„Vertrauliche Geburt“ soll verzweifelten Müttern helfen

Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf für ein legales Hilfsangebot beschlossen, das die „anonyme Geburt“ ablösen soll. Dadurch sollen heimliche Geburten, Aussetzungen und Kindesmorde durch verzweifelte Mütter verhindert werden. 
| dapd
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Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf für ein legales Hilfsangebot beschlossen, das die „anonyme Geburt“ ablösen soll. Dadurch sollen heimliche Geburten, Aussetzungen und Kindesmorde durch verzweifelte Mütter verhindert werden. 

Berlin – Hilfe für Mütter in Nöten: Künftig soll es nach dem Willen der Bundesregierung möglich sein, in Krankenhäusern vertraulich ein Kind zur Welt zu bringen. Ziel ist es, heimliche Geburten von Frauen, die ihre Schwangerschaft nicht öffentlich machen wollen, außerhalb von Kliniken zu vermeiden und zu verhindern, dass Neugeborene ausgesetzt oder getötet werden.

Dazu beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch einen Gesetzentwurf zur „vertraulichen Geburt“. Momentan bewegen sich sowohl Babyklappen als auch anonyme Geburten in einer rechtlichen Grauzone. Deshalb soll erstmals ein legales Angebot geschaffen werden.

„Wir möchten werdende Mütter, die aus persönlichen Gründen Angst vor den Standards einer regulären, meldepflichtigen Geburt haben, durch das frühzeitige Angebot qualifizierter psychosozialer Beratung Auswege aus ihrer verzweifelten Lage aufzeigen und sie so rechtzeitig während der Schwangerschaft für eine vertrauliche Geburt gewinnen“, sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) am Mittwoch in Berlin.

Das Gesetz soll den Müttern für eine genügend lange Dauer die Anonymität der Daten garantieren, damit sie Zutrauen in die Schutzsphäre der vertraulichen Geburt bekommen. Gleichzeitig haben die betroffenen Kinder ab dem 16. Lebensjahr die Chance, ihre eigene Identität festzustellen, es sei denn, die Mutter widerspricht.

Die Neuregelungen sollen zum 1. Mai 2014 in Kraft treten. Bislang gibt es in Deutschland jährlich rund 100 anonyme Kindsabgaben durch die anonyme Geburt oder die Babyklappe. Zwischen 20 und 35 Kinder werden jährlich ausgesetzt, einige davon sterben.

 

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