Oliver Wnuk: "Ich finde, wir hatten es früher deutlich entspannter und einfacher"

Oliver Wnuk hat Mitgefühl mit den heutigen Jugendlichen: "Ich finde, wir hatten es früher deutlich entspannter und einfacher", erklärt der Schauspieler und zweifache Vater im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau: "Durch die Flut an Medien hat die Jugend es viel schwerer Entscheidungen zu treffen." Denn: "Es gibt schon alles und in Sekunden ist jemand zu finden, der das, für das ich mich interessiere, schon in Perfektion kann." Social Media demotiviere, fährt der 50-Jährige fort: "Bewertungssysteme sind ausgeprägter, Persönlichkeiten sollen identifizierbar gemacht werden, wo vielleicht gar nicht genug Zeit und Ruhe für Entwicklung gelassen wurde."
Anlass für das Gespräch ist das Bühnenstück "wir_jetzt_hier", das Wnuk gemeinsam mit Jugendlichen, dem Chor der Geschwister-Scholl-Schule in Konstanz und der Bodensee Philharmonie über ein Jahr lang entwickelte. Ziel, so beschreibt der gebürtige Konstanzer, sei gewesen, die Lebenswelt und die Gedanken der jungen Leute sichtbar zu machen: "Was beschäftigt Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren? Was sind ihre Sorgen, Freuden, Stolpersteine? Was sind ihre Hauptwerte? Woraus nehmen sie Motivation? Gibt es ein gemeinsames Wir, und sind wir alles nur Individuen, die schließlich nur auf sich selbst bauen können?"
"Ich bezweifle, ob alles daran noch so viel Sinn macht"
"Ich habe sehr viel über Kommunikation und den Lebensraum der Jugendlichen kennenlernen dürfen. Welche Themen sie haben. Welche Taktiken, mit ihrem Alltag und Bedingungen der heutigen Zeit klarzukommen." Wnuk fährt fort: "Ich habe verstanden und musste erleben, welchem Erwartungsstress sie ausgeliefert sind, und bezweifle, ob alles daran noch so viel Sinn macht. Ist das gymnasiale Schulsystem in Zeiten der KI und der voranschreitenden Technologisierung noch up to date? Worauf kommt es wirklich an? Welches Rüstzeug braucht ein junger Mensch, um ins Leben rauszugehen?" Ein paar Antworten versuche man im Theaterstück zu geben.
"wir_jetzt_hier" ist am Mittwoch, 7. Oktober, und Donnerstag, 8. Oktober, jeweils um 19 Uhr, im Bodenseeforum Konstanz zu sehen. Anlass für das Stück ist das Zehn-Jahre-Jubiläum der Mentor Stiftung, deren Botschafter Wnuk ist. Das Publikum, so verspricht er, erwartet ein "Großprojekt mit zehn Hauptrollen, 65 Musikern. 55 Chormitgliedern und einer Rockband auf einer Bühne". Zur Premiere wird unter anderem auch Königin Silvia von Schweden als Stiftungsgründerin erwartet.
Demnächst ist Oliver Wnuk zudem wieder im Fernsehen zu sehen: In "Nord Nord Mord - Sievers und der Gesang der Wale" schlüpft er abermals in die Rolle von Kommissar Hinnerk Feldmann. Das ZDF zeigt den 29. Film der Krimireihe am Montag, 5. Oktober, um 20.15 Uhr, sowie bereits ab Samstag, 26. September, 10 Uhr, online auf zdf.de.