Nach pietätlosen Kommentaren zu Aiwangers Tod: Monika Gruber platzt der Kragen

Der Tod von Hubert Aiwanger hat zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Die meisten bekundeten ihr Beileid. Einige aber reagierten mit Hohn und Spott auf das plötzliche Ableben des bayerischen Politikers.
André Wagner |
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Monika Gruber hat kein Verständnis für Spott und Häme im Netz nach Hubert Aiwangers Tod.
Monika Gruber hat kein Verständnis für Spott und Häme im Netz nach Hubert Aiwangers Tod. © imago/Smith

Der überraschende Tod von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (55), der am Mittwochabend leblos in einem Berliner Hotel aufgefunden wurde, hat eine Welle von Beileidsbekundungen ausgelöst. 

Allerdings sind in den Sozialen Medien auch zahlreiche pietätlose und hämische Kommentare auf den Tod des Freie-Wähler-Politikers zu finden. So kommentierte ein Politiker des Grünen-Ortsverbands im nordrhein-westfälischen Hilden die Nachricht vom Tod Aiwangers mit den Worten: "Der Tag wird immer besser". Der Beitrag, der mittlerweile gelöscht wurde, wurde heftig kritisiert. Der Ortsverband hat sich ausdrücklich von der pietätlosen Äußerung seines Parteimitglieds distanziert.

Verwirrung gab es um ein Posting des X-Accounts mit dem Namen "linksjugend solid saarland". Darin war zu lesen: "Auch wenn ich mit Aiwanger nie einer Meinung war: So ein Ende hat niemand verdient. Besoffen kopfüber im vollen Dixi-Klo gelandet und in Fäkalien erstickt. Sein Leben war schon tragisch und absurd genug, es hätte nicht auch noch so enden müssen." 

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"Troll-Account": Linksjugend Saar distanziert sich von X-Posting

Doch kam dieser hämische Kommentar wirklich von der Linksjugend Saar? Eine LJ-Sprecherin der teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage schriftlich mit: "Dieser Account ist nicht von uns." Es handle sich um einen "Troll-Account". Damit würden Linksjugend-Mitglieder außerhalb des Saarlands versuchen, der Linksjugend Saar zu schaden, weil sie diese wegen ihrer "israelsolidarischen Position verachten", so die Sprecherin weiter.

Mittlerweile hat der X-Account, der sich selbst als Satire-Account bezeichnet, den Namen geändert und heißt nun "stinkjugend solid @ zitternd wegen buko".

Ebenfalls pietätlos reagierte die Satire-Partei "Die Partei". Nur wenige Stunden nachdem der Tod von Hubert Aiwanger bekannt wurde, veröffentlichte Partei auf Instagram einen Post mit der Schlagzeile "Aiwanger doch nicht tot!". Darunter stand das fiktive, im bayerischen Dialekt verfasste Zitat: "De Berichte san falsch. I leb no. Des war scho wieda bloß mei Bruada." 

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Der Post, der eine Anspielung auf die Flugblatt-Affäre von 2023 sein soll, bei der sich Aiwangers Bruder als Urheber eines antisemitischen Schreibens bezichtigt hatte, stieß im Netz auf massives Entsetzen und wurde parteiübergreifend als geschmacklos und abartig verurteilt.

Auch der Satiriker El Hotzo (Sebastian Hotz,30) geriet für einen geschmacklosen Kommentar in die Kritik. Auf der Plattform X postete der 30-Jährige: "Die Horrornachrichten reißen nicht ab. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sei lebend in München aufgefunden worden."

In Form eines ironischen Entschuldigungsschreibens legte der Satiriker nach, in dem er scheinbar Abstand von seinem geschmacklosen Witz nahm, dies allerdings mit weiteren satirischen Seitenhieben verband. 

"Hoit’s eia Bappn!": Monika Gruber geht mit pietätlosen Kommentaren hart ins Gericht

Jemand, der für solche pietätlosen und hämischen Kommentare im Falle des Todes einer Person überhaupt kein Verständnis hat, ist Kabarettistin Monika Gruber (55), die in einem Instagram-Video hart mit dem Grünen-Politiker und dem Satiriker El Hotzo ins Gericht geht.

Anzeige für den Anbieter Instagram Reel über den Consent-Anbieter verweigert

Die 55-Jährige macht deutlich, dass Anstand und Respekt gegenüber anderen Menschen für sie nicht verhandelbar seien – unabhängig davon, ob diese noch leben oder bereits gestorben sind. Zugleich stellt sie die Frage, ob die Gesellschaft inzwischen an einem Punkt angekommen sei, an dem selbst solche Äußerungen ohne Konsequenzen blieben.

Am Ende des Clips, den Gruber mit "Wenn selbst der Tod zur Pointe wird, ist uns vielleicht mehr abhandengekommen als nur der gute Geschmack" kommentierte, richtet die Kabarettistin einen unmissverständlichen Appell an die Urheber der pietätlosen Beiträge: "Wenn ihr nichts Anständiges, nichts Respektvolles zu sagen habt in so einem Fall, dann hoit’s eia Bappn!"

Gruber erfuhr nach Auftritt im Circus Krone von Aiwangers Tod

Gruber, die den Politiker seit Jahren persönlich kennt und in der Öffentlichkeit mehrfach an seiner Seite auftrat, erfuhr von Aiwangers Tod, wie sie zu Beginn des Videos erzählt, nachdem sie gerade die Bühne im Münchner Circus Krone verlassen hatte. Ihr Team stand im Halbkreis zusammen und hatte die 55-Jährige über den plötzlichen Tod des 55-jährigen Politikers informiert.

Die Nachricht habe sie völlig unvorbereitet getroffen, so die 55-Jährige. Grubers erster Gedanke war "Oh Gott, der arme Hubert", der zweite "Meine Güte, die Familie, die Eltern, die Söhne, die Frau". Sie dachte an das unfassbare Leid und den schweren Verlust, den die Familie nun verkraften müsste. 

Umso weniger Verständnis habe sie für Menschen, die den Tod zum Anlass für Spott nähmen. "Manchmal frage ich mich, ob unsere Gesellschaft an einem Punkt ist, wo wir einfach untergehen müssen, weil es so nicht geht", so Monika Gruber.

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  • Padige vor 22 Minuten / Bewertung:

    Links grün ver... Keine weiteren Fragen, euer Ehren.

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  • ClimateEmergency vor 59 Minuten / Bewertung:

    "Wenn ihr nichts Anständiges, nichts Respektvolles zu sagen habt in so einem Fall, dann hoit’s eia Bappn!"

    Bitte nimm dir die eigenen Wort zu Herzen Frau Gruber.

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  • Bluto vor einer Stunde / Bewertung:

    Ich habe schon vereinzelt von diesen Entgleisungen gehört. Aber zum Glück gibt es ja die AZ, dir sie auch einem breiteren Publikum in epischer Ausführlichkeit zur Kenntnis bringt.

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