Schauspieler Ben Blaskovic stört das PAG in Bayern und demonstriert

Auf dem roten Teppich demonstriert der Münchner Schauspieler Ben Blaskovic – was ihn an dem Gesetz stört.
| Clemens Hagen
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Schauspieler Ben Blaskovic beim Bayerischen Filmpreis.
Privat Schauspieler Ben Blaskovic beim Bayerischen Filmpreis.

Die meisten Schauspieler, Musiker und Sportler sind von Berufs wegen vorsichtig, wenn es um das Thema Politik geht. Bloß nicht anecken, niemandem auf die Füße steigen. Der 30-jährige Ben Blaskovic, der am Tegernsee geboren wurde und in München lebt, ist anders. Er sagt, was er denkt. Dabei ist der junge Mann Schauspieler, Musiker und Sportler. Blaskovic spielt bei den "Rosenheim Cops" eine Hauptrolle (den Controller Andi Lorenz), hat gerade eine EP veröffentlicht (Titel: "Those Who Dig"), klettert, segelt und surft. Die AZ sprach mit dem vielseitig Talentierten.

AZ: Herr Blaskovic, Sie haben beim diesjährigen Bayerischen Fernsehpreis im Prinzregententheater mit einer ungewöhnlichen Aktion für Aufsehen gesorgt. Was war da los?
BEN BLASKOVIC: Ja, das war im Mai, kurz nachdem das PAG, das Polizeiaufgabengesetz, beschlossen wurde.

Das durchaus umstritten ist.
Genau, ich fand es schwierig, dass das Gesetz so klammheimlich an der Bevölkerung vorbei auf den Weg gebracht wurde. Deshalb kam ich auf die Idee, ein paar charmante, lustige Schilder anzufertigen und diese auf dem roten Teppich an meine Kollegen zu verteilen.

Schilder, die durchaus eine politische Botschaft hatten.
Ja, darauf stand zum Beispiel "Söder is watching you" oder "Ich brauche keinen Big Brother, ich habe eine kleine Schwester" oder "Ich brauche keine Überwachung, meine Freundin überwacht mich schon genug". Die Texte, so genial bin ich leider nicht auf dem Gebiet, stammen von Max Sachße, einem Partner in meiner Produktionsfirma.

Haben denn Kollegen mitgemacht und ein Schild in die Kamera gehalten?
Ja, viele Kollegen waren dabei und haben mich bei der Aktion unterstützt.

PAG: Eingriff in Privatsphäre und Kotrolle nach äußeren Merkmalen

Was stört Sie denn am PAG?
Dass noch mehr in die Privatsphäre eingegriffen werden kann durch die Polizei, durch den Staat. In dem Gesetz stehen schwammige Formulierungen wie der Begriff "drohende Gefahr". Zwar ist es angeblich so, dass der Richter in den meisten Fällen die Entscheidung trifft, ob eingegriffen wird, aber das ist nicht zwingend vorgeschrieben. Außerdem entwirft die EU gerade neue Sicherheitsgesetze, denen die nationalen angeglichen werden müssen. Darauf hätte man warten können in Bayern.

Trotzdem gibt es eine gestiegene Terrorgefahr, auf die der Staat reagieren muss, oder?
Ja, die gibt es. Aber das PAG erlaubt es, Menschen nach äußeren Merkmalen zu kontrollieren. Das finde ich diskriminierend und falsch, schließlich gibt es auch deutsche Terroristen. Außerdem hat die Kriminalität in den letzten Jahren abgenommen, weshalb ich glaube, dass das PAG vor allem gemacht wurde, weil gerade Wahlkampf in Bayern ist.

Obwohl Sie vom Tegernsee kommen, wo nicht allzu viele Linksradikale leben, sind Sie nicht einverstanden mit der Politik der CSU?
Das bin ich immer weniger. Obwohl mich mein Umfeld in Schliersee schon geprägt hat. Aber man wird erwachsener. Ich finde, dass die CSU immer weiter nach rechts gerückt ist. Dabei geht es ihnen nur darum, die Wähler, die man vor der AfD hatte, zurückzugewinnen.

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