Filmfest Venedig: Die Promis zeigen viel Haut

In den Wettbewerb beim Filmfest Venedig haben es nur zwei Regisseurinnen geschafft. Trotzdem stehen Frauen schon vom ersten Tag an im Mittelpunkt...
| dpa/AZ
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Catherine Deneuve, französische Schauspielerin, bei der Premiere des Films "La vérité (The Truth)".
Joel C Ryan/Invision/AP/dpa 12 Catherine Deneuve, französische Schauspielerin, bei der Premiere des Films "La vérité (The Truth)".
Elettra Lamborghini bei der Premiere von "The King"
BrauerPhotos 12 Elettra Lamborghini bei der Premiere von "The King"
Jurymitglieder Mary Harron und Stacy Martin mit Jurypräsidentin Lucrecia Martel bei der Eröffnung der 76. Internationalen Filmfestspiele in Venedig.
Arthur Mola/Invision/AP/dpa 12 Jurymitglieder Mary Harron und Stacy Martin mit Jurypräsidentin Lucrecia Martel bei der Eröffnung der 76. Internationalen Filmfestspiele in Venedig.
Sofia Richie, US-amerikanisches Model, bei der Premiere des Films "La vérité (The Truth)".
Joel C Ryan/Invision/AP/dpa 12 Sofia Richie, US-amerikanisches Model, bei der Premiere des Films "La vérité (The Truth)".
Die französische Schauspielerin Juliette Binoche kommt zu der Premiere des Films "La vérité (The Truth)" und der Eröffnungsgala der 76. Internationalen Filmfestspiele in Venedig.
Joel C Ryan/Invision/dpa 12 Die französische Schauspielerin Juliette Binoche kommt zu der Premiere des Films "La vérité (The Truth)" und der Eröffnungsgala der 76. Internationalen Filmfestspiele in Venedig.
Katerina Lipovska, Nina Hoss (Mitte) und Adelia Constance Ocleppo in einer Szene des Films "Pelikanblut", der am Mittwoch die renommierte Nebenreihe Orizzonti im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig eröffnete. Die deutsche Regisseurin Katrin Gebbe des Films ist für ihr eindringliches Drama gefeiert worden.
Temelko Temelkov/Junafilm UG/Miramar film/dpa 12 Katerina Lipovska, Nina Hoss (Mitte) und Adelia Constance Ocleppo in einer Szene des Films "Pelikanblut", der am Mittwoch die renommierte Nebenreihe Orizzonti im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig eröffnete. Die deutsche Regisseurin Katrin Gebbe des Films ist für ihr eindringliches Drama gefeiert worden.
Mel B, britische Sängerin, bei der Premiere des Films "La vérité (The Truth)".
Joel C Ryan/Invision/AP/dpa 12 Mel B, britische Sängerin, bei der Premiere des Films "La vérité (The Truth)".
Juliette Binoche und Catherine Deneuve.
Joel C Ryan/Invision/AP/dpa 12 Juliette Binoche und Catherine Deneuve.
Isabeli Fontana, brasilianisches Model, bei der Premiere des Films "La vérité (The Truth)". Das Filmfestival findet vom 28. August bis 7. September 2019 statt.
Joel C Ryan/Invision/AP/dpa 12 Isabeli Fontana, brasilianisches Model, bei der Premiere des Films "La vérité (The Truth)". Das Filmfestival findet vom 28. August bis 7. September 2019 statt.
Elsa Hosk, schwedisches Model, bei der Premiere des Films "La vérité (The Truth)".
Joel C Ryan/Invision/AP/dpa 12 Elsa Hosk, schwedisches Model, bei der Premiere des Films "La vérité (The Truth)".
Model Iman bei der Premiere des Films "La vérité (The Truth)".
Joel C Ryan/Invision/AP/dpa 12 Model Iman bei der Premiere des Films "La vérité (The Truth)".
Juliette Binoche.
imago images / Future Image 12 Juliette Binoche.

In den Wettbewerb beim Filmfest Venedig haben es nur zwei Regisseurinnen geschafft. Trotzdem stehen Frauen schon vom ersten Tag an im Mittelpunkt. Für Aufsehen sorgte Sängerin Elettra Lamborghini mit einem blauen Plastik-Fummel.

