Iris Berben erhält den Deutschen Kulturpolitikpreis 2026

Der Deutsche Kulturrat zeichnet Iris Berben mit dem Deutschen Kulturpolitikpreis 2026 aus. Gewürdigt wird ihr jahrzehntelanger Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus. Der Laudator für die Verleihung im September steht bereits fest.
von  (jom/spot)
Iris Berben wird für ihre "klare gesellschaftliche Haltung" gewürdigt.
Iris Berben wird für ihre "klare gesellschaftliche Haltung" gewürdigt. © Imago images/Future Image / Christopher Tamcke

Der Deutsche Kulturrat verleiht Iris Berben (75) den Deutschen Kulturpolitikpreis 2026. Ausgezeichnet wird die Schauspielerin für ihr jahrzehntelanges Eintreten gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus sowie für ihren Einsatz für Erinnerungskultur, jüdisches Leben und demokratische Bildung. Der Verband gab die Entscheidung am 6. August bekannt.

Überreicht wird der Preis am Donnerstag, dem 24. September, in der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Unter den Linden. Die Laudatio übernimmt der Pianist Igor Levit (39), der den Abend zugleich musikalisch gestaltet.

Ihre Bekanntheit versteht Berben laut Begründung des Kulturrats seit Langem als Verpflichtung. Sie hält Lesungen ab, sie besucht Schulen, sie stellt sich öffentlichen Diskussionen und hält Reden, in denen sie an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnert. Für die Sichtbarkeit jüdischen Lebens tritt sie ebenso ein, wie sie Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit widerspricht. "Erinnerungskultur versteht sie dabei nicht allein als Bewahrung der Vergangenheit, sondern als demokratische Aufgabe der Gegenwart", heißt es in der Mitteilung.

"Sie widerspricht, wo Schweigen bequem wäre"

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, hebt in seinem Statement genau diese Haltung hervor: "Iris Berben zeigt seit Jahrzehnten, welche gesellschaftliche Kraft Künstlerinnen und Künstler entfalten können, wenn sie ihre öffentliche Stimme auch für andere erheben." Sie widerspreche, wo Schweigen bequem wäre, und mache deutlich, "dass die Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus eine dauerhafte Aufgabe unserer Gesellschaft ist".

Zimmermann verweist zudem auf ihre Beteiligung an der Initiative kulturelle Integration. Ihr Engagement nennt er "glaubwürdig, beharrlich und von großer kulturpolitischer Bedeutung". Berben sei "eine hochverdiente Trägerin des Deutschen Kulturpolitikpreises 2026".

Von "Triangle of Sadness" bis "Deutsches Haus"

Vor der Kamera steht Berben bereits seit den 1960er Jahren. In dieser Zeit hat sie Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern durch Film- und Fernsehproduktionen begleitet und dafür zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter mehrere Goldene Kameras und Bambis. Auch als Synchron- und Hörbuchsprecherin ist sie tätig.

Zu ihren jüngeren Schauspielarbeiten zählt Ruben Östlunds Kinofilm "Triangle of Sadness", der 2022 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes die Goldene Palme gewann. Hinzu kommen die Netflix-Produktion "Paradise" und die Disney+-Serie "Deutsches Haus".

Kulturpolitisch trat sie außerdem als Präsidentin der Deutschen Filmakademie hervor. Von 2010 bis 2019 setzte sie sich in diesem Amt für die Interessen der Filmschaffenden in Deutschland ein.

Den Deutschen Kulturpolitikpreis vergibt der Deutsche Kulturrat seit 2021 für besondere kulturpolitische Verdienste. Hervorgegangen ist er aus dem "Kulturgroschen", mit dem der Verband seit 1992 kulturpolitische Lebensleistungen und Leistungen von langfristiger Tragweite geehrt hatte. 2025 hatte die ehemalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters (64, CDU) den Kulturpolitikpreis erhalten.

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