Tausende Menschen aus Seenot gerettet

Seenotrettung im Mittelmeer: Innerhalb von 48 Stunden wurden mehrere Tausend Menschen gerettet.
| dpa
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Von der italienischen Marine im Januar gerettete Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer vor Sizilien. Wieder sind Hunderte Menschen aus Seenot gerettet worden, für einige kam jede Hilfe zu spät.
Italian Navy Press Office/Archiv/dpa Von der italienischen Marine im Januar gerettete Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer vor Sizilien. Wieder sind Hunderte Menschen aus Seenot gerettet worden, für einige kam jede Hilfe zu spät.

Rom - Innerhalb von 48 Stunden haben private Hilfsorganisationen auf dem Mittelmeer mehrere Tausend Menschen in Seenot gerettet.

Alleine am Samstag hätten die Nichtregierungsorganisationen Iuventa Jugend rettet, Moas und Sea-Eye etwa 3.000 Flüchtlinge und andere Migranten auf Schlauch- und Holzbooten etwa 20 Meilen von der libyschen Küste entfernt ausgemacht, sagte der Kapitän der Iuventa, Kai Kaltegärtner, der Deutschen Presse-Agentur.

Am Freitag seien bereits 1.800 bis 2.000 Menschen von mehreren Nichtregierungsorganisationen (NGO) von Schlauchbooten gerettet worden. "Das ist so für uns noch nicht da gewesen", sagte Kaltegärtner. "Wir befürchten, dass zum Sonnenaufgang weitere Boote kommen." Das Wetter auf See sei derzeit sehr gut.

Zeitweise habe die Iuventa am Samstag Hunderte Menschen versorgen müssen, die sich noch auf instabilen Booten befanden, weil die Kapazität ihres Bootes erschöpft war. Unter anderem habe ein deutsches Marineschiff den Hilfsorganisationen Flüchtlinge und Migranten abgenommen, um sie ans Festland zu bringen. Ob Menschen starben, war zunächst unklar.

"Alle Organisationen sind am absoluten Maximum"

"Alle Organisationen sind am absoluten Maximum", sagte Iuventa-Sprecherin Pauline Schmidt. Die NGO warteten darauf, dass das MRCC - die Seenotrettungsleitstelle für das Mittelmeer in Rom - Schiffe sende, die die Geretteten ans Festland bringen. "Wir sind abhängig davon, dass uns das MRCC ein Schiff sendet, sonst können wir nicht weiter retten und sind handlungsunfähig beziehungsweise gezwungen, die Menschen selber an Land zu bringen und das Rettungsgebiet vollkommen alleine zu lassen", sagte Schmidt.

Am Samstag hatte die Hilfsorganisation SOS Méditerranée berichtet, am Freitag innerhalb von sieben Stunden 500 Menschen aus Seenot gerettet zu haben. Ein Mann starb auf einem der Schlauchboote. Ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) berichtete auf Twitter von einem weiteren Unglück: Fischer hätten 101 Menschen von einem sinkenden Boot gezogen, fünf seien ertrunken. Wann genau sich dieses Unglück ereignete, war zunächst unklar. Zwischen Griechenland und Italien war am Samstag ein weiteres Boot in Seenot geraten. Unter den 48 Migranten an Bord waren 13 Minderjährige.

Nach IOM-Angaben sind seit Jahresbeginn bereits fast 800 Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen. Schlepper im Bürgerkriegsland Libyen schicken Flüchtlinge und Migranten oft in nicht seetüchtigen Booten aufs Meer.

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