Interview

Schauspielerin Larissa Marolt: "Bitte kein Knoblauch vor dem Dreh"

Unterhaltend seit ihrer Teilnahme bei Heidi Klums Castingshow "Germany's Next Topmodel", aber längst auch im Schauspiel angekommen. Larissa Marolt blickt im AZ-Interview zurück auf ihre erstaunliche Karriere.
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Schauspielerin Larissa Marolt sprach im Interview mit der AZ über ihre Karriere.
Schauspielerin Larissa Marolt sprach im Interview mit der AZ über ihre Karriere. © imago/Eventpress

AZ: Liebe Frau Marolt, nach "Germany's Next Topmodel" feierten Sie als Schauspielerin große Erfolge. Wann war für Sie klar, dass Sie sich eher in Richtung Schauspiel bewegen wollen? 
LARISSA MAROLT: Es gab nie diesen einen Moment, in dem ich dachte: "Jetzt werde ich seriös." Für mich hört an diesem Punkt die Freiheit auf. Ich bin einfach meiner Leidenschaft und meinen Interessen gefolgt. Zwanghaft seriös zu werden – nur, um vielleicht anderen Menschen zu gefallen – fühlt sich für mich fast schon wie ein Eingriff in die künstlerische Freiheit an. Bei sogenannten seriösen Menschen spüre ich oft die größten Selbstzweifel und Ängste: die ständige Sorge, nicht seriös genug zu wirken oder den Erwartungen anderer nicht zu entsprechen. Diese Haltung wollte ich nie annehmen. Ich wollte frei bleiben – im Denken, im Fühlen und im Schaffen.

Meine größte Leidenschaft war schon immer die Schauspielerei. Ich war schon als Jugendliche drei Jahre lang in einer Jugendtheatergruppe am Stadttheater Klagenfurt, habe dort viel Zeit verbracht und in mehreren Stücken mitgewirkt. Danach kam das Modeln – und über "Austria's Next Topmodel" bin ich schließlich in verschiedene Fernsehformate hineingerutscht. Ich habe danach zwei Jahre am Lee Strasberg Theatre & Film Institute in New York studiert und  eine Schauspielschule in Berlin besucht, parallel schon gedreht. Ich möchte mich aber grundsätzlich in keine Schublade stecken lassen. Ich arbeite in einer Branche, in der man sich immer wieder neu erfinden und ausprobieren darf. Es ist für mich ein Spielort der Freiheit. Ich würde auch sagen, dass ich ein Freigeist bin. Ich mache das, was sich für mich richtig anfühlt.

Privat bin ich eher der Typ, der mit einem Buch auf dem Sofa sitzt, Arthouse-Filme liebt und über Kunst philosophiert. Und dann dreh ich aber plötzlich zwei große Primetime-Unterhaltungsformate, in denen es um ganz andere Dinge geht. Ja, das ist ein Widerspruch, aber ich finde, das darf's auch sein. Das eine schließt das andere ja nicht aus.

Hatten Sie in den letzten Jahren noch oder wieder Kontakt mit Heidi Klum? Was würden Sie ihr heute gern sagen?
Mit Heidi habe ich keinen Kontakt mehr – sie hat ja sicher genug zu tun. Aber ich bin wirklich dankbar für die Zeit bei "Germany's Next Topmodel". Ich war damals 16 – also quasi noch ein Teenager – und habe in dieser Zeit sehr viel gesehen, erlebt und gelernt. Ich würde rückblickend nichts anders machen. Ich bin froh, dass ich mir nicht alles habe gefallen lassen und in vielen Situationen meinen eigenen Kopf hatte. Damals galt das ja schnell als "Zicke" – heute nennt man das selbstbewusst und charakterstark. Zum Glück hat sich da gesellschaftlich ein bisschen was getan. Was ich Heidi heute sagen würde? Keine Ahnung – aber ich bin mir sicher, mir würde spontan etwas Gutes einfallen, wenn wir uns begegnen.

Jetzt standen Sie als TV-Kommissarin für "Aktenzeichen XY" vor der Kamera. Käme für Sie auch der "Tatort" infrage?
Ich liebe gute Krimis, und wenn sich irgendwann etwas Passendes ergibt, freue ich mich.

