Prinz Harry: Royale Rolle "hat meine Mutter getötet"

Prinz Harry hat bei einem Auftritt in Melbourne erklärt, dass er nach dem Tod von Prinzessin Diana kein arbeitendes Mitglied der Royals mehr sein wollte. Diese Rolle habe einst seine Mutter, Prinzessin Diana, "getötet". Herzogin Meghan sprach derweil über Online-Mobbing.
(dr/spot) |
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Prinz Harry am Donnerstag in Melbourne.
Prinz Harry am Donnerstag in Melbourne. © imago/AAP / CON CHRONIS

Prinz Harry (41) hat am dritten Tag seiner Australien-Reise mit Herzogin Meghan (44) offen wie selten über den Tod seiner Mutter, Prinzessin Diana (1961-1997), gesprochen. Beim InterEdge Summit in Melbourne, einem Gipfeltreffen zu den Themen Führung und psychosoziale Sicherheit am Arbeitsplatz, erklärte der Herzog von Sussex vor dem zahlenden Publikum: "Nachdem meine Mutter kurz vor meinem 13. Geburtstag starb, dachte ich: Ich will diesen Job nicht. Ich will diese Rolle nicht, wohin das auch führt, ich mag das nicht." Die Rolle des arbeitenden Royals habe seine Mutter "getötet", so Harry laut der "Daily Mail". Jahrelang habe er "den Kopf in den Sand gesteckt", ehe er seine Konsequenzen zog und mit Meghan in die USA übersiedelte.

Harry räumte ein, sich in seinem Leben oft "verloren, verraten oder völlig machtlos" gefühlt zu haben. Die Einladung zum Gipfel habe ihn zunächst unsicher gemacht: "Ich wusste nicht, ob ich als jemand sprechen sollte, der trotz allem seinen Kram im Griff hat - oder als jemand, der ihn trotz des Anscheins eigentlich gar nicht im Griff hat." Erst seine Vaterschaft habe seinen Blickwinkel verändert, denn Kinder spürten die Überlastung ihrer Eltern unmittelbar. "Eine der größten Veränderungen kam, als ich erkannte, dass um Hilfe zu bitten keine Schwäche ist - es ist eine Form von Stärke", sagte Harry.

Meghan: "Zehn Jahre lang jeden Tag gemobbt"

Zuvor hatte Herzogin Meghan bei einem Besuch an der Swinburne University of Technology in Melbourne eindringlich über ihre eigenen Erfahrungen mit Online-Hass gesprochen. "Seit jetzt zehn Jahren, jeden einzelnen Tag seit zehn Jahren, werde ich gemobbt und attackiert", sagte sie vor Studierenden. "Und ich war die meistgetrollte Person auf der ganzen Welt." Sie fügte trocken hinzu: "Ich bin immer noch hier."

Die Social-Media-Konzerne seien schlicht "nicht motiviert", etwas gegen die Hetze im Netz zu unternehmen, erklärte Meghan den jungen Zuhörern. Die milliardenschwere Industrie sei "komplett verankert in Grausamkeit, um Klicks zu generieren - das wird sich nicht ändern. Also müsst ihr stärker sein als das."

Harry lobt Australiens Social-Media-Verbot

Harry schloss sich dem Appell an und lobte Australiens gesetzliches Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige in den höchsten Tönen. "Australien hat die Führung übernommen. Eure Regierung war das erste Land der Welt, das ein Verbot eingeführt hat", sagte der 41-Jährige. "Vom Standpunkt der Verantwortung und Führungsstärke aus - episch." Zugleich schränkte er ein, dass es eigentlich nie so weit hätte kommen dürfen. Die Plattform-Betreiber müssten zur Rechenschaft gezogen werden, nicht die Jugendlichen für ein Produkt bestraft werden, das sicher sein sollte.

Offen sprach Harry bei dem Universitätsbesuch auch über seinen eigenen Weg zur Therapie. Er habe damit gewartet, "bis ich buchstäblich in Fötusstellung auf dem Küchenboden lag", bevor er sich schließlich professionelle Hilfe gesucht habe. Das Paar besuchte im Rahmen der Tour auch ein Programm der australischen Jugend-Mental-Health-Organisation Batyr, die mit persönlichen Erfahrungsberichten Gespräche über seelische Gesundheit anstoßen will. Nach ihrem letzten Tag in Melbourne reisen Harry und Meghan weiter nach Sydney.

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