Ferdinand Piëch: Kriminalpolizei untersucht Todesumstände

Ferdinand Piëch ist tot. Der 82-jährige Ex-Boss von Porsche und VW verstarb bereits am Sonntag in Rosenheim.
| AZ/dpa
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Ferdinand Piëch starb im Alter von 82 Jahren.
Boris Roessler/dpa Ferdinand Piëch starb im Alter von 82 Jahren.

Ferdinand Piëch ist tot. Der 82-jährige Ex-Boss von Porsche und VW verstarb bereits am Sonntag in Rosenheim. Die Todesumstände sind nach wie vor unklar, die Staatsanwaltschaft leitete ein Todesermittlungsverfahren ein. 

Rosenheim - Er prägte Deutschlands größten Autokonzern Volkswagen über Jahrzehnte: Der frühere VW-Vorstands- und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ist tot.

Die Witwe Piëchs, Ursula Piëch, bestätigte den Tod ihres Ehemannes. Ihr Mann sei am Sonntag "plötzlich und unerwartet verstorben", hieß es in einer Mitteilung Ursula Piëchs, die der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend vom Anwalt der Familie, Christian Schertz, zugeschickt wurde.

Ursula Piëch schrieb: "Das Leben von Ferdinand Piëch war geprägt von seiner Leidenschaft für das Automobil und für die Arbeitnehmer." Er sei bis zuletzt ein begeisterter Ingenieur und Autoliebhaber gewesen. Die Beisetzung finde im engsten Familienkreis statt, hieß es weiter. Piëch hinterlasse eine große Familie mit 13 Kindern und mehr als doppelt so vielen Enkelkindern.

Tod von Ferdinand Piëch: Kriminalpolizei ermittelt

Wie die "Bild" berichtet, ist der 82-Jährige bereits am Sonntagabend nach einem Restaurantbesuch in Rosenheim gestorben. Demnach soll er in der Gaststätte vor den Augen seiner Ehefrau kollabiert sein. Er wurde sofort ins Rosenheimer Krankenhaus eingeliefert, wo er noch am Abend verstarb. Die Ursache für den Zusammenbruch ist bisher noch unklar.

Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, wie die "WirtschaftsWoche" berichtet. Demnach soll die Polizei Personen, die sich bei Piëchs Tod im Restaurant befanden, befragt haben. Momentan gebe es jedoch laut Sprecher der Staatsanwaltschaft keine Hinweise auf eine unnatürliche Todesursache. Demnach könne der Leichnam kurzfristig freigegeben werden, das Verfahren sei jedoch voraussichtlich erst in einigen Monaten abgeschlossen. 

VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh würdigte Piëch als "großen Manager und Ingenieur". "Volkswagen stünde ohne Ferdinand Piëch nicht da, wo wir jetzt stehen. Dafür schulden wir ihm unseren Dank und unsere Anerkennung", teilte Osterloh am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Piëch habe "mit seiner Liebe zum Produkt, seiner strategischen Weitsicht und seinem feinen Gespür für die Weiterentwicklung unserer Marken (...) die Erfolgsgeschichte unseres Konzerns entscheidend geprägt."

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Piëch: Im Machtzentrum des VW-Konzerns

Der in Wien geborene Piëch stand viele Jahre mitten im Machtzentrum des VW-Konzerns. Der frühere Audi-Chef war von 1993 bis 2002 Vorstandsvorsitzender von Volkswagen und führte danach lange Zeit den Aufsichtsrat – als maßgeblicher Protagonist der Familien Porsche und Piëch, der VW-Großaktionäre. Seine Macht schien zeitweilig unbegrenzt, 2012 hievte er sogar seine Frau Ursula in den VW-Aufsichtsrat. Piëch galt als mächtiger Strippenzieher und Königsmacher hinter den Kulissen.

Der detailverliebte Autonarr lenkte das immer größer werdende VW-Imperium schließlich zusammen mit dem damaligen Konzernchef Martin Winterkorn mit strenger Hand, ehe er sich von seinem Lebenswerk entfremdete. Im Jahr 2015 sorgte er mit der Äußerung für Aufsehen, er sei "auf Distanz" zum damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn – er verlor schließlich den Machtkampf und warf im Zorn hin.

Ostern 2017 wurde Piëch 80 Jahre alt. Zum Geburtstag würdigte VW die Verdienste des Auto-Managers: "Ferdinand Piëch hat das Automobil, unsere Industrie und den Volkswagen-Konzern in den vergangenen fünf Jahrzehnten maßgeblich geprägt", sagte ein VW-Sprecher. "Sein Lebenswerk ist gekennzeichnet von mutigem Unternehmertum und technologischer Innovationskraft."

Piëch hatte zuvor sein milliardenschweres Aktienpaket an der VW-Dachholding Porsche SE an Verwandte verkauft.

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Im Video: Ermittlungen zum Tod von Ferdinand Piëch

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