Viele bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler sind Teil des "Tatort"-Casts – beispielsweise Maria Furtwängler, Jan Josef Liefers oder Edin Hasanović. Mit wem würden Sie als Teil eines Ermittler-Duos gern vor der Kamera stehen?
Das ist wirklich schwer zu sagen. Ich glaube, ich würde mir mit jeder Antwort irgendwo keine Freunde machen (lacht). Alle drei sind großartige Künstlerinnen und Künstler, die ich sehr bewundere. Ich hätte sicher mit jedem von ihnen großen Spaß vor der Kamera.

Bill Kaulitz möchte nun auch in der Schauspielerei Fuß fassen. Sie haben bereits viel Erfahrung gesammelt – was braucht es Ihrer Meinung nach, damit er als Schauspieler erfolgreich werden kann?
Ich glaube, Bill würde sich gut als Charakterdarsteller eignen – vielleicht sogar am besten, wenn er sich selbst spielt. Das klingt leichter, als es ist, denn einfach authentisch vor der Kamera zu sein, ist eine echte Herausforderung. Er hat einen unglaublichen Wiedererkennungswert, das weiß er sicherlich selbst. Wichtig wäre aus meiner Sicht, dass er mit guten Schauspiel-Coaches arbeitet und regelmäßig Unterricht nimmt. Das ist aus meiner Erfahrung unabdingbar, um auch als Schauspieler nachhaltig erfolgreich zu sein.

Thema Filmküsse: Selbst für erfahrene Schauspieler stellen Intimitäten vor der Kamera manchmal noch eine Herausforderung dar. Vor allem auch, wenn man zuhause einen Partner sitzen hat. Durchziehen und vor der Kamera professionell bleiben ist hier das A und O – oder?
Ich hab ja schon in einigen Serien und Telenovelas mitgespielt – da bleibt das mit den Filmküssen nicht aus. Zum Glück hat sich privat noch niemand beschwert. Wer mit einer Schauspielerin zusammen ist, sollte wissen, dass sowas vorkommen kann. Wichtig ist nur: vorher reden! Auch mit dem Szenenpartner – und bitte kein Knoblauch, kein Thunfisch, kein Döner de luxe mit extra Sauce und Zwiebel direkt vorm Dreh.

Viele Liebespartner von Schauspielenden tun sich schwer damit, solche Szenen zu sehen. Inwiefern muss der Partner oder die Partnerin solche Szenen ertragen können?
Ich denke, man braucht schon eine große Toleranz und Vertrauen, wenn man mit einer Schauspielerin oder einem Schauspieler zusammen ist. Zum Glück hatte ich persönlich bisher privat noch nie ein Problem in dieser Hinsicht, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es für manche Partner – je nach Typ – schwierig sein kann. Allerdings sollte man sich das vor Beginn einer Beziehung bewusst machen. Man kann ja niemandem seinen Beruf oder seine Leidenschaft ausreden. Wenn jemand damit nicht umgehen kann, ist es vermutlich besser, sich jemanden zu suchen, bei dem dieses Thema kein Problem darstellt. Auf einen Traumberuf zu verzichten, nur um den anderen zufriedenzustellen, würde einer Beziehung meiner Meinung nach genauso schaden wie Eifersucht oder Misstrauen. Vielleicht passt man dann einfach nicht zusammen – und das ist auch in Ordnung.

Ist man als Schauspieler seinem Partner oder seiner Partnerin hierbei Rechenschaft schuldig?
Ja, ich persönlich finde schon, dass man in einer Beziehung die Verantwortung hat, so etwas zu kommunizieren und zu besprechen. Ich würde solche Szenen auf keinen Fall verheimlichen, sondern offen ansprechen. Für mich sind Kommunikation, Ehrlichkeit und Vertrauen das A und O einer Beziehung – damit bin ich bisher immer gut gefahren.

Sie selbst waren bereits im RTL-Dschungelcamp zu sehen. Bald geht die neue Staffel los. Verfolgen Sie heutzutage noch das Format?
Ich muss gestehen, dass ich das Dschungelcamp selbst nicht regelmäßig verfolge. Aber für mich war es eines der größten Abenteuer, das ich je erlebt habe.

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