Kinderarbeit-Prozess bei Angelo Kelly: Er muss 3.000 Euro zahlen

Der damals vierjährige Sohn von Sänger Angelo Kelly stand für eine Gesangseinlage auf der Bühne - und handelte dem Vater jetzt Ärger ein. Behörden sehen einen Verstoß gegen das Gesetz. War es Kinderarbeit? Kelly muss eine Geldstrafe zahlen.
| AZ/dpa
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Angelo Kelly bei einem Auftritt.
Angelo Kelly bei einem Auftritt. © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Haßfurt - Der Musiker Angelo Kelly muss wegen eines Bühnenauftritts seines jüngsten Sohnes ein Bußgeld in Höhe von 3.000 Euro zahlen.

"Bei diesem Auftritt stand das Kind William für mindestens 30 Minuten auf der Bühne, hat dort mitgespielt, mitgesungen und außerdem ein eigenes Lied interpretiert. Dabei handelt es sich um eine Beschäftigung im Sinne des Jugendarbeitsschutzgesetzes", sagte der Richter am Freitag vor dem Amtsgericht Haßfurt. Das Urteil ist nicht rechtkräftig. Angelo Kelly und sein Anwalt kündigten an, Rechtsmittel einzulegen.

Kinderarbeit bei Angelo Kelly? Das sagt der Musiker dazu

"Als Vater ist mir das Wohlbefinden meiner Kinder am Allerwichtigsten", äußerte sich Angelo Kelly nach der Urteilsverkündung über seinen Facebook-Account. Vor Gericht musste der 39-Jährige nicht erscheinen. "William war und ist bei unseren Shows zu keiner Zeit verpflichtet mit uns aufzutreten. Wenn er es tat, dann nur, weil er es wollte."

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"Wir halten das Urteil rechtlich für falsch", sagte Kellys Anwalt. "Es ist doch fernliegend, dass ein kurzweiliger Bühnenbesuch im Beisein der Mutter und der Geschwister bei einem Konzert des eigenen Vaters mit einer kleinen, spontanen und freiwilligen musikalischen Aktivität eine 'Beschäftigung' darstellen soll."

Angelo Kelly wehrte sich gegen das Bußgeld von 5.000 Euro

Der Musiker hatte im Oktober von der Regierung von Unterfranken einen Bußgeldbescheid in Höhe von 5.000 Euro erhalten, weil im Sommer 2019 sein damals vierjähriger Sohn William im Rahmen eines Open-Air-Konzert auf Schloss Eyrichshof bei Ebern in Unterfranken auf der Bühne stand. Kelly wehrte sich gegen den Bescheid und legte Einspruch ein.

Das Vorgehen des Gewerbeamts war dem Richter zufolge nicht unverhältnismäßig gewesen, sondern ein "Paradebeispiel" für einen Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz.

Danach können Kinder über drei bis sechs Jahre bei Musikaufführungen zwar mit behördlicher Ausnahme bis zu zwei Stunden täglich gestaltend mitwirken und an Proben teilnehmen - aber nur in der Zeit von 8 bis 17 Uhr. Williams Auftritt endete den Behörden zufolge allerdings um 20.20 Uhr.

Kelly-Anwalt: "Sohn konnte stets selbst entscheiden"

Laut Kellys Anwalt Julian Ackermann ging es um kurze Bühnenbesuche von William im Beisein seiner Eltern und Geschwister. "William konnte stets selbst entscheiden, ob er auf die Bühne möchte und ob er mitsingen oder auf seiner Kindergitarre mitklimpern möchte."

Angelo Kelly führt als Vater eine Tradition fort: Mit "Angelo Kelly & Family" musiziert er mit seinen fünf Kindern und seiner Frau Kira - für die er mit 13 Jahren den Welthit "I can't help myself" schrieb.

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