"Es gibt nichts Langweiligeres", lästert Horst Lichter - doch seine Meinung ändert sich schnell
Horst Lichter war zunächst alles andere als begeistert, als er die alten Glas-Dias in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" sah, denn: "Es gibt nichts Langweiligeres als einen Dia-Abend." Doch die historischen Werbebilder entpuppten sich als echte Rarität. Am Ende waren die Verkäufer "total geflasht".
"Das sind Kino-Dias von meiner Großmutter", erzählte Lutz gemeinsam mit seiner Ehefrau Claudia aus Papenburg. Die bunten Bilder stammten aus dem Putzmacher-Laden seiner Familie, der bis in die 1960er-Jahre geführt wurde. "Einen was?", fragte Lichter sichtlich verdutzt. Gemeint war ein historisches Geschäft, in dem auch Damenhüte verkauft wurden.
In einem Putzmacher-Laden wurden frühe Mode und Accessoires, der sogenannte "Damenputz", angeboten. Aus dem einstigen Geschäft waren auch die alten Dias. Plötzlich war Lichters Interesse geweckt: Die "bunten Motive aus vergangener Zeit" möchte er nun genauer betrachten. Expertin Raßbach konnte seine Begeisterung nachvollziehen und nickte zustimmend.
Erst "langweilig", dann "super": Horst Lichter ändert seine Meinung
Die Dias stammten aus einer Zeit, in der das Kino noch als das wirkungsvollste Medium für Werbung galt, erklärte Raßbach. In den Lichtspielhäusern wurden Anzeigen lokaler Geschäfte gezeigt - auf Glas-Dias wie diesen. Hier waren Damenhüte zu sehen, deren Fotografien aufwendig auf Glas nachgemalt wurden. "Super", lautete Lichters Urteil jetzt.
Raßbach datierte die drei Dias zwischen den 1930er- und 1950er-Jahren. Sie befanden sich laut Expertin noch in einem "perfekten Zustand". Lutz hoffte dafür auf 50 bis 70 Euro. Auch die Expertin schätzte den Wert ähnlich auf 50 bis 80 Euro. Die historischen Glasbilder dürften zwar Cineasten interessieren, doch letztlich blieb es lokale Werbung.
Jos van Katwijk erkannte gleich, was es mit den bunten Glasdias auf sich hatte. "Ich denke sofort an Kino. Denn auch früher wurde im Kino vor dem Film Werbung gezeigt", erklärte er. Elisabeth Nüdling interessierte sich prompt dafür, welches Geschäft mit den Dias beworben wurde. Van Katwijk las die Aufschrift vor: "Damenmode aus Papenburg".
"Du darfst deine Ideen nicht immer rausposaunen"
Danach hatte Jan Cizek eine Idee, wie sich die historischen Werbedias neu in Szene setzen ließen. Er wollte die Motive digitalisieren und als Plakate "mit schönem Rahmen und Hinterleuchtung" zu Lichtobjekten umgestalten. Nüdling war begeistert: "Jan, das ist eine super Vintage-Idee, denn die Farben sind auch so toll."
Das erste Gebot kam von Walter Pauritsch: 30 Euro. Danach stieg der Preis in Zehn-Euro-Schritten rasant nach oben und übertraf schon bald die Expertenschätzung. Als Cizek auf 120 Euro erhöhte, war noch lange nicht Schluss. "Das ist Payback für meine tolle Idee", raunte der Händler, als seine Konkurrenten weiter mitboten.
"Du darfst deine Ideen nicht immer rausposaunen", scherzte van Katwijk. Cizek nahm den Spruch gelassen: "Ich bin ein offener Mensch." Für den Zuschlag musste er sich allerdings noch kämpfen. Erst bei 200 Euro gewann er das Bietergefecht gegen van Katwijk. Der Verkäufer war "total geflasht". Mit einem solchen Preis habe er "nie gerechnet".
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