Urteil gegen mutmaßliche Agenten Russlands erwartet

Drei Männer sollen im Auftrag Russlands Anschläge auf Transportwege vorbereitet haben. Nun soll in Stuttgart das Urteil gegen die Männer fallen.
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Den Ukrainern wird vorgeworfen, im Auftrag Russlands Anschläge geplant zu haben. (Archivbild)
Den Ukrainern wird vorgeworfen, im Auftrag Russlands Anschläge geplant zu haben. (Archivbild) © dpa
Stuttgart

Das Oberlandesgericht Stuttgart will heute (10.00 Uhr) das Urteil gegen drei junge Männer verkünden, die als Agenten im Auftrag Russlands Anschläge auf den Güterverkehr in Deutschland vorbereitet haben sollen. Die Bundesanwaltschaft legt den Ukrainern im Alter von 22, 25 und 30 Jahre Agententätigkeit und Verabredung zu Brandanschlägen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes zur Last. 

Die drei Männer waren im Mai vergangenen Jahres in Köln, Konstanz und im Schweizer Kanton Thurgau festgenommen worden. Ermittlungen der Bundesanwaltschaft zufolge sollen sie Teil eines Sabotageplans gewesen sein, der auf Transportwege eines Paketdienstleisters abzielte.

Angeklagte sollen Transportabläufe ausgeforscht haben

Nach Darstellung der Anklage verschickten die Männer im März 2025 über einen ukrainischen Postdienst zwei Pakete mit GPS-Trackern in Richtung Ukraine. Den Auftrag hierzu soll laut Generalbundesanwalt ein russischer Nachrichtendienst erteilt haben. Damit sollten Routen und Transportabläufe bei dem Paketdienstleister ausgeforscht werden. 

Im nächsten Schritt habe das Trio Pakete mit Brandsätzen verschicken sollen, die sich während des Transports entzünden. Die drei Männer hätten zugesagt, die Pakete zu verschicken, so der Vorwurf. Laut Anklage flogen sie aber bereits bei der Vorbereitung der Anschläge auf. 

Der Vertreter der Bundesanwaltschaft hatte in seinem Plädoyer Haftstrafen zwischen 2 Jahren und 9 Monaten und 4 Jahren und 3 Monaten für die Angeklagten gefordert. Die Verteidiger beantragten Freispruch für ihre Mandanten. 

Erinnerung an andere Fälle

Der Fall weckt Erinnerungen an einen Vorfall im Jahr 2024. Damals entzündete sich im DHL-Logistikzentrum in Leipzig ein Luftfrachtpaket. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass das Paket im Auftrag Russlands platziert war.

Erst Anfang August war am Leipziger Flughafen in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem "hybriden" Angriff "fremder Mächte".

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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