Frust unter Kollegen: Star-Moderator "total beleidigt" wegen Birgit Schrowange

Etwa 16 Jahre lang arbeitete Birgit Schrowange (68) für das öffentlich-rechtliche Fernsehen – zuletzt beim Südwestfunk (SWF). Von Januar bis September 1994 stand Schrowange für die monatliche Sendung "Die Deutsche Schlagerparade" vor der Kamera. Auch Star-Moderator Dieter Thomas Heck (†80), der die deutsche Entertainment-Branche seit Ende der 60er enorm prägte, führte durch das Format. Die beiden verstanden sich gut – bis Schrowange eine folgenreiche Entscheidung traf.
Star-Moderator "total beleidigt" auf Birgit Schrowange: "Ich hab widerstanden"
Im Oktober 1994 wechselte die Moderatorin zu RTL. Bei einer Veranstaltung sei Schrowange mit Helmut Thoma (†86), dem langjährigen Geschäftsführer des Privatsenders, ins Gespräch gekommen. Er habe sie zum Wechsel animiert, schildert die Brünette im Podcast "Medien Martini". Schrowanges Kollegen beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen seien nicht begeistert gewesen: "Alle haben es mir abgeraten und gesagt: 'Um Gottes Willen, du kannst doch nicht zu den Privaten gehen!'"
Offensichtlich ließ sich die heute 68-Jährige davon nicht beirren. Vor allem Moderatorenkollege Dieter Thomas Heck habe Schrowanges Entscheidung gestört. "Der war total beleidigt. Dann hat der zu mir gesagt: 'Ich hab auch Angebote! Und ich hab aber widerstanden!'", schildert die TV-Bekanntheit.
Birgit Schrowange zu Dieter Thomas Heck: "Wenn ich dein Vermögen hätte"
Den Vorwurf wollte Birgit Schrowange wohl nicht auf sich sitzen lassen – und machte eine Ansage. "Ich sagte: 'Ja Dieter, wenn ich dein Vermögen hätte, deine Gagen hätte, dann würde ich das auch nicht machen. Aber ganz ehrlich: Diese Chance muss ich einfach wahrnehmen!'" Die Moderatorin war mit ihrer Bezahlung beim öffentlich-rechtlichen Sender anscheinend nicht zufrieden. RTL kam den Gagenvorstellungen von Schrowange wohl deutlich näher.

Was Dieter Thomas Heck damals verdiente, ist öffentlich nicht bekannt. Doch vor allem zu Hecks Hochzeiten als Gesicht der "ZDF-Hitparade" – die er von 1969 bis 1984 moderierte – dürften seine Einkünfte beachtlich gewesen sein.
"Das größte Risiko ist, wenn man kein Risiko eingeht"
Auch aus heutiger Sicht ist Birgit Schrowange froh, zu RTL gewechselt zu sein. Die Entscheidung war heikel – beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen hatte sie schließlich schon viel erreicht und sich als Moderatorin bewiesen. Dennoch ist Schrowange stolz, dass sie das Wagnis einging: "Und das größte Risiko ist, finde ich, wenn man kein Risiko eingeht."
Dass sie vor riskanten Entscheidungen nicht zurückschreckt, bewies Birgit Schrowange auch Anfang der 2000er-Jahre. Damals investierte die an Vermögensaufbau interessierte Moderatorin während der sogenannten Dotcom-Blase in Internetaktien. Diese Entscheidung nahm für sie jedoch kein allzu gutes Ende. "Da habe ich gezockt. Das war mir eine Lehre", äußerte sie hierzu in einem Interview.