Nach München-Flop: Welchen Fehler Heidi Klum jetzt vermeiden muss

Auch 2026 möchte Heidi Klum im Hofbräuhaus anstoßen: Nachdem das "HeidiFest" im vergangenen September auf ProSieben keine hohen Einschaltquoten erzielen konnte, wird es in diesem Jahr von RTL ausgestrahlt. Wieso sich der Senderwechsel auszahlen könnte – und wann der Flop vorprogrammiert ist.
von  Eva Meeks
2026 feierte Heidi Klum zum ersten Mal ihr "HeidiFest" im Hofbräuhaus. Die Einschaltquoten fielen eher mittelmäßig aus.
2026 feierte Heidi Klum zum ersten Mal ihr "HeidiFest" im Hofbräuhaus. Die Einschaltquoten fielen eher mittelmäßig aus. © imago/Breuel-Bild

Ein Marktanteil von nur 5,9 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen: Die Einschaltquoten vom ersten "HeidiFest" waren 2025 für ProSieben eher enttäuschend ausgefallen. Ob Gastgeberin Heidi Klum (53) heuer bei RTL mehr herausholen wird? Ein Experte erklärt in der AZ, unter welchen Voraussetzungen das gelingen kann.

Heidi Klum feiert zweites "HeidiFest": "RTL bekommt nun die Chance"

"Ein Senderwechsel allein macht aus einem Flop noch keinen Hit", weiß PR-Profi Ferris Bühler. "Aber Heidi Klum abzuschreiben, wäre mindestens genauso mutig. Sie versteht wie kaum jemand, aus ihrer Person ein Ereignis zu machen, und Aufmerksamkeit ist heute fast genauso wichtig wie die klassische Einschaltquote." Der Experte betont, dass das Problem beim ersten "HeidiFest" nicht die Gastgeberin selbst, sondern das Format war: "Es wirkte wie eine sehr lange Party, zu der wir alle eingeladen waren, aber bei der wir irgendwann nicht mehr wussten, warum wir eigentlich noch bleiben sollten."

RTL habe nun die Gelegenheit, aus den Fehlern der Konkurrenz zu lernen: "RTL bekommt nun die Chance, daraus ein echtes TV-Event zu machen. Gelingt das, kann der Sender aus dem vermeintlichen Flop durchaus einen Überraschungserfolg machen." Ferris Bühler warnt jedoch: "Wird hingegen einfach dasselbe Fest mit einem RTL-Logo versehen, dürfte auch das Resultat ziemlich ähnlich aussehen."

Im Münchner Hofbräuhaus schunkelte Heidi Klum (li.) mit ihren Liebsten zu bekannten Schlagerhits. Das Ergebnis: Gute Stimmung, mittelmäßige Einschaltquote.
Im Münchner Hofbräuhaus schunkelte Heidi Klum (li.) mit ihren Liebsten zu bekannten Schlagerhits. Das Ergebnis: Gute Stimmung, mittelmäßige Einschaltquote. © BrauerPhotos/S.Brauer

Medienexperte zur AZ: "Heidi geht einfach mal kurz fremd"

Doch wer zog letztendlich die Reißleine? War es ProSieben oder das Topmodel selbst? "Ich vermute, dass hier beide Seiten ziemlich gut mit der Trennung leben können", erklärt Ferris Bühler. "Für ProSieben waren die Quoten schlicht zu schlecht, um bei einer Fortsetzung automatisch 'Hurra' zu schreien. Heidi wiederum ist Unternehmerin genug, um ein Format, an das sie glaubt, nicht nach dem ersten Versuch zu beerdigen. Dass sie das 'HeidiFest' unbedingt weiterführen wollte, hatte sie bereits Anfang des Jahres öffentlich klargemacht."

Der Medienexperte meint daher: "Wenn ProSieben dabei nicht mehr mitfeiern wollte und RTL die Tür geöffnet hat, ist der Wechsel eigentlich die logische Konsequenz." Ferris Bühler findet es allerdings wichtig, zu betonen: "Das ist keine Scheidung zwischen Heidi und ProSieben. Mit ihrem Erfolgsformat 'Germany's Next Topmodel' bleibt sie eines der wichtigsten Gesichter des Senders. Beim 'HeidiFest' geht Heidi in meinen Augen einfach mal kurz fremd."

PR- und Medienexperte Ferris Bühler glaubt nicht, dass Heidi Klum dauerhaft zu RTL wechseln wird. In der AZ spricht er über das bevorstehende zweite "HeidiFest".
PR- und Medienexperte Ferris Bühler glaubt nicht, dass Heidi Klum dauerhaft zu RTL wechseln wird. In der AZ spricht er über das bevorstehende zweite "HeidiFest". © Thomas Buchwald

Zweites "HeidiFest": Was Heidi Klum und RTL anders machen sollten

Die Reaktionen auf den Senderwechsel waren durchwachsen ausgefallen. Der "Spiegel" bezeichnete die Entscheidung von RTL beispielsweise als "Verzweiflungstat". Ferris Bühler stellt in der AZ diesbezüglich klar: "Eine Verzweiflungstat wäre es für mich erst dann, wenn RTL glaubt: 'Wir kaufen Heidi Klum, stellen ein paar Promis ins Hofbräuhaus, und die Quote kommt automatisch hinterher'."

Sofern der Kölner Privatsender gewisse Punkte beherzige, sei ein Erfolg nicht ausgeschlossen: "RTL muss aus dem 'HeidiFest' eine Show machen, über die am nächsten Morgen alle reden wollen. Dafür braucht es Überraschungen, starke Gäste, schnelles Tempo, Humor und vor allem Momente, die auch auf TikTok und Instagram funktionieren. Die Party im Hofbräuhaus ist dabei nur die Kulisse. Die eigentliche Show muss in den Köpfen und auf den Smartphones der Menschen stattfinden", so Medienexperte Bühler zur AZ.

Zum ersten "HeidiFest" freute sich Klum über die Unterstützung von Familie und prominenten Musik-Gästen. Was sie sich wohl beim zweiten Versuch einfallen lassen wird?
Zum ersten "HeidiFest" freute sich Klum über die Unterstützung von Familie und prominenten Musik-Gästen. Was sie sich wohl beim zweiten Versuch einfallen lassen wird? © imago/Future Image

In die verantwortlichen Parteien setzt Ferris Bühler prinzipiell Vertrauen: "Wir alle wissen ganz genau, dass Heidi Klum Aufmerksamkeit beherrscht. RTL hingegen kann große Unterhaltung." Daher resümiert der Experte: "Wenn beide ihre Stärken zusammenbringen, kann das funktionieren. Wenn es aber nur noch größer und noch lauter wird, könnte aus dem 'HeidiFest' schnell wieder ein 'HeidiFlop' werden."

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