Streit um Homo-Ehe: Konservative Politik

Atomkraft? Muss weg. Wehrpflicht? Ist weg. Und die Ehe? - AZ-Chefredakteur Arno Makowsky über den Streit um die Homo-Ehe.
| Arno Makowsky
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Der Streit innerhalb der Union über die Homo-Ehe ist nicht irgendein Streit. Es ist ein Streit, der eine Grundsatzfrage von CDU und CSU berührt. Diese Frage heißt: Was bedeutet der Begriff „konservativ“ heute eigentlich noch?

Vieles von dem, was die Unionsparteien vor Jahren noch als konservative Werte und „nicht verhandelbar“ bezeichnet hätten, ist unter der sozialdemokratisierten Merkel-Regierung aufgeweicht. Atomkraft? Muss weg. Wehrpflicht? Ist schon weg. Studiengebühren? Weg damit. Jetzt soll auch noch die Ehe von Mann und Frau nicht mehr wert sein als eine Schwulen-Lebensgemeinschaft.

Das wollen vermeintliche Gralshüter der konservativen Idee wie Volker Kauder (CDU) und Horst Seehofer (CSU) nicht mitmachen. Und damit begehen sie einen schweren Fehler. Viele Probleme, die Seehofer mit seiner Wählerschaft hat, liegen darin begründet, dass die CSU es nicht geschafft hat, ein modernes Frauen- und Familienbild zu etablieren, zu dem längst gleichgeschlechtliche Partnerschaften gehören. Diese Haltung verwechselt Konservatismus mit platter Rückwärtsgewandheit.

Das mag bei manchen traditionellen Wählern ankommen, die Stimmung in der Gesellschaft ist eine andere. 70 Prozent der Wähler sind für eine Gleichstellung der Homo-Ehe. In der CDU haben das manche Politiker, zum Beispiel Wolfgang Schäuble, begriffen.

Seehofer und Co. werden folgen müssen. Sonst schafft sich die Union irgendwann selbst ab.

 

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