Im Gespräch mit Jan Ullrich: Felix Neureuther gibt harte Zeiten und schwierige Momente zu

Für Felix Neureuther (42) ist der einstige Radsportler Jan Ullrich (52) ein großes Idol. In seinen Jugendjahren war dem Skistar kein Weg zu weit, um den Tour-de-France-Sieger bei seinen Rennen live zu erleben. Umso mehr freut sich Neureuther, Ullrich jetzt als Podcast-Gast zu haben (die Abendzeitung berichtete exklusiv). Dabei kommt ein ernstes Thema auf.
Leidenschaft wird zum Job: Felix Neureuther spricht über harte Zeiten
Von klein auf wollte Felix Neureuther Karriere als Skifahrer machen. Die Begeisterung für den Wintersport wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Seine Eltern Rosi Mittermaier (†72) und Christian Neureuther (77) machten dem jungen Felix vor, wie ein erfülltes Leben auf Skiern aussehen kann. Sein Traum wurde erfüllt. Der Bayer zeigte viel Talent und wurde schnell erfolgreich. Doch aus seiner Leidenschaft entwickelte sich über die Jahre ein hartes Geschäft. Beim Skifahren ging es prompt nicht mehr nur um Spaß und Freude, erzählt der 42-Jährige im Podcast "Pizza & Pommes".
"Schau mal, das ist dann irgendwann dein Job. Du machst das von Kindheit auf, und das wird dann dein Job." Neureuther habe viel und intensiv trainieren müssen, um auf der Piste weiterhin zu glänzen. "Im Leistungssport gibt es diese harten Zeiten", so der Bayer im Gespräch mit Ullrich und seinem Podcast-Partner Philipp Nagel. Wie es in jedem Job üblich ist, habe auch Felix Neureuther als Skirennläufer schwierige Momente erlebt.

Felix Neureuther verrät Strategie: "In Kindheit zurückversetzt"
Eines war dem 13-fachen Weltcupsieger jedoch immer wichtig. Er wollte die Freude am Skifahren bei all dem Druck und harten Training nie verlieren. Dafür ging Neureuther tief in sich und entwickelte seine ganz persönliche Strategie. "Ich musste mich dann immer wieder daran zurückerinnern. Ich habe mich in meine Kindheit zurückversetzt – als Acht-, Neun- und Zehnjähriger. Da hatte ich den Traum, Skifahrer zu werden. Was war das für eine Lebensfreude damals? Was war das für eine Unabhängigkeit? Das war einfach die pure Freude an dem Tun, an dem Sport. Und das galt es, in schwierigen Momenten wieder zurückzugewinnen."
Indem er sich diese unbeschwerte Kindheit vor Augen führte, konnte Felix Neureuther also den Blick wieder auf das Wesentliche richten. So gelang es ihm, sich auch in schwierigen Phasen die ursprüngliche Begeisterung für den Skisport zu bewahren.
Heute blickt der 42-Jährige dankbar auf seine Skikarriere zurück. Die Freude an dem Sport nahm nach all den Jahren nie ab. Seine Leidenschaft will der Vierfach-Vater auch seinen Kindern weitergeben. Mit Matilda (8), Leo (6), Lotta (4) und Mats (1) verbringt Felix Neureuther viel Zeit auf der Piste. Vor wenigen Tagen wurde sein ältester Sohn mit einer FC-Bayern-Schultüte eingeschult.