"Frühstücksfernsehen"-Star hat mulmiges Gefühl nach AfD-Erfolg: "Schaue anders auf Nachbarn"

Der Rekord-Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt hat viele Menschen in Sorge versetzt. So auch Karen Heinrichs, die gebürtig aus dem ostdeutschen Bundesland kommt. Die "Frühstücksfernsehen"-Moderatorin spricht von einem "mulmigen" Gefühl in ihrer Heimatregion.
von  Eva Meeks
Karen Heinrichs (li.) kommt aus Sachsen-Anhalt. Jetzt spricht die "Frühstücksfernsehen"-Moderatorin über den Wahlerfolg der AfD in ihrer Heimat.
Karen Heinrichs (li.) kommt aus Sachsen-Anhalt. Jetzt spricht die "Frühstücksfernsehen"-Moderatorin über den Wahlerfolg der AfD in ihrer Heimat. © Sat.1/Claudius Pflug

Das Ergebnis kam nicht überraschend und schlug doch ein wie eine Bombe: Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde die AfD mit 43,8 Prozent stärkste Kraft. Karen Heinrichs (52), die gebürtig aus Seehausen in Sachsen-Anhalt kommt, lässt dieser Wahlerfolg nicht kalt. Die "Frühstücksfernsehen"-Moderatorin berichtet, was ihr durch den Kopf geht, wenn sie ihre Heimat besucht.

Karen Heinrichs über Heimat: "Jeder Zweite hat AfD gewählt"

"In meiner Heimat, in den umliegenden Wahlkreisen kommt die AfD auf über 50 Prozent teilweise", erzählt Karen Heinrichs im Podcast "Redebedarf", den sie gemeinsam mit Matthias Killing (46) moderiert. "Das heißt, wenn ich meine Eltern besuche und gehe zum Aldi oder sonst wo hin, hat jeder Zweite die AfD gewählt."

Ihr Podcast-Kollege möchte daraufhin wissen, was diese Statistik für ein Gefühl in ihr auslöst. "Wenn ich jetzt sage 'mulmig', beschreibt das das ja nicht ganz", erklärt Karen Heinrichs. "Ich denke, ich schaue anders auf meine Nachbarn, obwohl ich ja schon aus Gesprächen weiß, ungefähr wo, wer, wie steht. Das wissen die ja von mir auch."

Karen Heinrichs kommt aus Seehausen in der Altmark. Dort besucht sie regelmäßig ihre Eltern.
Karen Heinrichs kommt aus Seehausen in der Altmark. Dort besucht sie regelmäßig ihre Eltern. © imago/Christian Schroedter

Sorge bei "Frühstücksfernsehen"-Star: "Salonfähig geworden"

Karen Heinrichs stellt sich vor allem die Frage, was dieser Wahlerfolg für den gesellschaftlichen Umgang bedeute. "Die Leute haben sich ja schon längst nicht mehr versteckt mit rechtem Gedankengut", findet sie. "Jetzt ist es ja quasi hoffähig. Also du kannst dich ja da quasi auf den Marktplatz stellen und Parolen schreien. Würde jetzt da keiner machen, aber du weißt, was ich meine. Jetzt ist es salonfähig geworden, sag ich mal."

Matthias Killing gibt daraufhin zu bedenken, dass nicht jeder AfD-Wähler rechtsradikal sei. Dass rechtes Gedankengut "salonfähig" werde, möchte er daher noch nicht glauben. "Ich glaube, dass auf dieser Welle noch viel mehr mitsurfen werden, dass die Leute noch lauter werden", meint Karen Heinrichs dazu. "Es haben nicht umsonst tatsächlich Menschen mit Migrationshintergrund Angst. Weil jetzt ganz viele Mitläufer lauter werden."

Karen Heinrichs teilt offen ihre Sorgen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Karen Heinrichs teilt offen ihre Sorgen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. © imago/Andreas Weihs

Schließlich erzählt die 52-jährige Moderatorin von einer Rundreise durch den deutschen Osten, auf der sie viele nette Menschen getroffen habe. "Ich hab aber schon auch abfällige Blicke und abfällige Sprüche bekommen, gerade aus der AfD-Richtung oder den mutmaßlich Wählenden", erinnert sie sich. Wofür Matthias Killing eine Erklärung parat hat: "Weil du Presse bist und die Presse auch verhasst ist.“

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