Alexander Hold erinnert an TV-Anfänge: Später kam sie ganz groß raus

Ab dem 26. Oktober betritt Richter Alexander Hold wieder seinen TV-Gerichtssaal. Warum der Jurist nach 13 Jahren ein TV-Comeback wagt, was nun aus seiner Polit-Karriere wird und an welchen besonderen Promi-Anfang er sich noch erinnern kann – mit der Abendzeitung hat Hold darüber gesprochen.
von  Sven Geißelhardt
TV-Richter Alexander Hold feiert am 26. Oktober sein Comeback bei Sat.1.
TV-Richter Alexander Hold feiert am 26. Oktober sein Comeback bei Sat.1. © Joyn/BECKER FILMS

"Richterin Barbara Salesch", "Das Familiengericht", "Das Strafgericht" – in den 2000er-Jahren gab es im TV kein Vorbeikommen an Gerichtssendungen. Nachdem Barbara Salesch bereits 2022 wieder auf die Bildschirme zurückgekehrt war, wagt nun auch Richter Alexander Hold mit seiner gleichnamigen Sendung ein Comeback. Was kommt auf die Zuschauer zu und was ist das Besondere an gespielten Gerichtsverhandlungen?

Comeback von TV-Richter Alexander Hold: Spagat zwischen Polit- und TV-Karriere

Dass es eine Neuauflage von "Richter Alexander Hold" geben wird, dürfte in der Branche wohl kaum jemanden überraschen. Selbst 13 Jahre nach dem Ende der Sendung laufen noch immer täglich Wiederholungen im TV. "Interessanterweise laufen die Wiederholungen in letzter Zeit sogar mit steigendem Erfolg – was man nach so langer Zeit eigentlich nicht erwarten würde", betont Alexander Hold im Gespräch mit der Abendzeitung. "Da lag es nahe, zum 25. Jubiläum noch einmal neue Folgen zu produzieren."

Sat.1 musste bei Alexander Hold allerdings Überzeugungsarbeit leisten, um ihn für eine Neuauflage zu gewinnen. Durch sein politisches Engagement – der Jurist ist zweiter Vizepräsident des Bayerischen Landtags und Mitglied im Stadtrat Kempten – war er eigentlich nicht für eine tägliche TV-Sendung zu haben. Doch der Sender ließ nicht locker und bot an, die neuen Folgen in der sitzungsfreien Sommerpause des Landtags zu drehen. "Ich hatte schon immer ein Faible für Ferienjobs", sagt Hold der Abendzeitung lachend. Von seiner Polit-Karriere will er sich nicht verabschieden und engagiert sich weiter für die Partei Freie Wähler.

Landtagskollegen unter sich: Ilse Aigner und Alexander Hold.
Landtagskollegen unter sich: Ilse Aigner und Alexander Hold. © BrauerPhotos/G.Nitschke

Neue Fälle nach 13 Jahren: Das hat sich bei "Richter Alexander Hold" verändert

Was kommt auf die Zuschauer mit dem Neustart von "Richter Alexander Hold" zu? Die größte Veränderung für den 64-Jährigen selbst ist sein Haaransatz, wie er augenzwinkernd verrät: "Den Typen, der da vorne die Verhandlung leitet, erkennt man vielleicht nur noch an der Stimme – weil er inzwischen eine Brille trägt und kaum noch Haare hat." Ansonsten präsentiert sich die Sendung in seinem gewohnten Gewand. Dazu erklärt Hold: "Diese Art, Geschichten zu erzählen, hat etwas Zeitloses. Und ein Strafprozess bleibt ein Strafprozess. Wir können nicht plötzlich so tun, als wären wir in einer Samstagabendshow."

