Katia Saalfrank: Was macht die "Supernanny" heute?

Für ihre Erziehungstipps im TV wurde Katia Saalfrank gefeiert und kritisiert. Vor zehn Jahren lief die letzte Folge der RTL-Sendung "Die Supernanny", seitdem ist es still um die Pädagogin geworden. Was macht "Supernanny" Katia Saalfrank heute und wie sieht sie rückblickend die Show?
| Sven Geißelhardt
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Mit "Die Supernanny" wurde Katia Saalfrank deutschlandweit bekannt. Heute hat sie sich jedoch aus dem TV zurückgezogen.
Mit "Die Supernanny" wurde Katia Saalfrank deutschlandweit bekannt. Heute hat sie sich jedoch aus dem TV zurückgezogen. © IMAGO / Future Image

Sieben Jahre lang unterstützte Katia Saalfrank mit der Doku-Sendung "Die Supernanny" überforderte Eltern. Doch im November 2011 war plötzlich Schluss. Was ist passiert? Und was macht die Pädagogin heute?

Lob und Kritik für Katia Saalfrank als "Supernanny"

"Die Supernanny" war ein TV-Konzept, das ursprünglich aus Großbritannien stammte. In jeder Folge besuchte Katia Saalfrank eine Familie und stand mit Rat und Tipps in Erziehungsfragen zur Seite. Doch das Zurschaustellen von problematischen Kindern und Jugendlichen wurde von einigen Zuschauern negativ gesehen.

2005, ein Jahr nachdem die RTL-Show gestartet war, erhielt Katia Saalfrank den "Preis der beleidigten Zuschauer". Der Medienpreis war ein von Fernsehkritiker Augustus Hofmann verliehener Negativpreis. Der Grund dafür war "die Verletzung der Würde von Kindern durch Vorführen in Extremsituationen". Allerdings wurde die Pädagogin für ihre TV-Arbeit 2007 auch mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Bester TV Coach" ausgezeichnet.

"Supernanny"-Aus für Katia Saalfrank: Deshalb wurde die Sendung eingestellt

Auch wenn die RTL-Sendung und die darin gezeigten Erziehungsmethoden beim Publikum polarisierten, war die Show sehr erfolgreich. 2011 war jedoch Schluss. Mehreren Medienberichten zufolge sei Katia Saalfrank nicht mit den Änderungen von RTL einverstanden gewesen, mehr Scripted-Reality einfließen zu lassen.

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2017 widersprach die Pädagogin im Interview mit dem "Tagesspiegel" diesen Gerüchten. "Da ist ein falscher Eindruck entstanden und viel spekuliert worden. Klarstellend ist zu sagen: In dem Format wurde nie gescripted, es wurden nie Anweisungen gegeben, wir hatten keinerlei Drehbücher", sagte sie dazu.

Über das Ende von "Die Supernanny" erklärte sie: "Im achten Jahr hatte ich nun das Gefühl, dass eine weitere Entwicklung in diesem Format für mich nicht mehr möglich ist. Der Druck ist hoch. Da wächst die Geschwindigkeit, mit der man arbeiten soll, es gibt schnellere Schnitte, Wiederholungen drastischer Szenen in Zeitlupe oder Großaufnahmen von traurigen Kinderaugen, außerdem hinterlegte Musik, eine Art unnötiger Dramatik, gerade bei den zwölf sehr schwierigen Familien in der letzten Staffel."

Das macht Katia Saalfrank heute

Seit dem "Supernanny"-Aus ist Katia Saalfrank nur noch selten im TV zu sehen. 2013 lief im WDR eine Pilotfolge der Sendung "Expedition Familie", die jedoch wegen zu niedriger Einschaltquoten nicht weiter produziert wurde. 2018 stand sie für die Sat.1-Show "Jetzt helfen wir Ihnen! – Die Problemlöser im Einsatz" vor der Kamera.

Auch wenn Katia Saalfrank nicht mehr als TV-"Supernanny" aktiv ist, arbeitet sie heute trotzdem weiterhin im Bereich der Pädagogik. In Berlin führt sie eine private Praxis und bietet dort pädagogische Beratung und Eltern- und Familiencoaching an. Seit 2018 betreibt sie auch ihren eigenen Podcast "Familienrat mit Katia Saalfrank", in dem sie über Erziehung spricht.

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Privatleben von Katia Saalfrank: Hat sie einen Mann und Kinder?

Über ihr Privatleben spricht Ex-"Supernanny" Katia Saalfrank nur selten. Bekannt ist, dass sie mit ihrem Ehemann Christian vier gemeinsame Söhne hat. 2013 sagte sie gegenüber "Bild" über das Familienleben: "Mein Mann lebt ja vier Tage die Woche außerhalb von Berlin. So bin ich jetzt quasi alleinerziehend."

Kritik an "stiller Treppe": So denkt Katia Saalfrank heute über diese Methode

Als "Supernanny" wurde Katia Saalfrank vor allem für den Einsatz der "stillen Treppe" bekannt. Dabei sollten Kinder, die zu diesem Zeitpunkt außer Rand und Band waren, eine Auszeit nehmen und sich alleine auf eine Treppe oder einen Stuhl setzen.

Nach Ende der Show erklärte die Pädagogin, was sie wirklich von dieser Methode hielt. Gegenüber der "Frankfurter Rundschau" bezeichnete sie 2013 die "stille Treppe" als "destruktiv". "Das Kind wird nicht nur massiv in seiner Autonomie und Entwicklung eingeschränkt, sondern auch in seiner Persönlichkeit gekränkt", erklärte sie dazu.

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