Michael Mittermeier spricht über "verbotenen" Witz: Deutliche Reaktion von Thomas Gottschalk

Michael Mittermeier steht seit vier Jahrzehnten auf der Comedy-Bühne und hat für unzählige Lacher gesorgt. Auf einen Witz ist der Kabarettist bis heute besonders stolz – auch wenn er diesen offiziell niemals hätte reißen dürfen. Nun verrät er, dass es ausgerechnet Thomas Gottschalk war, der ihn zu den umstrittenen Worten ermutigt hat.
Eva Meeks
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Michael Mittermeier und Thomas Gottschalk verbindet ein besonderer Comedy-Moment aus "Wetten, dass..?"-Zeiten.
Michael Mittermeier und Thomas Gottschalk verbindet ein besonderer Comedy-Moment aus "Wetten, dass..?"-Zeiten. © imago/APressInternational/breuel-bild

Michael Mittermeier (60) zählt zu den erfolgreichsten Kabarettisten Deutschlands: Dass man mit Comedy auch mal anecken kann, nimmt der gebürtige Bayer in Kauf. Denn er ist überzeugt davon, einen Witz erzählen zu müssen, an den man fest glaubt. Auf welchen mutigen Bühnenmoment er besonders stolz ist und was dieser mit "Wetten, dass..?"-Legende Thomas Gottschalk (75) zu tun hatte – Mittermeier plaudert jetzt aus dem Nähkästchen.

"Wetten, dass..?" 2009: Michael Mittermeier scherzte über Tom Cruise

In über 40 Jahren Bühnenkarriere hat Michael Mittermeier unzählige Witze gerissen. Einer ist ihm dabei besonders in Erinnerung geblieben, wie er jetzt in der "NDR Talk Show" erzählt: "Das war einer der besten Jokes, die ich je gemacht habe. Ich kann mich noch erinnern, das war bei 'Wetten, dass..?'", so Mittermeier über die Show im Jahr 2009. "Und da war Tom Cruise da." Der Hollywood-Star und der Kabarettist waren also zeitgleich bei Thomas Gottschalk zu Gast. Doch was hat Mittermeier damals für einen Witz erzählt?

Er erklärt, sich im Vorfeld sehr über Tom Cruise geärgert zu haben: Dieser hatte nämlich in Interviews behauptet, hätte er zur NS-Zeit gelebt, definitiv einen Mordversuch gegen Adolf Hitler vorgenommen zu haben. Eine gewagte These – und ein Affront gegenüber der Widerstandskämpfer, die damals tatsächlich alles riskiert haben, so Mittermeier. Also schrieb der Komiker einen Witz, der sich gegen Tom Cruise und seine Verbindung zu einem umstrittenen Kult richtete: "Mir würde es schon reichen, wenn er den Führer von Scientology erschießt", hieß es damals in Mittermeiers "Wetten, dass..?"-Auftritt.

2009 war Tom Cruise bei "Wetten, dass..?" zu Gast. Der Schauspieler gehört der Scientology-Organisation an, die nicht gerade für ihre Selbstironie bekannt ist.
2009 war Tom Cruise bei "Wetten, dass..?" zu Gast. Der Schauspieler gehört der Scientology-Organisation an, die nicht gerade für ihre Selbstironie bekannt ist. © imago/SvenSimon

Michael Mittermeier: Rückendeckung von Thomas Gottschalk

Dass sich der Komiker damals traute, den Witz tatsächlich während der Live-Show zu reißen, war nicht selbstverständlich. Denn vom Sender hatte er zuvor einen Maulkorb verpasst bekommen: "Ich habe einen Text eingeschickt, der war hart. Und den haben sie mir verboten." Als er den Witz dennoch bei der Probe vortrug, hatte er die Lacher auf seiner Seite – doch das Produktionsteam meinte weiterhin: "Kannst du nicht machen. Tom Cruise, wenn er da auf der Couch sitzt, das geht nicht."

Also ging Michael Mittermeier zu Thomas Gottschalk höchstpersönlich und warnte den Show-Master vor: "Pass auf, ich glaube, das wird meine letzte 'Wetten, dass..?'-Sendung, weil ich MUSS die Nummer machen." Der Moderator ermutigte seinen Studiogast heimlich dazu, den Witz dennoch zu reißen: "Weißt du was? Ist ja live, können sie eh nicht schneiden. Du bist ein Comedian", soll Gottschalk ihm vor der großen Show geraten haben.

2009: Thomas Gottschalk stand hinter Michael Mittermeier und dem Witz, der auf Kosten von Tom Cruise ging.
2009: Thomas Gottschalk stand hinter Michael Mittermeier und dem Witz, der auf Kosten von Tom Cruise ging. © imago/SvenSimon

Mit prominenter Rückendeckung zog Michael Mittermeier also sein Comedy-Programm durch. Tom Cruise, der noch vor dem Auftritt die Bühne verließ, soll den Kabarettisten damals sogar backstage konfrontiert haben: "Es ist wirklich wahr, das war wirklich scary", erinnert sich Mittermeier an den Moment zurück, als der Scientologe ihm gegenüberstand. Doch vermutlich wird es den Bayer immer mit Stolz erfüllen, sich 2009 nicht einschüchtern lassen zu haben – weder von Mitarbeitern der Show-Redaktion, noch von einem großen Hollywood-Schauspieler.

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  • Der wahre tscharlie vor einer Stunde / Bewertung:

    2009 war ja L.Ron Hubbard schon lange verstorben.

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