Venedig - Der Frauenanteil ist beim diesjährigen Filmfestival Venedig mit nur zwei Regisseurinnen im Wettbewerb zwar gering - doch schon an den ersten Tagen zeigten Frauen bemerkenswerte Präsenz.

Das lag unter anderem am Eröffnungsfilm "The Truth", in dem Catherine Deneuve und Juliette Binoche in einer komplizierten Mutter-Tochter-Beziehung aufeinandertreffen. Der japanische Regisseur Kore-eda Hirokazu legte damit im Wettbwerb ein stilles Drama über Familiengeheimnisse, Lügen und verletzte Gefühle vor.

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Filmfest Venedig: Catherine Deneuve trägt "La vérité"

Auch die Nebenreihe Orizzonti startete am Mittwoch mit starken Frauen: Die deutsche Filmemacherin Katrin Gebbe stellte dort "Pelikanblut" mit Nina Hoss vor.

Getragen wird "La vérité", so der Originaltitel, vor allem von Catherine Deneuve. Sie spielt eine französische Schauspiellegende, die gerade ihre Memoiren herausgebracht hat. Ihre Tochter (Binoche) kommt mit ihrem Mann (Ethan Hawke) aus den USA zu Besuch - schnell werden die Spannungen zwischen den beiden Frauen deutlich: die erfolgreiche Diva auf der einen, ihre im Schatten stehende Tochter auf der anderen Seite.

Regisseur Kore-eda Hirokazu deutet dabei einiges nur an und fängt stattdessen viele kleine Momente und Beobachtungen ein. Das erinnert an seinen großen Erfolg "Shoplifters - Familienbande", mit dem er im vergangenen Jahr die Goldene Palme beim Filmfestival Cannes gewann. "The Truth" kann nun zwar nicht auf ähnliche Weise berühren, dennoch gelingt Kore-eda ein facettenreiches Porträt einer Konflikt geladenen Mutter-Tochter-Beziehung sowie das einer alternden Diva.

Nina Hoss als Pferdetrainerin in "Pelikanblut"

Spielt sich Deneuve hier in Teilen vielleicht sogar selbst? Das fragte man sich beim Zuschauen immer wieder, immerhin gab es dafür einige offensichtliche Parallelen. "In dieser Rolle steckt viel von mir", sagte Deneuve vor der Premiere am Abend. Dennoch habe sie einen Charakter geschaffen. "Das bin nicht ich."

Auch die deutsche Regisseurin Katrin Gebbe konzentrierte sich in "Pelikanblut" auf Frauen: Wiebke (Nina Hoss) ist Pferdetrainerin und arbeitet auf ihrem Hof mit der Pferdestaffel der Polizei zusammen. Die alleinstehende Frau hat bereits eine Tochter aus Bulgarien adoptiert, nun möchte sie ein zweites Mädchen zu sich holen. Doch schon bald eskaliert die Situation zu Hause mit der kleinen Raya: Die Fünfjährige ist von ihrer Vergangenheit traumatisiert, wird gewalttätig und so auch zur Gefahr für Wiebke und deren andere Adoptivtochter. Aufgeben ist für Wiebke aber keine Option, sie will Raya um jeden Preis helfen.

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Festivalleiter gegen Frauenquote beim Filmfest Venedig

In der zweiten Hälfte gerät "Pelikanblut" vielleicht etwas zu lang und zu metaphorisch. Doch Regisseurin Gebbe inszeniert ihre Geschichte um eine kämpfende Mutter über weite Strecken als intensives Drama, das durchaus in Erinnerung bleibt - auch wegen der visuellen Einfälle und der beeindruckenden Leistungen ihrer Schauspielerinnen.

Festivalleiter Alberto Barbera musste sich bei der Eröffnungspressekonferenz dennoch vielen kritischen Fragen stellen - auch wegen der geringen Anzahl von Regisseurinnen im Wettbewerb. Ob es wirklich so schlimm wäre, zumindest für ein paar Jahre eine Frauenquote einzuführen, fragte ihn die Jury-Präsidentin Lucrecia Martel. Er halte nichts von einer Frauenquote bei einem Festival, antwortete Barbera der argentinischen Regisseurin. Wichtiger sei es, den Wandel in der Filmindustrie voranzutreiben, etwa mit Quoten an Filmhochschulen.

Lesen Sie hier: AZ ist vor Ort - Filmfest Venedig: Delikate Angelegenheiten

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