"Geld verdirbt den Charakter": Birgit Schrowange widerspricht

Wenn es ums Geld geht, überlasst Birgit Schrowange nichts dem Zufall. Die Moderatorin spricht jetzt über alte Glaubenssätze und richtet einen dringlichen Appell an Frauen.
von  Max Häussler
Birgit Schrowange will mit alten Glaubenssätzen zum Thema Geld aufräumen.
Birgit Schrowange will mit alten Glaubenssätzen zum Thema Geld aufräumen. © imago/Marja

Birgit Schrowange (68) setzt sich viel und gern mit ihren Finanzen auseinander. Bereits während ihrer TV-Karriere als Moderatorin fand sie darin eine große Passion, die bis heute anhält. Dass sie als Frau mit dem Thema so vertraut ist, erachtet Schrowange nicht als selbstverständlich. Die 68-Jährige ist der Meinung, dass es vielen Frauen schwerfällt, sich richtig mit Finanzen zu beschäftigen.

"Geld verdirbt den Charakter": Birgit Schrowange widerspricht

"Hier wirken oft alte Glaubenssätze nach – etwa 'Geld ist nicht wichtig' oder 'Geld verdirbt den Charakter'", so Birgit Schrowange im Interview mit dem "BBBanking Kundenmagazin". Die Moderatorin widerspricht diesen Annahmen deutlich: "Das sehe ich ganz anders."

Für Schrowange stehe Geld in direktem Zusammenhang mit Souveränität. Sie lobt die durch finanzielle Mittel entstehende "Freiheit, Entscheidungen zu treffen, auf Augenhöhe zu leben und unabhängig zu sein". Die 68-Jährige hat eine dringliche Bitte. Sie wünsche sich, dass Frauen sich die Verantwortung für ihr eigenes Geld "selbst zutrauen und nicht an andere abgeben". Schrowange appelliert: "Beschäftigt euch früh mit dem Thema Finanzen."

Appell an Frauen: "In solchen Situationen besonders verletzlich"

In einer Beziehung sei wichtig, die Verantwortung für finanzielle Angelegenheiten nicht nur dem Mann zu überlassen: "Weil die Realität eindeutig ist." Schrowange schildert: "Rund jede dritte Ehe scheitert und nicht selten stehen Frauen danach finanziell vor großen Herausforderungen." Geldprobleme könnten schnell in den Fokus rücken, wie die Neu-Münchnerin betont: "Wer sich zuvor nie mit Geld beschäftigt hat, ist in solchen Situationen besonders verletzlich. Das ist keine Panikmache, sondern eine statistische Tatsache."

Birgit Schrowange scheint es heute als ihre Aufgabe zu sehen, unerfahrene Frauen beim Thema Finanzen aufzuklären. In Podcasts und anderen Talk-Formaten, zu denen sie eingeladen wird, will sie ihr Wissen weitergeben.

Fehler von Birgit Schrowange: "Da habe ich gezockt"

Doch Schrowange will keinesfalls nur Moralapostel spielen. Sie möchte aufklären, ohne sich dabei als perfektes Paradebeispiel zu präsentieren. Auch der Moderatorin sind beim Umgang mit Geld bereits Fehler unterlaufen. Während der sogenannten Dotcom-Blase investierte sie einst in Internet-Aktien. Ein Schritt, den die 68-Jährige heute nicht mehr gehen würde: "Da habe ich gezockt. Das war mir eine Lehre." Die Dotcom-Blase führte zu Beginn der 2000er-Jahre zu Vermögensverlusten vieler Kleinanleger.

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