Comeback von Serena Williams: Vom Centre Court zur Met Gala und zurück

Serena Williams (44) kehrt nach Wimbledon zurück. Vier Jahre nach ihrem bislang letzten Auftritt beim wohl wichtigsten Tennis-Turnier der Welt steht die US-Amerikanerin am Dienstag wieder auf dem Centre Court. Auftaktgegnerin ist die junge Australierin Maya Joint (20). Im Doppel tritt Williams ebenfalls an, dann neben ihrer älteren, aber nicht minder bekannten Schwester Venus (46).
Eine Rückkehr aus der Versenkung ist dieses Comeback jedoch nicht. Serena Williams war nie aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwunden. Seit sie 2022 ihren Abschied vom Profitennis ankündigte, hatte sie lediglich die Bühne gewechselt. Schon ihr Abschied selbst klang nicht nach Schlusspunkt. In einem vielbeachteten Essay für die "Vogue" mied Williams das Wort Ruhestand. Sie sprach lieber von einer "Evolution" und kündigte einen Rollenwechsel an: weg vom Court, hin zu Familie, eigenen Unternehmen und einem Leben, das sich nicht länger nach dem Turnierkalender richten sollte.
Vom Tennisplatz auf den roten Teppich
Einer dieser bemerkenswerten Momente ihrer neuen Phase fand unter viel Blitzlichtgewitter statt. Bei der Met Gala 2023 machte Williams an der Seite ihres Ehemanns Alexis Ohanian (43) öffentlichkeitswirksam ihre zweite Schwangerschaft publik. Beide erschienen damals in auffälligen Gucci-Looks. Im August desselben Jahres kam Tochter Adira River Ohanian zur Welt, die ältere Olympia wurde große Schwester.
Dass Williams diese Nachricht ausgerechnet auf der Met Gala verkündete, passte zu ihrem neuen Selbstverständnis. Ihren Abschied vom Tennis hatte sie auch mit dem Wunsch nach einer größeren Familie begründet. Was im Spitzensport oft als Bruch in der Karriere gelesen wird, erzählte Williams anders: nicht als Verzicht, sondern als bewusste Entscheidung für ein neues Kapitel.
Eine Freundin in der Royal Box
In diese neue Öffentlichkeit gehört auch eine große Freundschaft, die weit über das Tennis hinausreicht: die zu Herzogin Meghan (44). Begegnet sein sollen sich die beiden bereits 2010 am Rande des damaligen Super Bowls, enger wurde ihr Verhältnis Medienberichten zufolge aber erst Jahre später. Seitdem zeigen sich Williams und Meghan immer wieder gemeinsam.
2018 gehörte Williams in Windsor zu den prominenten Gästen, als Meghan Prinz Harry (41) heiratete. Nur wenige Wochen später revanchierte sich die frischgebackene Herzogin: Aus der Royal Box verfolgte sie, wie Williams im Wimbledon-Finale gegen Angelique Kerber (38) antrat. Auch bei den US Open unterstützte Meghan ihre Freundin später von der Tribüne aus. Einen weiteren Höhepunkt erreichte die Verbindung der beiden in Williams' Rücktrittsjahr 2022: Die Tennis-Ikone war der erste Gast in Meghans Podcast "Archetypes".
Aus der Athletin wird eine Gründerin
Diese Verbindung von Sport und Lifestyle hat Williams 2024 auch zum Geschäftsmodell gemacht. Mit Wyn Beauty brachte sie ihre eigene Make-up-Marke heraus - der Name spielt hörbar mit dem englischen Wort "win" für Gewinnen, will aber mehr sein als ein Wortwitz. Die Produkte sind vegan, tierversuchsfrei und ausdrücklich für Bewegung und Sport gemacht.
Leiser, aber womöglich nachhaltiger als jede Beauty-Linie ist eine weitere Rolle, die Serena Williams nach ihrer Auszeit vom Profitennis ausfüllt: die der Investorin. Über ihre Firma Serena Ventures sammelte sie nach Angaben von "Reuters" 111 Millionen US-Dollar für einen Frühphasenfonds ein. Im Fokus stehen dabei vor allem Unternehmen, die von Frauen und People of Color gegründet werden.
Hollywood, Doku und ein Super-Bowl-Moment
Den Kontakt zur großen Bühne hat Williams trotzdem nie verloren. 2024 führte Williams in Los Angeles als Gastgeberin durch die ESPY Awards, jene Gala, auf der Sport und Show ohnehin verschwimmen. Im selben Jahr ordnete sie in der ESPN+-Dokuserie "In the Arena: Serena Williams" ihre eigene Laufbahn ein. Direkt nach ihrem Abschied vom Profitennis tauchte Williams zudem auch dort auf, wo man sie vielleicht nicht sofort erwartet hätte: im Netflix-Film "Glass Onion: A Knives Out Mystery" an der Seite von Daniel Craig (58). Darin spielte sie sich in einem kleinen Cameo-Auftritt augenzwinkernd selbst.
Den überraschendsten Auftritt hob sie sich jedoch zweifellos für den Super Bowl 2025 auf. Mitten in Kendrick Lamars (39) Halbzeitshow tauchte Williams plötzlich unangekündigt auf und tanzte zu "Not Like Us". Vor diesem Hintergrund wirkt ihre Rückkehr nach Wimbledon weniger wie ein klassisches Comeback. Serena Williams kommt nicht aus einem stillen Ruhestand zurück, sondern aus einer neuen Phase ihres Lebens.
Ob diese Rückkehr auch sportlich trägt oder am Ende vor allem als PR-Coup in Erinnerung bleibt, wird sich spätestens am Dienstagabend zeigen. Ihre Gegnerin Maya Joint ist aktuell die Nummer 53 der Weltrangliste - und wird Williams den Auftritt auf dem Centre Court sicher nicht kampflos überlassen.