Meret Becker lehnte vor 20 Jahren eine Tatort-Rolle ab

Meret Becker ist am Sonntagabend im Münchner "Tatort" zu sehen. Hier spricht sie über ungewöhnliche Familienverhältnisse und freizügige Filmszenen gesprochen.
| (ala/spot)
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Meret Becker als Liz Bernard
BR/Frederic Batier Meret Becker als Liz Bernard

Meret Becker ist am Sonntagabend im Münchner "Tatort" zu sehen. In dem Krimi von Dominik Graf spielt sie Liz, die tief in den aktuellen Fall von Leitmayr und Batic verstrickt zu sein scheint. Mit der Nachrichtenagentur spot on news hat sie über ungewöhnliche Familienverhältnisse und freizügige Filmszenen gesprochen.

München - Im Münchner "Tatort: Aus der Tiefe der Zeit", der am heutigen Sonntag um 20:15 Uhr im Ersten läuft, geht es um die Familie Holzer. Magda Holzer (Erni Mangold) residiert in ihrer Villa an der Isar, zusammen mit Liz, gespielt von Meret Becker (44), die mit den beiden Söhnen von Magda ein Verhältnis eingegangen ist. Einer der beiden ist jetzt tot - und dieser Umstand ruft die Ermittler Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec) auf den Plan... Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht Becker über ihre Rolle, nackte Haut und darüber, wie sie schon einmal fast beim "Tatort" gelandet wäre.

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Im "Tatort: Aus der Tiefe der Zeit" spielen Sie Liz Bernard, die von der Zirkusartistin Magda Holzer wie eine Tochter großgezogen wurde. Wie war die Zusammenarbeit mit ihrer Kollegin Erni Mangold?

Meret Becker: Herrlich, es war mir eine großer Ehre. Erni ist eine Grand Dame mit einer enormen Lebensweisheit. Es war ohnehin eine Traumbesetzung für einen "Tatort".

Magda Holzer führt die Familie und ihre Angestellten als Matriarchin. Ihre Figur Liz hatte mit den beiden Adoptivbrüdern Florian und Peter ein Verhältnis. Ist es schwer, sich als Schauspielerin in so ungewöhnliche familiäre Verhältnisse hineinzudenken?

Becker: Am Anfang habe ich mich gefragt, wie kann das alles erlaubt sein. Ich komme ja selbst aus einer Familie, in der viel erlaubt ist und die Grenzen weit gesteckt sind. Aber eine solche Offenheit hat mich dennoch erstaunt.

Inwiefern haben Sie sich an Ihre eigene Familie erinnert gefühlt?

Becker: Die Tatsache, dass sehr viel möglich ist und Menschen sehr eigenwillig und unterschiedlich sind und trotzdem wie Pech und Schwefel zusammenhalten, das kenne ich aus meiner Familie und konnte das gut nachvollziehen. Ich habe außerdem auch eine Familie, die nicht unbedingt Blutsverwandtschaft bedeutet, aber es fühlt sich so an, als wäre es so und der Zusammenhalt reicht bis in den Tod. Und das ist ja auch im Film der Fall.

Als Liz sind Sie im "Tatort" nicht nur leicht bekleidet zu sehen, im Vernehmungsraum zeigen Sie einen Spagat. Haben Sie sich für diese Rolle auch speziell körperlich fit gemacht?

Becker: Ich mache ja auch artistische Programme, daher bin ich in dieser Hinsicht fit, den Spagat habe ich allerdings davor geübt.

Hatten Sie Schwierigkeiten damit, viel nackte Haut zu zeigen?

Becker: Ja, denn ich bin überhaupt kein Nackedei, aber manchmal hilft es nichts und man kommt nicht drum herum. Da war Überwindung nötig. Mit einem Regisseur wie Dominik Graf gehe ich aber sehr weit mit, weil ich weiß, dass er Visionen hat und stimmige Bilder herstellt und dazu gehören eben auch exzessive Dinge.

Liz taucht im "Tatort" ständig mit neuen Perücken auf. Erfinden Sie sich auch privat gerne immer wieder neu?

Becker: Ich bin sehr wandelbar und muss mich auch Menschen, die mich schon jahrzehntelang kennen, immer wieder neu vorstellen. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich immer wieder neu erfinden muss. In diesem Fall passt es aber zu diesem seltsam collagenhaften Drehbuch.

Jenseits von Oktoberfest und Viktualienmarkt wird München in "Aus der Tiefe der Zeit" als eine Stadt gezeigt, in der alte Viertel umstrukturiert werden, um Platz für Luxuswohnungen zu schaffen. Haben Sie sich mit diesem Thema zuvor schon beschäftigt?

Becker: Ich bin aus Berlin-Kreuzberg und dort existiert exakt das gleiche Problem. Ich kannte die Fakten in München nicht, aber mit der Grundproblematik bin ich vertraut. Ich musste auch aus einem alten Haus raus und wohne jetzt in einem anderen alten Haus. Ich wohne nicht in so einer Luxuswohnung. Seit 20 Jahren bin ich mittlerweile dort. Inzwischen ist es zum neuen Trendviertel geworden und geht langsam kaputt.

Schauen Sie selbst gerne "Tatort"?

Becker: Ich bin kein "Tatort"-Gucker, aber ich bleibe manchmal hängen, zum Beispiel beim Münchner "Tatort". Deshalb ist es toll, jetzt diese Rolle in dieser Besetzung spielen zu dürfen.

Wie fänden Sie es, wenn man Ihnen nun eine Rolle als "Tatort"-Ermittlerin antragen würde?

Becker: Das Lustige ist, dass man das schon mal gemacht hat, als ich Anfang 20 war und ich habe abgelehnt. Danach wurde ich 20 Jahre nicht gefragt, ob ich im "Tatort" mitspiele.

Wieso haben Sie abgelehnt?

Becker: Es war jedenfalls keine Arroganz, ich weiß auch nicht, wie meine Antwort heute ausfallen würde. Damals war mein Freiheitsdrang zu groß. Ich wollte reisen, Musik und Kino machen.

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