Nach Schließung in München: Ralph Siegel kauft fast eine ganze Bar leer

Der edle Salon Moët & Chandon am St.-Anna-Platz in München muss schließen – und einer zeigt ganz besonders viel Interesse am Interieur: Ralph Siegel. Die AZ weiß, warum der Hit-Produzent vor Kurzem fast die ganze Bar leer kaufte.
von  Adrian Prechtel
Laura und Ralph Siegel mit Alexander Lutz (r.), der auch das Gandlbetreibt, aber den Salon Moët & Chandon jetzt räumen musste.
Laura und Ralph Siegel mit Alexander Lutz (r.), der auch das Gandlbetreibt, aber den Salon Moët & Chandon jetzt räumen musste. © adp

Um 17 Uhr sollte der Verkauf im Salon Moët & Chandon am St.-Anna-Platz beginnen. Aber Ralph Siegel war schon eine Viertelstunde früher aufgekreuzt.

Ralph Siegel: "Man muss schnell sein, um Träum zu verwirklichen"

Dann geschah eine Szene, wie man sie von Michael Jackson erzählt. Der war in einen Spielzeugladen gegangen, hatte den Arm ausgestreckt und eine Pirouette gedreht: "Ich nehme alles!" Zwar hat Siegel mit seinen 80 Jahren sich nicht rasend im Kreis gedreht, aber eben doch fast alles gekauft: "Man muss schnell sein, um Träume zu verwirklichen."

Salon Moët & Chandon schließt nach über 40 Jahren in München

Natürlich war die Sache auch traurig, denn München verliert durch die Kündigung der Immobilienbesitzerin einen exzentrischen Ort, den der Münchner Set-Designer Zehetbauer – Siegel: "Ach, der liebe Rolf" – 1982 für den "Champagnerbotschafter" Henri François-Poncet hier im Lehel entworfen hat. Das benachbarte Gandl hat den Salon dann seit 25 Jahren weitergeführt – bis zur jetzigen Kündigung.

Der Salon Moet Chandon am St. Anna Platz mit seiner Belle Époque Bar, die jetzt wegen Kündigung aufgegeben werden muss. Michael von Hassel hat sie für die AZ fotografiert.
Der Salon Moet Chandon am St. Anna Platz mit seiner Belle Époque Bar, die jetzt wegen Kündigung aufgegeben werden muss. Michael von Hassel hat sie für die AZ fotografiert. © Michael von Hassel

Salon-Interieur: Was die Komponisten-Legende alles gekauft hat

Laura Siegel suchte sich noch einen großen neobarocken Spiegel aus (400 Euro), selbst die chinesische Bodenvase ("nur 350 Euro", wie Restaurantbetreiber Alexander Lutz feststellte) ging an Siegel, ein paar französische Schau-Flaschen von Moët & Chandon, zum Teil aus vorrevolutionärer Zeit. Als dann weitere Interessenten – wie der Direktor des Deutschen Theaters, Thomas Linsmayer – und Neugierige auftauchten, war alles vollgeklebt mit "Ich gehöre:"-Etiketten, ergänzt mit: "Ralph Siegel".

Ende März eröffnet Ralph Siegel (Mitte) sein neues Restaurant "Meson Bahía – Restaurant Musical by Mister Eurovision Ralph Siegel" in Spanien. Mit dabei: die Dschinghis-Khan-Neuformation.
Ende März eröffnet Ralph Siegel (Mitte) sein neues Restaurant "Meson Bahía – Restaurant Musical by Mister Eurovision Ralph Siegel" in Spanien. Mit dabei: die Dschinghis-Khan-Neuformation. © Karin Schötz

Für sein neues Lokal: Das braucht Ralph Siegel alles noch

"Irgendwie ist es auch schön, wenn alles zusammenbleibt", meint Lutz. Denn Siegel will das Ganze nach Spanien bringen, wo sein neues Restaurant um eine Bar erweitert wird.

Das Problem: Siegel hätte auch gerne die verbaute Ausstattung – die Wandspiegel und Vertäfelungen, den exzentrischen Großleuchter, die Polsterecken. Die gehören aber der Hauseigentümerin. Doch wenn die hier eine Kanzlei einziehen lassen will, hat Siegel vielleicht noch gute Chancen, das Ganze auszulösen, um es an die Costa Dorada zu bringen.

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