Greipl und Kostantinidis: Ärger über Hochzeitgeschenk

Eine Geschenke-Idee sorgt für Ärger beim Hochzeitsfest von Saskia Greipl und dem Münchner Rechtsanwalt Stavros Kostantinidis.
| Angela Böhm
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Hochzeitspaar: Stavros Kostantinidis und Saskia Greipl
Robert Haas Hochzeitspaar: Stavros Kostantinidis und Saskia Greipl

Eine Geschenke-Idee sorgt für Ärger beim Hochzeitsfest von Saskia Greipl und dem Münchner Rechtsanwalt Stavros Kostantinidis.

MÜNCHEN Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Das zeigte sich jetzt wieder einmal bei einem glanzvollen Münchner Fest.

Bei einer griechischen Hochzeit sind die Gäste üblicherweise besonders spendabel. Deshalb durften auch Münchens Vorzeigegrieche, der charmante Netzwerker und Rechtsanwalt Stavros Kostantinidis (47) und seine Braut Saskia Greipl (42), Tochter des IHK-Präsidenten und Chefs der Beisheim-Stiftung, Erich Greipl (72), bei ihrer Hochzeit mit üppigen Geschenken rechnen. Doch die beiden wollten es ausdrücklich anders: Statt Präsenten wünschten sie sich Spenden für den Neubau des Haunerschen Kinderspitals auf dem Campus Großhadern.

Doch viele Gäste wollten das Brautpaar lieber persönlich beglücken. So organisierte Münchens Sparkassenchef Harald Strötgen ein Sammelgeschenk – und das fanden wiederum andere Gäste des rauschenden Hochzeitsfest völlig daneben. Strötgen, erfolgreicher Vorstandsvorsitzender des Münchner Geldhauses, gehört zu den Athos-Brüdern. So nennt sich eine elitäre und einflussreiche Männer-Truppe von Unternehmern und Politikern, die schon mal gemeinsam mit Stavros Kostantinidis auf dem Heiligen Berg der orthodoxen Mönchsrepublik Athos waren. Frauen ist dort der Zugang verwehrt. Die Herrenausflüge in spartanische Klosterzellen schweißen offensichtlich zusammen.

Im Einverständnis mit dem Brautpaar schrieb Sparkassenchef Strötgen, der selbst zu den großen Unterstützern des „neuen Hauner“ gehört, einen Großteil der 300 erlesenen Gäste von Baywa-Chef Klaus Lutz bis zum fast kompletten bayerischen Kabinett persönlich an, und bot ihnen als weitere Möglichkeit ein Sammelgeschenk an: Ein Silberbesteck, Modell Augsburger Fadenmuster. Preis: 11000 Euro. Das wollte sich das Brautpaar eh zulegen.

Strötgens Brief kam gut an. Offenbar wollten die Gäste lieber für ein Besteck Geld geben, als für ein Kinderkrankenhaus spenden. 15000 Euro kamen bei Strötgens Kollekte zusammen. 4000 mehr, als das Augsburger Fadenmuster kostet. Was tun mit dem Rest? Man beschloss, mit dem Geld eine Hochzeitsreise auf die Malediven für das Brautpaar zu organisieren. Die Aufgabe übernahm der Protokoll-Chef der bayerischen Staatskanzlei, Axel Bartelt. Das war einigen der Gäste im Ballsaal des Bayerischen Hofs des Guten dann doch zu wenig.

Bei seiner Hochzeitsrede vor Gästen wie Vize-Ministerpräsident Martin Zeil, Innenminister Joachim Herrmann oder Justizministerin Beate Merk habe Strötgen nur noch sein Silberbesteck und die Hochzeitsreise gefeiert, kritisieren sie. Die Spende für das „neue Hauner“, die ja ausdrücklich gewünscht war, sei völlig untergegangen. 11000 Euro kamen für das Kinderkrankenhaus zusammen – weniger als für das Brautpaar. „Papa Greipl hat noch 4000 Euro draufgelegt und die Spende auf 15000 Euro aufgerundet“, sagt Stavros Kostantinidis zur AZ. So gibt es nun zwei gleiche Beträge. Auf die Malediven hat das Paar allerdings gar keine Lust. Kostantinidis: „Eine Schnapsidee. Ich fahre lieber nach Griechenland und helfe meinem Volk.“

Sparkassenchef Harald Strötgen versteht den Wirbel um seine Geschenke-Aktion überhaupt nicht. „Sonst hätte jeder ’ne Flasche Rotwein oder zehn Golfbälle mitgebracht“, meint er. Zu wenig soziales Engagement kann man ihm sicher nicht vorwerfen; er unterstützt mehrere soziale Projekte. Zu seiner Geschenkeaktion stehe er nach wie vor, sagt Strötgen. „Das würde ich jederzeit wieder so machen.“ Besonders spendabel sind die 300 wohlhabenden Hochzeitsgäste offenbar eh nicht gewesen. Das Essen im Bayerischen Hof, heißt es, habe mehr gekostet als an Spenden für das „neue Hauner“ und fürs Brautpaar wieder reingekommen sei.

 

 

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