Im ZDF verteidigt Manuela Schwesig die Frührente - Moderator spricht von "Wahlkampf-Move"

"Wer viel arbeitet und viel einzahlt, darf auch eher raus": Manuela Schwesig hat sich im ZDF-Moma für den Erhalt der abschlagsfreien Frührente ausgesprochen. Die Kritik, hinter ihrer Forderung stecke Wahlkampftaktik, wies die Ministerpräsidentin als "wohlfeil" zurück.
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Manuela Schwesig stellte sich im ZDF-"Morgenmagazin" den Fragen von Philip Wortmann.
Manuela Schwesig stellte sich im ZDF-"Morgenmagazin" den Fragen von Philip Wortmann. © ZDF

In der Diskussion um die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente hat die SPD-Politikerin Manuela Schwesig im ZDF-"Morgenmagazin" deutlich Stellung bezogen. "Ich vertrete ganz klar die Auffassung, dass es bei der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren bleiben muss", sagte die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern. "Denn wir reden hier über die Frauen und Männer, die von allen am längsten eingezahlt haben."

Schwesig führte weiter aus: "Wenn man jetzt ausgerechnet diejenigen bestrafen will, die am längsten arbeiten und am längsten einzahlen, frage ich: Was ist das für ein Leistungsanreiz?" Besser solle man überlegen, wie alle anderen Erwerbstätigen länger arbeiten und einzahlen können. Denn der Durchschnitt der Deutschen zahle nur 37 Jahre in die gesetzliche Rentenkasse ein.

Zudem wies die Sozialdemokratin auf die besonderen Umstände in Ostdeutschland hin. Hier hätten die meisten Menschen nur die gesetzliche Rente zur Alterssicherung. "Mein Eindruck ist, dass sich die Rentenkommission nicht konkret auch mit der besonderen ostdeutschen Biografie beschäftigt hat", erklärte Schwesig. Dass zuletzt die CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze (Sachsen-Anhalt), Michael Kretschmer (Sachsen) und Mario Voigt (Thüringen) mit einer gleich lautenden Forderung auftraten, freue sie.

"Wahlkampf-Move"? Schwesig nennt Unterstellung "wohlfeil"

Demgegenüber hatte der Wirtschaftswissenschaftler Marcel Fratzscher gewarnt, ohne die Streichung der abschlagsfreien Frührente sei das von Experten erarbeitete Reformpaket nicht zu finanzieren. "Ohne dieses Element ist die Rentenreform tot", sagte der DIW-Chef gegenüber der "Rheinischen Post". Überdies sei die sogenannte "Rente mit 63" sozial unausgewogen. Es profitierten vor allem Männer und Besserverdienende.

Schwesig wies die Kritik an ihrer Position im ZDF zurück - und verwahrte sich auch gegen den von ZDF-Moderator Philip Wortmann zitierten Verdacht, es handle sich bei ihrer Wortmeldung um einen "Wahlkampf-Move" - Schwesig stellt sich am 20. September zur Wiederwahl. Diese Kritik sei "wohlfeil", verteidigte sich die Ministerpräsidentin. Sie kämpfe seit vielen Jahren für die Frührente und für das Prinzip: "Wer viel arbeitet und viel einzahlt, darf auch eher raus." Zudem kündigte sie Widerstand im Bundesrat an: "Für Mecklenburg-Vorpommern ist ganz klar, dass wir einem Rentenpaket, das die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren abschafft, nicht zustimmen."

Sehen Sie den ganzen Beitrag in voller Länge jederzeit bei zdf.de

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  • Himbeergselchts am 10.08.2026 09:36 Uhr / Bewertung:

    Wer viel einzahlt bekommt viel raus. Echt jetzt?
    Die höchstmögliche Rente von ca 3 200,— Euro für einzahlende Angestellte beziehen 65 Rentner, das entspricht der Durchschnittspension nichts einzahlender Politiker und Beamte
    Macht für Rentner nach 45 Beitragsjahren durchschnittlich 1 400,— Euro und das kann sich Deutschland nicht mehr leisten.
    71% für Pensionen nach 40 Dienstjahren ohne einzuzahlen sind kein Problem? Hinzu kommen für alle Abgeordneten und Beamten ein Anspruch auf volle, unbefristete Gehaltsfortzahlungen bei Krankheit, Beihilfen für Pflege und PKV, sowie teils enorme Familienzuschläge für Ehe und Kinder. Zusätzlich zum Kindergeld. Zudem zahlen Beamte und Abgeordnete 0 Sozialabgaben.
    Finanzieren müssen all das die Angestellten und Rentner.
    Zusätzlich müssen sie als Kassenpatienten GKV Beiträge für 5,5 Mio Bürgergeldempfänger finanzieren. Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
    Wie soll das gehen Frau Schwesig? Wo ist da die soziale Gerechtigkeit der Genossen geblieben?

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