Fünf Wiesn-Größen in einem Boot

Vier Wiesn-Wirte und ein Ehrenrat feiern zusammen ihren 350. Geburtstag – mit einer Schifffahrt auf dem Starnberger See, Münchner Bier und norddeutschen Liedern.
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Die Matrosen-Mannschaft: Karl-Heinz Wildmoser, Hermann Memel, Wiggerl Hagn (oben, v.l.), Hermann Haberl und Günter Steinberg (unten, v.l.) werden heuer alle 70.
Klaus Primke Die Matrosen-Mannschaft: Karl-Heinz Wildmoser, Hermann Memel, Wiggerl Hagn (oben, v.l.), Hermann Haberl und Günter Steinberg (unten, v.l.) werden heuer alle 70.

STARNBERG - Vier Wiesn-Wirte und ein Ehrenrat feiern zusammen ihren 350. Geburtstag – mit einer Schifffahrt auf dem Starnberger See, Münchner Bier und norddeutschen Liedern.

Peter Schottenhamel lehnte sich auf der Höhe von Berg ungeduldig über die Reling: „Mei, eine halbe Stunde zu spät, ob ich jetzt noch heim nach Weßling komm’? Ob mein Fahrer wartet?“, sorgte sich der Wiesnwirt Donnerstagnacht. Schottenhamel saß auf dem Starnberger See fest – und mit ihm fast alle Münchner Wiesn-Wirte: Michael Käfer, Peter Pongratz, Sepp Krätz, Toni Roiderer, Andreas Steinfatt, Familie Inselkammer, Edi Reinbold, Schorsch Heide, Michael Glöckle, Manfred Vollmer, Hans Stadtmüller und Florian Oberndorfer.

Schuld waren fünf andere Wiesn-Größen, die ihre Kollegen eingeladen hatte, gemeinsam ihre 70. Geburtstage in diesem Jahr zu begießen: Wiggerl Hagn, Hermann Haberl, Karl-Heinz Wildmoser, Günter Steinberg und Hermann Memel. Allein Familie Kuffler fehlte: Sie verköstigte in München Kanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel und Dimitri Medwedew.

Wenn Löwenbräu-Wirt Hagn Hofbräu-Bier trinkt...

"Mir san keine Konkurrenten, sondern fünf echt Freunde“, sagte Hagn dann auch. So war die Stimmung besser als im Festzelt als Steinberg mit Wiesn-Chefin Gabi Weishäupl zu „Simply the best“ schwofte und Franziska Schottenhamel ihr Krüger-Dirndl mit echten Pfauenfedern schwingen ließ – da fuhr der Kapitän eben noch einen Schlenker.

Dabei war des Fest gar nicht gut gestartet. „Mir fahr’n noch nicht mal richtig und mir is schon schlecht“, sagte Wiggerl Hagn als die MS Starnberg sich 50 Meter auf hohem See befand. Nach dem ersten Schluck Bier ging´s dem Löwenbräu-Wirt gleich besser – wenn es auch Hofbräu-Bier war. „Runter geht’s, nur das Wort kommt mir nicht über die Lippen“, sagte Hagn schmunzelnd. Zum Begrüßungssekt griffen fast nur Michael und Clarissa Käfer, die später über ihren Käsetellern busselten.

Lena Valaitis nimmt nach dem Tod ihres Mannes Horst Jüssen eine Platte auf.

Geturtelt wurde auch am Oberdeck: Pschorr-Chef Andreas Steinfatt läutete mit seiner Lisa die Schiffsglocke – ob demnächst die Hochzeitsglocken dran sind, wollten sie aber nicht verraten. Verwunderte Blicke erntete Bäcker Bodo Müller: Er kam mit Lena Valaitis – einer der ersten Auftritte der Schlagersängerin nach dem Tod ihres Mannes Horst Jüssen. „So ein Abend wie dieser lenkt von vielem ab, das schmerzt“, sagte Valaitis der AZ. Sie nehme sich Zeit für ihr neues Album. „Einige Lieder mussten wir ändern, ich kann sie nicht mehr singen.“

Dass aus dem bayerischen Abend schließlich ein norddeutscher wurde, hat Michael Glöckle angezettelt – er steckte die Wirte in Matrosenjacken. Während CSUler Seppi Schmid fleißig SMS an die Familie schickte, Bürgermeisterin Christine Strobl den Sonnenuntergang betrachtete und Günter Steinberg erzählte, wie Tochter Silja ihm zum Nichtraucher machte, pries Peter Kreuzpaintner die Kochkünste seiner Frau Brigitte. „Wir haben Johannisbeer- und Stachelbeer-Marmelade für die Jubilare mitgebracht. Selbstgemacht.“

Anne Kathrin Koophamel

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