Polit-Prominenz nimmt in Berlin Abschied von Rita Süssmuth
Das politische Berlin verabschiedet sich am Dienstag von der einstigen Bundestagspräsidentin und Bundesministerin Rita Süssmuth (1937-2026). Zum ökumenischen Trauergottesdienst versammelten sich viele frühere Weggefährten und aktuelle Regierungsvertreter in der St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin-Mitte. Anschließend begann um 12 Uhr ein rund 90-minütiger Trauerstaatsakt im Bundestag.
"Nehmen wir ihr Erbe an"
Am Gottesdienst nahmen unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner teil. Auch Merz' Vorgänger Olaf Scholz und Angela Merkel würdigten die Verstorbene mit ihrer Anwesenheit. Daneben erschienen viele Mitglieder des Bundeskabinetts, Ministerpräsidenten und zahlreiche Abgeordnete.
In seiner Predigt erinnerte der katholische Prälat Karl Jüsten an den Einsatz der CDU-Politikerin "bis zuletzt für Gleichberechtigung, besonders für Parität in den Parlamenten". Auch ihr Engagement für soziale Gerechtigkeit und die Stabilität der Demokratie sowie gegen Rassismus hob er hervor und rief dazu auf: "Nehmen wir ihr Erbe an."
Beim Trauerstaatsakt zu Ehren von Rita Süssmuth im Bundestag standen dann Reden von Bundestagspräsidentin Klöckner und Merz auf dem Programm. Die Verstorbene wünschte sich zudem, dass Journalist und Autor Heribert Prantl spricht.
Sie wurde 88 Jahre alt
Rita Süssmuth ist am 1. Februar im Alter von 88 Jahren gestorben. Sie war zwischen November 1988 und Oktober 1998 Bundestagspräsidentin. Zuvor war sie ab 1985 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit während der Amtszeit von Bundeskanzler Helmut Kohl (1930-2017). Friedrich Merz würdigte Rita Süssmuth als "Leitstern für unser demokratisches Gemeinwesen". Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nannte sie eine "Vordenkerin, Vorkämpferin und Vorbild".
Auch Angela Merkel veröffentlichte zum Tod eine Erklärung, in der die Altkanzlerin an die Verdienste der Politikerin erinnerte: "Sie benannte die Defizite schonungslos. Dabei machte sie vielen Mut, so auch mir Anfang der 1990er Jahre als Frauenministerin." Süssmuth sei "eine Vorkämpferin für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewesen", führte Merkel unter anderem weiter an. "Rita Süssmuths Stimme wird fehlen, auch mir. Wir können ihr Andenken bewahren und ehren, indem wir uns weiter für ihre Herzensanliegen engagieren."
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