Steinmeier zeichnet Nana Mouskouri mit Bundesverdienstorden aus
Nana Mouskouri (91) ist mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) ehrte die Sängerin anlässlich des Tags der Deutschen Einheit in seinem Amtssitz am Spreebogen, wie das Bundespräsidialamt am Montag mitteilt. Mit ihr erhielten 20 weitere Bürgerinnen und Bürger den Orden.
Dass gerade Deutschland die Griechin auszeichnet, hat eine bewegte Vorgeschichte. Als Kind erlebte Mouskouri die Besatzung ihrer Heimat durch die Wehrmacht. Nach ihrer Gesangsausbildung und ersten Erfolgen in Griechenland kam sie 1961 dennoch nach Deutschland. Von hier aus startete sie eine Weltkarriere.
Aussöhnung trotz bitterer Erinnerungen
In der Begründung steht vor allem ihre Rolle als Versöhnerin im Mittelpunkt. Trotz ihrer traumatischen Kindheitserinnerungen habe sie wenige Jahre nach Kriegsende einen Prozess der Aussöhnung mit eingeleitet. Das präge das Griechenlandbild der Deutschen bis heute.
Ihr Einsatz für Frieden und Freiheit reichte dabei weit über die Bühne hinaus. Von 1994 bis 1999 saß sie im Europaparlament, seit 1993 ist sie Botschafterin für UNICEF.
Till Brönner und Navid Kermani ebenfalls geehrt
Neben Mouskouri bekam auch Jazztrompeter Till Brönner aus Potsdam den Orden. Gewürdigt wird nicht nur seine Musik, sondern auch sein Kampf für freischaffende Künstler und den Erhalt der Musikförderung.
Mit dem Kölner Publizisten Navid Kermani und dem Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler zeichnete Steinmeier zwei Männer aus, die die gesellschaftlichen Debatten im Land seit Jahren prägen. Geehrt wurde auch Ruprecht Polenz aus Münster, der seit mehr als 50 Jahren in Politik und Ehrenamt aktiv ist.
Auschwitz-Überlebende und ihr Enkel auf TikTok
Eine der bewegendsten Geschichten erzählen Tova Friedman und Aron Goodman aus New Jersey. Friedman überlebte als eines der jüngsten Kinder das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Seit 2021 betreibt sie mit ihrem Enkel einen TikTok-Kanal, auf dem er ihr Fragen zu ihrem Leben und zum Holocaust stellt.
Aus London kommt die langjährige Großbritannien-Korrespondentin Annette Dittert. Marina Weisband, einst Geschäftsführerin der Piratenpartei, erhielt den Orden für ihre Aufklärungsarbeit gegen Faschismus und Antisemitismus. Ausgezeichnet wurden zudem Evelyn Zupke, erste Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur, und Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa.
Von Wismar bis Heidelberg
Auf der Liste stehen außerdem der frühere Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby aus Halle und Thomas Beyer, der 1989 in Wismar die ersten Demonstrationen des Neuen Forums organisierte und bis Juli 2026 Bürgermeister der Hansestadt war. Aus der Literatur kommen die Schriftstellerinnen Daniela Danz, Manja Präkels und Jagoda Marinić.
Komplettiert wird der Kreis von Marineoffizierin Nariman Hammouti, Integrationshelferin Angelina Burdyk, der Rostocker Demokratiepädagogin Gudrun Heinrich und Gerald Richter, Initiator der "Chemnitzer Friedensbanner". Eine Verbindung zu Mouskouri hat Georg Graf von Waldersee: Er führt seit 2018 ehrenamtlich das Deutsche Komitee für UNICEF.
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