Stürzt Justin Bieber jetzt völlig ab?

Zuerst die Eier-Attacke auf die Nachbarn, dann der Drogenfund in seinem Haus - eine Katastrophe reiht sich zur Zeit an die nächste. Folgt jetzt zwangsläufig der Absturz?
von  (jh/spot)
Justin Bieber
Justin Bieber © Instagram / Justin Bieber

Los Angeles - "Die Leute warten auf meinen Absturz", erklärt Justin Bieber im Dokumentarfilm "Believe", der ihn selbst in den Mittelpunkt stellt. Deutliche Worte für einen 19 Jahre alten Musiker. Steckt vielleicht auch eine Prophezeiung in seiner Aussage? Denn in einem Alter, in dem man in den USA noch nicht mal Alkohol kaufen darf, hat Bieber bereits jede Menge Skandale angehäuft.

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Noch beinahe niedlich erscheint die Episode mit Biebers Kapuzineräffchen "Mally", das der deutsche Zoll in München beschlagnahmte und das der Kanadier nie zurückholte. Unter jugendlichem Leichtsinn lässt sich auch der aktuelle Eierwurf-Skandal abtun. Weniger harmlos könnte der Drogenfund im Haus von Bieber für den Musiker enden - nicht das erste Mal, dass in seiner Umgebung Rauschmittel auftauchten. Und als wäre das noch nicht genug, sammelt Bieber fleißig weitere Skandale: Körperliche Attacken gegen Paparazzi, Schlafattacken bei Prostituierte.

Dabei fing alles so harmlos an. Bieber wuchs bei seiner Mutter in Kanada auf, spielte Eishockey - ein ganz normaler kanadischer Junge eben. Nebenbei lernte er verschiedene Instrumente und trat bei kleinen Talentshows auf. Seine Mutter filmte die Auftritte ihres zwölfjährigen Sprösslings und stellte sie für die Verwandtschaft bei Youtube ein. Durch Zufall entdeckte ein US-amerikanischer Musikmanager die Videos, brachte Bieber bei einer Plattenfirma unter - der Rest ist Geschichte.

Denn erst 2010 - Bieber ist ein 15-Jähriger mit pickelfreier Haut, perfektem Bubi-Grinsen und echter Mädchenschwarm-Tolle - ging der Stern des Sängers mit seiner Single "Baby" so richtig auf. Gerade erst vier Jahre ist er im Musikgeschäft, gefühlt deutlich länger. Das liegt aber weniger an Biebers Alben; er brachte bisher drei heraus. Und auch nicht an seiner Musik, denn Bieber trällert zumeist schnulzigen Schmusepop mit Schönheiten, die ihn eng umschlungen antanzen. Vielmehr ist Bieber der perfekte Content-Produzent: Hübsch, beliebt, perfekt gestylt, scheinbar Alles-Könner. 48 Millionen Twitter-Follower - auch "Believer" genannt - warten ungeduldig auf seine Nachrichten, keine Leute-Rubrik einer Tageszeitung kommt mehr ohne ihn aus.

Dabei ist er allerdings auch ohne jede Kontur, ohne einzigartiges musikalisches Talent wie es ein Michael Jackson besaß, ein austauschbarer Teenie. Vielleicht versucht er mit seinen echten Skandalen - den Drogen, nicht den Eiern - sich eine Identität zu verschaffen, die über die von der Plattenfirma vorgegebene hinausgeht. Der Kreisch-Pegel unter Mädchen beim Stichwort "Bieber" erinnert an Tokio Hotel. Die deutsche Boyband ("Durch den Monsum") ist inzwischen allerdings musikalisch komplett abgestürzt - fraglich, ob ihr 2014 erscheinendes Album an frühere Erfolge anknüpfen kann. Und wer weiß, vielleicht sind seine 48 Millionen Believer ja die ersten, die auf seinen Absturz warten.