Til Schweiger rechnet mit deutscher Filmindustrie ab

Til Schweiger spart in einem Podcast-Interview nicht mit Kritik am deutschen Film und der Filmförderung hierzulande.
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Übt aber auch Selbstkritik: Til Schweiger
Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa Übt aber auch Selbstkritik: Til Schweiger

Til Schweiger (55) und die deutsche Film-Industrie sind sich nicht immer ganz grün. Im "OMR Podcast" übte der Schauspieler und Filme-Macher nun Kritik an der Filmförderung hierzulande: "Es werden hier so viele Filme gefördert, wo schon das Drehbuch einfach nur Mist ist. Da kann dann auch der Film nicht mehr spannend werden", sagte der 55-Jährige. Woran das liege, erklärte er sich so: "Das sind meistens irgendwelche verkrachten Filmproduzenten, die selber nie so richtig erfolgreich waren. Und die entscheiden dann, wer Geld bekommt."

 

"Keinohrhasen", von und mit Til Schweiger, sehen Sie hier

Aber auch die Bildsprache in deutschen Produktionen stößt ihm immer wieder auf, wie Schweiger erklärt: "Schon als Kind habe ich mich geärgert, wenn ein Film scheiße fotografiert war. Es gab Filme wie 'Butch Cassidy and the Sundance Kid', bahnbrechend fotografiert. Und dann guckst Du dir irgend so einen deutschen Film an und es sieht alles so flach und armselig aus", kritisiert Schweiger. Doch auch mit sich selbst ging er durchaus hart ins Gericht. So sei sein Erfolgsfilm "Der bewegte Mann" in dieser Hinsicht auch keine Glanzleistung: "Toller Film, aber die Kamera ist so schlecht, das Licht ist so kacke. Das ist so hässlich, das sieht aus wie bei der Lindenstraße."

Kritik an Förderung von "Head Full of Honey"

Allerdings wurde auch schon die Vergabe von Fördergeldern an einen Film von Schweiger kritisiert. So flossen an "Head Full of Honey", das US-Remake von "Honig im Kopf", 495.000 Euro. Der CDU-Abgeordnete Dietrich Wersich (55) kritisierte erst kürzlich in einem Interview mit der "Hamburger Morgenpost": "Es bewerben sich so viele Filme um die knappen Gelder. Wieso bekommt ausgerechnet dieses Remake so viel Geld?" Immerhin hatte Schweiger schon 2014 für das deutsche Original 750.000 Euro von der Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein bekommen. Und: Der Film spiele in den USA und in London, es werde kein Wort Deutsch gesprochen und deutsche Schauspieler kämen ohnehin "allerhöchstens in Kleinstrollen vor", so der Politiker.

Wersich wandte sich mit seinem Anliegen an den Senat. Dessen Antwort: Der Film sei gefördert worden, weil für das Remake 14 Tage in Schleswig-Holstein gedreht wurde. In diesem Zeitraum habe die Produktion 2,56 Millionen Euro in der Region ausgegeben. Zudem sei ein Remake, nach Ansicht des Senats, ein eigenständiges Produkt. Laut den Richtlinien könne deshalb erneut Geld in die Förderung fließen.

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