Heiner Lauterbach: "Mehr Bekloppte gibt es vermutlich beim Film"

Bevor Heiner Lauterbach Schauspieler wurde, schleppte er Gussrohre in den zehnten Stock. In einem Interview vergleicht er nun die Sitten am Bau mit denen in der Filmbranche und findet dabei deutliche Worte.
(ae/spot) |
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Vor seiner Schauspielkarriere machte Heiner Lauterbach erst einmal eine Ausbildung zum Installateur.
Vor seiner Schauspielkarriere machte Heiner Lauterbach erst einmal eine Ausbildung zum Installateur. © imago images/HMB-Media/Uwe Koch

Der Schauspieler Heiner Lauterbach (73) hat in der "Bild am Sonntag" über seine Ausbildungszeit als Installateur gesprochen und dabei zwei Arbeitswelten verglichen: die Baustelle und das Filmset. Gefragt, ob ihm häufiger ein cholerischer Meister oder ein cholerischer Regisseur begegnet sei, antwortet er: "Es gab schon ziemliche Idioten unter den Polieren. Aber mehr Bekloppte gibt es vermutlich beim Film."

In beiden Branchen habe er viel Alkoholkonsum erlebt. "Am Bau wurde ziemlich viel gesoffen. Und in der Filmbranche auch. Ich glaube, das hat sich in beiden Bereichen verändert und ist weniger geworden. Im Film in jedem Fall."

Im Winter im Rohbau

Die Ausbildung zum Installateur habe er einst weniger aus Faszination für Rohre absolviert, sondern weil sein Vater einen solchen Betrieb führte. Dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind, erfuhr Lauterbach dabei schnell. "Ich habe drei Jahre wirklich auch im Winter im Rohbau gearbeitet, eiskalt, Vier-Zoll-Gussrohre in den 10. Stock getragen. Manchmal bleibe ich heute sogar an kleinen Baustellen stehen, schaue zu, wie die da hantieren, und denke an die Zeit früher."

Solche Erfahrungen seien aber "hilfreich im Leben". Er selbst habe dabei zum Beispiel festgestellt, dass "das nicht mein Weg ist" und er lieber Schauspieler werden möchte.

Die Ausbildung habe ihm deshalb "unbedingt" etwas gebracht. "Zum einen ist es wichtig, auch mal etwas durchzuziehen und zu Ende zu bringen. Zum anderen muss man Erfahrungen sammeln, um herauszufinden, was einem Spaß macht und was nicht."

Keine Zange mehr angefasst

Handwerkliches Know-how ist ihm allerdings nicht geblieben. "Ich habe keine Zange mehr angefasst", verriet Lauterbach. "Ich bin auch nicht der Handwerker. Das war ich nie." Letztlich sei es aber auch "wurscht", welchen Beruf man ergreife. "Entscheidend ist, was du für ein Mensch bist." Wichtig sei, etwas zu finden, das einen mit Leidenschaft erfülle.

Könnte er selbst heute noch einmal wählen, würde er vielleicht etwas ganz anderes machen: "Ich interessiere mich ziemlich für Physik. Wenn Schauspiel nicht ginge, würde ich versuchen, das Abitur zu machen und Physik zu studieren."

Hilfe bei der Berufswahl

Zusammen mit seiner Frau hat Lauterbach die Plattform "Meet Your Master" ins Leben gerufen, die bei der Berufswahl helfen soll. Dort geben Experten und Prominente wie Dr. Müller-Wohlfahrt, Anke Engelke und Sebastian Fitzek ihr Wissen weiter. Unter dem Namen "Meet Your Master Next Generation" sollen künftig zudem kurze Filme über Ausbildungsberufe entstehen, in denen Betriebe Arbeitsalltag, Anforderungen und Chancen zeigen.

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