Beerdigung von König Harald: Kommt König Charles nicht persönlich?

Wenn Norwegen seinen verstorbenen König Harald V. zu Grabe trägt, werden Royals aus halb Europa erwartet. Ob König Charles III. selbst nach Oslo reist, ist offen. Die britische Krone hat in dieser Frage ihre eigene Tradition.
(eyn/spot) |
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König Charles (r.) bezeichnete König Harald zu dessen Tod als "geliebten Verwandten".
König Charles (r.) bezeichnete König Harald zu dessen Tod als "geliebten Verwandten". © picture alliance/dpa

Am 9. September nimmt Norwegen im Osloer Dom Abschied von König Harald V. (1937-2026). Wer um 13 Uhr bei der Trauerfeier in der Kirche sitzen wird, halten die Behörden unter Verschluss. Eine Frage treibt die norwegischen Medien besonders um: Reist König Charles III. (77) selbst an, oder schickt der britische Hof einen Stellvertreter?

Tove Taalesen, Königshausexpertin der norwegischen Zeitung "Nettavisen", rechnet gegenüber "VG" fest mit Charles und Königin Camilla. Die beiden seien nicht nur Kollegen und Verwandte der norwegischen Royals, sondern auch privat Freunde. Zwar lasse Charles sich bei solchen Terminen häufig von seiner Schwester Prinzessin Anne vertreten, diesmal glaube sie aber nicht daran.

Der Historiker Trond Norén Isaksen hält dagegen. Der britische Monarch nehme an derartigen Anlässen im Ausland äußerst selten teil, sagte er "VG". Üblich sei, einen Vertreter zu entsenden, etwa Prinz William.

Queen Elizabeth ließ sich vertreten

König Charles' Mutter Queen Elizabeth II. (1926-2022) reiste zu königlichen Beerdigungen eigentlich nie selbst an, sondern schickte stets einen Stellvertreter. Auch bei der Beisetzung von Haralds Vater König Olav V. von Norwegen im Jahr 1991 war sie nicht persönlich dabei, sondern ließ sich von ihrem Sohn Charles vertreten. Die einzige Ausnahme machte die Queen für König Baudouin von Belgien im August 1993.

Grund dafür ist mutmaßlich eine vornehme Zurückhaltung: Ein Monarch im Trauergottesdienst zieht die Aufmerksamkeit auf sich und damit weg von dem Menschen, dem die Feier gilt.

"Ein geliebter Verwandter und Freund"

Wie nah sich die beiden Häuser stehen, machte Charles aber unmittelbar nach Haralds Tod am 28. August deutlich. "Mit tiefster Trauer haben meine Frau und ich vom Tod meines lieben Cousins, König Harald V. von Norwegen, erfahren", hieß es in einer Nachricht, die der britische Hof über Social Media verbreitete.

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Die britische Königsfamilie würdigte seine 35 Jahre auf dem Thron und gedachte "eines geliebten Verwandten und Freundes, dessen Güte, Mitgefühl und tiefes Pflichtbewusstsein über das Meer und über Jahrzehnte hinweg nachwirkten."

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