Zoff im Bundestag zum Thema Gewalt gegen Frauen: Für Merz ist der Grund klar

In der Regierungsbefragung des Bundestags gerät der Kanzler mit zwei Grünen-Abgeordneten aneinander. Es geht um das Thema Gewalt gegen Frauen im Internet.
AZ/ dpa |
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Beim Thema Gewalt gegen Frauen geht es in der Regierungsbefragungn im Bundestag hoch her.
Beim Thema Gewalt gegen Frauen geht es in der Regierungsbefragungn im Bundestag hoch her. © Michael Kappeler/dpa

Die Grünen haben Kanzler Friedrich Merz bei der Regierungsbefragung im Bundestag vorgeworfen, das Thema Gewalt gegen Frauen im Internet massiv zu vernachlässigen. "Als Mann, Herr Bundeskanzler, schäme ich mich dafür, wie wenig Empathie und klare Entschlossenheit Sie angesichts der krassen sexualisierten Gewalt zum Ausdruck bringen", hielt ihm der Grünen-Abgeordnete Robin Wagener vor.

Merz nennt Attacken "ehrenrührig"

Merz nannte die Bemerkung "ehrenrührig". Zuvor hatte er sich einen Schlagabtausch mit der Grünen-Abgeordneten Lena Gumnior geliefert. Sie hatte ihm vorgeworfen, zu lange zu dem Thema geschwiegen zu haben.

Merz antwortete darauf, dass nicht nur Frauen darüber diskutierten, sondern auch viele Männer. "Und ich gehöre dazu", betonte der Kanzler. Er hielt der Abgeordneten entgegen, dass die Union in der vergangenen Legislaturperiode als Oppositionsfraktion nach dem Auseinanderbrechen der Ampel-Regierung ein Gewaltschutzgesetz ermöglicht habe.

"Ich weiß nicht, wie lange sie dem Deutschen Bundestag schon angehören", sagte er in diesem Zusammenhang zu der 33-Jährigen, die seit 2025 im Parlament sitzt, und erntete dafür Raunen und Zwischenrufe. 

Grünen-Abgeordnete wirft Kanzler Feigheit vor

Gumnior antwortete dem Kanzler: "Unser Einsatz für den Schutz von Frauen vor Gewalt hängt ja zum Glück nicht von unserer Anwesenheit und Dauer im Parlament ab." Es sei ein "skandalöser Zustand", dass Millionen Frauen in Deutschland Opfer von digitalisierter sexueller Gewalt würden.

In einer späteren schriftlichen Stellungnahme warf Gumnior Merz vor, ihre Expertise in Frage zu stellen, "weil ich eine junge Abgeordnete bin". Gleichzeitig relativiere er die Betroffenheit von Frauen. "Das ist nicht nur feige, sondern brandgefährlich für die Betroffenen." 

Merz stellt weitere Gesetzesänderungen in Aussicht

Merz stellte weitere Gesetzesänderungen in Aussicht. Der Gesetzentwurf zur Speicherung von IP-Adressen sei bereits in der Ressortabstimmung, sagte der CDU-Politiker. Er gehe davon aus, dass er noch im April vom Kabinett auf den Weg gebracht werde. Durch die Speicherung der Daten sollen Menschen, die verbotene Inhalte posten oder verschicken, leichter gefunden und bestraft werden können.

Auf die Frage der CSU-Abgeordneten Susanne Hierl, ob die Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen insgesamt ausreichen, räumte Merz ein: "Ziemlich sicher nicht." Dabei beklagte er die "explodierende Gewalt" - im analogen wie im digitalen Raum.

Als er die vermeintlichen Ursachen für diese Entwicklung aufzählte, erntete er im Plenum Applaus, allerdings auch lautstarken Zwischenrufe, als er sagte: "Dann müssen wir auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland kommt. Auch das gehört zur Vollständigkeit des Bildes hinzu."

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  • Himbeergselchts am 28.03.2026 22:23 Uhr / Bewertung:

    Noch zu weit weg um die Tage zu zählen bis Merz mit seiner Crew um Reiche, Spahn, Warken, Dobrindt, samt Klingbeil und Kollegen weg sind. Ich hoffe nur noch auf Schadenbegrenzung in der Klima-, Energie-, Gesundheits-, Renten- und Sozialpolitik.
    Dennoch würde ich hierzu gerne Herrn Wagner, die Grünen Frauen um Claudia Roth, die sich dazu bekannte geweint zu haben und sich vor Frau Fernandes verbeugte fragen, was genau ihnen gerade und im Besonderen um diese digitale Gewalt, die Frau Fernandes erfahren hat so dermaßen zu Herzen geht.
    Da war die 13jährige Ece in Illerkirchberg, Annemarie in Brokstedt, Maria Ladenburger in Freiburg, die drei erstochenen Frauen in Würzburg, die Attentate in München,Berlin,Aschaffenburg,Magdeburg, da war Silvester 2015/16 in Köln, die 15jährige im Stadtpark Hamburg,die 16jährige im Jugendtreff Neukölln,die Mutter die mit ihrem 8jährigen Sohn in Frankfurt Hbf vor einen einfahrenden Zug gestoßen wurde, Fatemeh in Hamburg… die grünen Frauen rührten sich - nie

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  • sircharles am 26.03.2026 20:26 Uhr / Bewertung:

    Ich gebe Merz recht. Er muss sich als Kanzler, der jahrelange Erfahrung hat und bestimmt mehr Einblick als diese jungen woken Dinger, die meist noch grün hinter den Ohren sind hat nicht maßregeln lassen, auch wenn sie in der Sache vielleicht nicht ganz falsch liegen.

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  • Der wahre tscharlie am 27.03.2026 16:48 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von sircharles

    Ich glaube nicht, dass Merz mehr Einblick in die Probleme "dieser jungen Dinger" hat, übrigens ist Frau immer noch Frau und kein Ding, als diese Frauen selbst.
    Und nicht zu vergessen Merz Abstimmungsverhalten zur Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe.

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