Metal-Sänger Chris Harms: Bei Ammer-Party fast von Handgranate getötet
Diese Nacht wird Chris Harms (43) niemals vergessen: Bei einer Party von Michael Ammer am 29. April 2000 wurde der Sänger der Band "Lord of the Lost" Opfer eines Attentats.
Chris Harms: Granatkugeln trafen ihn auf der Ammer-Party
In der Hamburger Promi-Disco "J's" wurde damals ausgelassen gefeiert – bis die Bombe hochging. Rund 1.500 Gäste waren in diesem Moment noch vor Ort, unter ihnen Chris Harms.
Gegenüber "Bild" schildert der Sänger, wie er die Katastrophe erlebt hat: "Es war ca. drei Uhr morgens, als es plötzlich im VIP-Bereich einen hellen Blitz und einen lauten Knall gab. Ich merkte, dass mich irgendwelche Teile trafen, im Rücken und in den Beinen. Das waren Querschläger der Granatkugeln, die von allen Seiten kamen. Ich dachte, irgendein Scheinwerfer sei explodiert, und versuchte herauszurennen. Dabei merkte ich, dass ich kaum gehen konnte und immer wieder zusammenbrach. Beim Blick zurück merkte ich, dass ich eine Blutspur hinter mir herzog. Dann bin ich ohnmächtig geworden."
Später ergaben die Ermittlungen der Polizei, dass die Handgranate vom Täter zwischen den Polstern einer Sitzecke im VIP-Bereich platziert wurde. Gastgeber Michael Ammer hatte die Disco vor dem Anschlag bereits verlassen – zusammen mit weiteren Gästen, darunter Til Schweiger und Jenny Elvers.
Nach Attentat: "Meine Musik hat mir geholfen"
Neun Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Chris Harms hat es schlimm erwischt, doch der Sänger überlebte: "Ich hatte 30 Granatsplitter im Rücken und in den Beinen. Im Krankenhaus wurden mir dann die schlimmsten Kugeln entfernt, eine zwischen den Rippen in Herz-Nähe. Ich musste für zwei weitere OPs einen Monat ins Krankenhaus. Ich habe bis heute ca. 20 dieser kleinen Kugeln im Körper, die sich verkapselt haben."
Die Kugeln sind jedoch nicht das einzige Überbleibsel dieser Nacht: "Das Attentat war der Startschuss für mich, depressive Musik zu machen. Ich war für lange Zeit psychisch so angeschlagen, dass ich ein Ventil benötigte, um mich meinen Ängsten stellen zu können und diese zu verarbeiten. Meine Musik hat mir dabei geholfen."
Wie genau das klingt zeigt Chris Harms mit seiner Band "Lord of the Lost" beim ESC-Vorentscheid am 03. März.
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