Richter Alexander Hold hat Lena Meyer-Landrut zu ihren Karriere-Anfängen kennengelernt.
Richter Alexander Hold hat Lena Meyer-Landrut zu ihren Karriere-Anfängen kennengelernt. © BrauerPhotos

Alexander Hold über TV-Anfänge von Lena Meyer-Landrut: "Eher unauffällig"

Auch wenn "Richter Alexander Hold" keine Promi-Show ist, starteten dort einige bekannte Entertainer ihre TV-Karriere. Unter anderem waren "TV total"-Moderator Sebastian Pufpaff, Realitystar Matthias Mangiapane, Streamer Jens "Knossi" Knossalla und auch Sängerin Lena Meyer-Landrut als Angeklagte oder Zeugen dabei. "An Lena Meyer-Landrut kann ich mich tatsächlich erinnern", erzählt Alexander Hold im AZ-Gespräch. Wie hat er die spätere ESC-Siegerin bei ihren ersten Gehversuchen in der TV-Branche erlebt? "Sie war sympathisch, aber eher unauffällig. Das ist das Spannende: Wenn jemand noch unbekannt ist und später ein Star wird, erkennt man das in einer Zeugenrolle nicht unbedingt sofort."

Durch ihren ESC-Sieg wurde Lena Meyer-Landrut 2010 zum Star. Ihre ersten Gehversuche im TV wagte sie allerdings schon früher bei "Richter Alexander Hold".
Durch ihren ESC-Sieg wurde Lena Meyer-Landrut 2010 zum Star. Ihre ersten Gehversuche im TV wagte sie allerdings schon früher bei "Richter Alexander Hold". © BrauerPhotos/K.Schulz

Eine Ausnahme bildete aber Jens "Knossi" Knossalla. Auch an ihn kann sich Richter Hold noch lebhaft erinnern. "Jemand wie 'Knossi' zum Beispiel war schon sehr expressiv, würde ich sagen. Aber solche Menschen erlebt man öfter. Und von denen schaffen es nur ganz wenige, irgendwann wirklich sehr bekannt zu werden."

Erinnerungen an ganz besonderen Gerichtsfall: "Bin wutentbrannt zur Redaktion"

Im Laufe seiner Karriere, ob als Richter im realen Leben oder im TV, hat Alexander Hold schon so manche skurrilen Fälle verhandelt. "Witzigerweise habe ich vom ersten Fall bei 'Richter Alexander Hold' bis heute noch eine sehr klare Erinnerung", erzählt er der Abendzeitung. "Das erste Skript, das mir vorgelegt wurde, handelte von einem jungen Paar mit einem Säugling. [...] Die beiden wollten am Samstagabend in eine Disco gehen, hatten aber keinen Babysitter. Also haben sie ihr Kind über Nacht in einem Schließfach am Bahnhof eingesperrt."

Ist das nicht etwas überzogen und unrealistisch für eine TV-Gerichtsverhandlung? Das dachte sich auch Hold und suchte das Gespräch. "Ich bin wutentbrannt zur Redaktion gegangen und habe gefragt: Was habt ihr euch da ausgedacht?", erinnert sich der 64-Jährige an die Situation. "Die Antwort war bezeichnend für das, was einem in der Justiz so alles begegnet: Das ist nicht ausgedacht. Der Fall ist echt. [...] Das hat mir gezeigt, was ich eigentlich schon immer gesagt habe: Es gibt nichts, was es nicht gibt."

So geht es mit der Neuauflage von "Richter Alexander Hold" weiter

Am Montag starten die neuen Folgen mit einem Primetime-Special um 20.15 Uhr auf Sat.1. Insgesamt wurden 50 Episoden produziert. Geht es danach weiter, wenn die Einschaltquoten gut sind? Für Alexander Hold ist klar: "Ich bin dadurch limitiert, dass ich einen Hauptberuf habe, den ich weiterhin sehr ernst nehme. Für mich kommt es nicht infrage, auch nur eine Sitzung zu versäumen oder irgendein politisches Thema fürs Fernsehen zu vernachlässigen. Das Fernsehen muss sich da hinten anstellen." Ausgeschlossen sind weitere Folgen deshalb aber nicht: "Es gibt ja noch einige Ferien."

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