Spiritualität bis Selbstfindung: Diese Stars verzichte(te)n auf Sex

Acht Jahre liegt die letzte offizielle Beziehung von Sharon Stone (68) zurück. In einem aktuellen Podcast sprach die Schauspielerin offen über ihre momentane Lebensphase. Sie sei "seit geraumer Zeit zölibatär", weil sie nur noch mit jemandem zusammen sein wolle, der ihr wirklich etwas bedeute. Sie suche einen Lebenspartner, "nicht bloß jemandem für Sex", erklärte Stone in "Mayim Bialik's Breakdown".
Sex-Verzicht als Warteposition auf den richtigen Mann, emotionale Klarheit oder spirituelle Reinigung: Stone ist mit ihrer Enthaltsamkeit in Hollywood keineswegs alleine. Bei vielen prominenten Beispielen hat die Zeit ohne Sex therapeutische Gründe.
Therapie statt Trostpflaster
Khloé Kardashian etwa hatte nach der Trennung von Tristan Thompson Wichtigeres auf dem Zettel, als sich mit einer Affäre über den Schmerz zu trösten. Sie begann eine Therapie, im Mittelpunkt standen ihre Kinder. Im Dezember 2025 seien es fünf Jahre gewesen, die sie ohne Sex verbracht habe, verriet sie "Elle": "Ich schäme mich ein wenig dafür und denke mir: 'Das ist so erbärmlich.' Aber wenn man erst einmal an einem bestimmten Punkt angelangt ist, denkt man: 'Nein, das ist etwas ganz Besonderes. Ich fühle mich so gut.'"
Auch Halle Berry nutzte eine mehrjährige Pause nach ihrer dritten Scheidung, um sich selbst wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Vier Jahre lang sei sie "solo und zölibatär" gewesen, sagte sie Anfang des Jahres "The Times". Sie habe die Zeit gebraucht, um zu reflektieren und ihren eigenen Wert wiederzuerkennen. Sie habe sich auch auf den Gedanken eingelassen, dass möglicherweise kein neuer Partner mehr in ihr Leben kommen werde. Ihre Erkenntnis: "Ich bin mir selbst genug."
Bloom lernt Freundschaft, Fox rebelliert
Orlando Bloom hielt es deutlich kürzer. 2020 erzählte er der "Sunday Times", sechs Monate ohne Sex und Masturbation gelebt zu haben. Die Zeit brachte ihn zu einer wichtigen Erkenntnis: "Plötzlich dachte ich mir: 'Oh, ich kann eine rein freundschaftliche Beziehung zu einer Frau führen.'"
Das Zölibat kann auch eine politische Dimension einnehmen. Für Julia Fox war die Enthaltsamkeit nach der Einschränkung des Abtreibungsrechts in den USA eine "subtile Rebellion". "Warum sollte ich mich mit jemandem ins Bett legen, der nicht für mich kämpft?", sagte sie im Podcast "Nice Talk" über ihre zweieinhalb Jahre ohne Sex. Ihre Idee: Werde ihr das Recht auf körperliche Selbstbestimmung genommen, könne sie zumindest selbst entscheiden, wem sie ihren Körper zur Verfügung stelle.
Glaube und Disziplin
Bei Lenny Kravitz ist der Verzicht "etwas Spirituelles", wie er 2024 dem "Guardian" nach neun Jahren Enthaltsamkeit erklärte. Nach seiner Ehe mit Lisa Bonet habe er sich zunehmend als "Player" erlebt und diese Seite an sich nicht gemocht. Er habe Disziplin entwickeln und nicht in alte Verhaltensmuster zurückfallen wollen.
Justin Bieber wiederum verband seine Phase ohne Sex mit dem Glauben. Vor seiner Beziehung mit Hailey Baldwin verzichtete er mehr als ein Jahr lang. Er habe darin einen Weg gesehen, seine Prioritäten neu zu ordnen und seine Beziehung zu Gott zu stärken, erklärte er 2019 der "Vogue".
Vier Jahrzehnte ohne Sex
Den längsten Verzicht dieser Reihe hat Tim Gunn hinter sich, bekannt durch seine Arbeit mit Heidi Klum in "Project Runway" und "Making the Cut". Bei ihm begann das Zölibat mit einer schmerzhaften Trennung: 1982 verließ ihn sein Freund nach neun Jahren Beziehung von einem Tag auf den anderen, ohne Grund, und sagte ihm, er habe ihn inmitten der beginnenden AIDS-Krise mit zahllosen Männern betrogen. Danach lebte der Modeberater mehr als vier Jahrzehnte ohne Sex.
Intimität wurde für ihn unmöglich: "Wann immer ich auch nur in Versuchung geriet, mich auf etwas einzulassen, das mit jemandem ernst werden könnte, brach all das wie die Niagarafälle über mich herein - und nahm mir einfach die Lust daran", erklärte Gunn im Februar 2026 im Podcast "Dear Chelsea". Mittlerweile könne er sich gar nicht mehr vorstellen, wieder anders zu leben.
Die Gründe für Enthaltsamkeit sind so unterschiedlich wie die Stars selbst. Die prominenten Beispiele zeigen: Einen richtigen Umgang mit Sex und Beziehungen gibt es nicht. Was als "normal" gilt, muss deshalb nicht für jeden passen.