Trumps martialischer Appell: "Werden Terroristen töten"

Mit martialischen Worten kündigt US-Präsident Donald Trump einen intensiveren Kampf mit mehr Soldaten gegen Terroristen in Afghanistan an.
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Oktober 2008: Ein US-Soldat unterstützt einen afghanischen Soldaten beim Kampf gegen Taliban-Kämpfer. Jetzt will US-Präsident Donald Trump (kl. Bild) wieder mehr Truppen nach Afghanistan schicken.
dpa Oktober 2008: Ein US-Soldat unterstützt einen afghanischen Soldaten beim Kampf gegen Taliban-Kämpfer. Jetzt will US-Präsident Donald Trump (kl. Bild) wieder mehr Truppen nach Afghanistan schicken.

Washington - In einer beispiellosen Kehrtwende hat US-Präsident Donald Trump eine Ausweitung des US-Militäreinsatzes in Afghanistan und einen rigorosen Antiterrorkampf in der Region angekündigt. Mit mehr Soldaten als bisher soll der Kampf gegen Extremisten intensiviert werden. Die US-Truppen sollen direkt und gezielt gegen Terroristen vorgehen.

Genaue Zahlen über die Anhebung der Truppenstärke von derzeit 8400 nannte Trump ausdrücklich nicht, ein Vorschlag aus dem Pentagon geht aber von einer Aufstockung um rund 4000 aus. "Diese Mörder müssen wissen, dass sie sich nirgendwo verstecken können, dass kein Platz außerhalb der Reichweite amerikanischer Macht und amerikanischer Waffen liegt", sagte Trump. "Wir sagen nicht wann. Aber wir werden angreifen", drohte der US-Präsident.

Rückzug würde laut Trump Gefahr bedeuten

Die radikalislamischen Taliban kündigten als Reaktion einen "Heiligen Krieg bis zum letzten Atemzug" an. Die Extremisten kontrollieren heute wieder etwa elf Prozent des Landes und kämpfen um etwa 30 Prozent. Sollten die USA nicht abziehen, werde Afghanistan zu ihrem Friedhof werden, erklärten die Taliban. Lange Zeit hielt es Trump für einen Fehler, die Afghanistan-Mission überhaupt begonnen zu haben.

Er forderte wiederholt, sie so schnell wie möglich zu beenden. "Mein eigentlicher Instinkt war der Rückzug", gab der US-Präsident zu. Er habe sich jedoch überzeugen lassen. Ein schneller Rückzug hätte die Gefahr bedeutet, ein Machtvakuum wie seit 2011 im Irak zu schaffen und Terroristen das Feld zu überlassen.

"Werden Terroristen töten"

Trump sagte, von nun an werde Sieg klar so definiert: "Unsere Feinde angreifen, den IS auslöschen, Al-Kaida zerquetschen, die Taliban davon abhalten, Afghanistan zu übernehmen und Terror-Anschläge gegen Amerika verhindern, bevor sie geschehen." Und er machte deutlich: "Wir werden nicht wieder Staatsaufbau betreiben – wir werden Terroristen töten." 

Der Militäreinsatz in Afghanistan, nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 von US-Präsident George W. Bush begonnen, ist mit fast 16 Jahren Amerikas längster Krieg. 2400 US-Militärangehörige kamen bisher ums Leben. Die Bundesregierung zeigte sich zufrieden über Trumps Kehrtwende. "Es ist richtig und die Bundesregierung hat lange dafür geworben, dass ein Ende des Einsatzes an die Bedingungen vor Ort geknüpft wird", sagte ein Regierungssprecher.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) warnte jedoch vor Alleingängen der USA und verwies auf die hohe Zahl von Asylbewerbern aus Afghanistan. Die Grünen hingegen halten Trumps Afghanistan-Strategie für „brandgefährlich“.

Lesen Sie hier: Neuordnung der Strategie - Trump will Kampf in Afghanistan verschärfen

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