Franziska van Almsick macht ihrem Ärger Luft: "System passt nicht mehr"

Franziska van Almsick feierte glorreiche Jahre als Profi-Schwimmerin. Nach den Olympischen Spielen 2004 beendete sie offiziell ihre Karriere. Heute steht bei der 48-Jährigen die Familie im Mittelpunkt. Doch obwohl van Almsick nicht mehr selbst im Sport mitmischt, liegt ihr das Thema nach wie vor am Herzen. Vor allem dann, wenn es um die Förderung von Athleten geht, zeigt sich die 48-Jährige sehr engagiert – und jetzt auch genervt.
Franziska van Almsick genervt wegen Sportförderung: "System passt nicht mehr"
Wie Johannes B. Kerner (61) ist auch Franziska van Almsick Mitglied im Aufsichtsrat der Stiftung Deutsche Sporthilfe. Im Gespräch mit dem Moderator betont die Ex-Schwimmerin, dass in der Sportförderung ein Umdenken stattfinden sollte. "Ich glaube, dass wir durchaus eine Bereitschaft haben, in Deutschland zu fördern. Ich glaube, dass wir Geld haben dafür. Aber ich glaube auch, dass unser System nicht mehr passt, um es mal ganz klar und deutlich zu sagen", so die Ex-Profisportlerin im Podcast "Kerners 11". Laut ihr wäre ein Wandel angebracht – für die alte Kultur hat sie kein Verständnis: "Im Laufe der Zeit verändern wir uns, und die Gesellschaft und das Momentum verändern sich. [...] Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn wir an den Strukturen etwas ändern könnten."
Zu wenig Maßnahmen ergriffen: Franziska van Almsick platzt der Kragen
Van Almsick meint enttäuscht, die Fördergelder würden bislang falsch eingesetzt werden: "Viel zu wenig kommt da an, wo es hin muss." Als einstige Schwimmerin liegt ihr besonders am Herzen, dass der Wassersport mehr Unterstützung erfährt, vor allem auch in Schulen. Dass "viele Kinder nicht mehr schwimmen lernen", wie Johannes B. Kerner anmerkt, komme für seine Gesprächspartnerin wenig überraschend. "Jede zweite Schwimmhalle ist sanierungsbedürftig in Deutschland. Also da müssen wir uns nicht wundern, wenn wir die Kinder nicht ins Wasser kriegen und wenn wir da irgendwie hinterherhängen", kritisiert van Almsick.

Ihr Tonfall wird ernster und der 48-Jährigen platzt der Kragen. In Bezug auf ändernde Maßnahmen in der Sportförderung meint sie: "Was mich am meisten nervt, ist, dass wir immer nur darüber reden." Es werde zu viel gesprochen und zugleich zu wenig umgesetzt. Dabei müsse "wirklich mal was passieren", um wieder "auf die Füße zu kommen".
Kritik von van Almsick: "Auch im Thema Bildung hängen wir ja völlig hinterher"
Die einstige Schwimmerin sieht es offenbar als ihre Mission, einen Kurswechsel anzustoßen. Mit bisherigen Strategien wird ihrer Meinung nach in der Sportförderung – speziell auch bei Kindern – nicht viel erreicht. "Und es ist ja nicht nur im Sport so, dass wir nicht hinterherkommen. Auch im Thema Bildung hängen wir ja völlig hinterher. Wir sind einfach nicht mehr up to date", so ihr hartes Urteil. Ob Franziska van Almsick mit ihrer Kritik bei den Verantwortlichen etwas bewirken kann? Seit Jahren bestreitet sie diesen Kampf.