Prinzessin Dianas legendäres Interview: BBC leitet Untersuchung ein

Scoop des Jahrhunderts oder durch gefälschte Dokumente erschlichen? Zu dem 1995 geführten Interview von Prinzessin Diana mit dem BBC-Journalisten Martin Bashir wird eine unabhängige Untersuchung eingeleitet.
| (rto/spot)
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Prinzessin Diana bei einer Awardshow.
Henry Mcgee/Globe Photos, Inc/ imagecollect.com Prinzessin Diana bei einer Awardshow.

Das berühmte Interview, das Prinzessin Diana (1961-1997) im Jahr 1995 dem BBC-Journalisten Martin Bashir (57) gegeben hatte, galt damals als "Scoop des Jahrhunderts". Doch zuletzt wurde wieder Kritik an dem Zustandekommen des Interviews laut, in dem Prinzessin von Wales unter anderem über ihren damaligen Ehemann Prinz Charles (72), ihre Bulimie, ihre Affäre mit James Hewitt (62) und ihre Rivalin Camilla Parker Bowles (73) gesprochen hatte. Der britische Sender BBC hat nun eine Untersuchung angekündigt, die die "Wahrheit" ans Licht bringen soll. Die "New York Times" hatte vor rund einer Woche zuerst darüber berichtet, dass eine entsprechende Untersuchung geplant ist.

"Die BBC ist fest entschlossen, die Wahrheit über diese Ereignisse herauszufinden", erklärt BBC-Chef Tim Davie (53) in einer Mitteilung des Senders. Deshalb habe man Lord John Dyson (77), ein ehemaliger Richter des Obersten Gerichtshofs, damit beauftragt, "die unabhängige Untersuchung" zu leiten. Zuvor hatte eine neue Dokumentation des britischen Senders ITV erneut der Vorwurf aufgeworfen, Bashir hätte die Prinzessin allein mit Hilfe gefälschter Dokumente zu dem Gespräch bewegt.

Gefälschte Dokumente spielen zentrale Rolle

In der zweiteiligen Doku kommt auch erstmals Matt Wiessler, der damalige Grafikdesigner der BBC zu Wort, der ebenfalls in die Sache verwickelt gewesen war. Demnach hatte Bashir ihn gebeten, Kontoauszüge zu "erstellen". Diese sollten nahelegen, Mitarbeiter der königlichen Familie hätten Geschichten über Diana verkauft und ihre Observation veranlasst - und als Druckmittel auf Prinzessin Diana dienen. Wiessler wusste davon angeblich nichts - er behauptet, ihm sei gesagt worden, dass die gefälschten Kontoauszüge nur als Requisiten verwendet werden würden.

Vor der Ausstrahlung der Dokumentation hatte auch Charles Spencer (56), der jüngere Bruder Lady Dis, in einem Brief an BBC-Chef Davie erneut gefordert, dass eine "umfassende Untersuchung" eingeleitet wird. Auszüge aus dem Brief hatte die "Daily Mail" veröffentlicht. Laut Spencer waren die gefälschten Dokumente der einzige Grund dafür, dass er Bashir seiner Schwester vorgestellt hatte. Außerdem habe der Journalist in einem Treffen vor dem Interview eine Reihe falscher Behauptungen über diverse Senior-Royals aufgestellt, um Spencers Vertrauen zu gewinnen und Zugang zu seiner Schwester zu bekommen.

Erste Untersuchung konnte kein Fehlverhalten feststellen

Der Vorfall war 1996 bereits untersucht worden. Bashir war damals von jeglichem Fehlverhalten freigesprochen worden, da er die gefälschten Dokumente nicht in dem Interview verwendet hatte. Auch die damalige Untersuchung soll jetzt auf den Prüfstand gestellt werden. Der Journalist selbst kann sich aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht zu der Sache äußern. Laut dem Sender erhole er sich von einer Operation am Herzen und Komplikationen im Zusammenhang mit Covid-19.

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