber jetzt im Nachhinein, dann 30 Jahre danach, oh mein Gott. Was ist das für eine verklemmte Schei**? Und vor allen Dingen für eine riesige Heuchelei", schimpft der Komiker.

Erneut zieht er drastische Vergleiche zu anderen Ländern: "Wir wissen ja was in Afghanistan mit den Frauen passiert, die werden über die Straße gepeitscht, wenn sie mal irgendwas gemacht haben. Im Iran, wenn du gesungen hast, dann kriegst du 120 Peitschenhiebe. Du wirst noch zum Tode verurteilt und davor passiert noch Schlimmeres, das will ich gar nicht ausdrücken hier." Solche Schicksale gehören für Tom Gerhardt auf die Titelseiten. "Also bei Gottschalk gesessen zu haben und da tausend Tode gelitten zu haben, das ist so was von lächerlich", macht er seinem Ärger Luft.

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