Streit über Antisemitismusvorwurf: Dobrindt angezeigt

Der Bundesinnenminister kommentiert in der Sendung "Maybrit Illner" einen Versprecher der Moderatorin über die Berliner Linke Elif Eralp. Die sieht Anlass für eine Strafanzeige.
AZ/dpa |
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Innenminister Alexander Dobrindt war zu Gast bei "Maybrit Illner". (Archivbild)
Innenminister Alexander Dobrindt war zu Gast bei "Maybrit Illner". (Archivbild) © Michael Kappeler/dpa

Die Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp und ihr Landesverband haben nach Angaben ihres Anwalts Strafanzeige gegen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gestellt. Der CSU-Politiker soll sich dem Schriftsatz zufolge eine Aussage über Eralp als "Antisemitin" zu eigen gemacht haben. Dies erfülle den Tatbestand der üblen Nachrede und Beleidigung, erklärte Anwalt Jasper Prigge der Deutschen Presse-Agentur. 

Dabei geht es um eine Passage der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" vom Donnerstag, in der es zu Wortgefechten zwischen Dobrindt und der Linken-Bundestagsfraktionschefin Heidi Reichinnek kam. Moderatorin Illner versprach sich dabei, korrigierte sich aber sofort: "Elif Eralp sagt, sie ist Antisemitin... Sie ist keine Antisemitin." Darauf sagte Dobrindt: "Na doch." 

"Falschbehauptung des Innenministers"

Anwalt Prigge argumentiert, Dobrindt habe sich Illners Versprecher zu eigen gemacht. Das sei "üble Nachrede" im Sinne des Strafgesetzbuchs. Dobrindt stelle eine falsche Tatsachenbehauptung auf. Um eine "Beleidigung" im Sinne des Strafgesetzbuchs handele es sich, weil die Bezeichnung als Antisemitin "in erheblichen Maße ehrabträglich" sei.

Elif Eralp hat Strafanzeige gegen Innenminister Alexander Dobrindt gestellt. (Archivbild)
Elif Eralp hat Strafanzeige gegen Innenminister Alexander Dobrindt gestellt. (Archivbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Weiter heißt es im Schriftsatz: "Die Tat ist schließlich auch geeignet, das öffentliche Wirken von Frau Eralp erheblich zu er schweren. Die Verbreitung der Falschbehauptung durch den Innenminister im Fernsehen, Frau Eralp würde sagen, sie sei Antisemitin, ist geeignet, ihre Integrität als politische Amtsträgerin und damit die Regierungsbildung im Land Berlin zu beeinträchtigen."

Dobrindt mit Vorwürfen gegen die Linke

Eralp war mit der Linken bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20. September mit 25,7 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden und strebt das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in einer rot-grün-roten Koalition an. Gegen ihre Partei werden Antisemitismus-Vorwürfe erhoben, unter anderem, weil ein propalästinensischer Rapper bei einer Parteiveranstaltung zu Gewalt gegen die israelische Armee aufgerufen habe.

Dobrindt hatte vergangene Woche in Kloster Banz gesagt, die Linkspartei in Berlin dulde "ganz offensichtlich Antisemiten und Extremisten in ihrem Umfeld". Eralp hatte sich vor und nach der Wahl von jeglichem Antisemitismus und von Gewaltaufrufen distanziert und das Existenzrecht Israels bekräftigt.

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3 Kommentare
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  • Der wahre tscharlie am 28.09.2026 19:39 Uhr / Bewertung:

    Diese Sendung war schwer erträglich. Nicht wegen der Moderation von Frau Illner, sondern wegen Dobrindts Verhalten.
    Die Versuch Dobrindts, Frau Reichinnek permanent nicht zu Wort kommen zu lassen, ist sehr schlechter Politikerstil. Dazu sein ständiges süffisantes Grinsen.
    Dass Frau Reichinnek eine Schnellsprecherin ist, ist ja bekannt. Dass aber Dobrindt auch schnell sprechen kann, überrascht mich, wenn ich an seine Pressekonferenzen denke, bei denen er so langsam redet, dass man gezwungen ist, wegzuschalten.

    Aber das Grundprinzip einer Diskussion ist, dass man sich die Gegenargumente anhört und den Gegner ausreden läßt. Aber da hast bei Dobrindt weit gefehlt. Insbesonders, weil er die "Strategie" nur bei Frau Reichinnek angewandt hat.

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  • FRUSTI13 am 28.09.2026 10:50 Uhr / Bewertung:

    Die AfD zeigt den Kanzler an, die Eralp den Dobrindt. Ist das jetzt der neue Umgang unter Politikern?

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  • JENZZ am 28.09.2026 10:44 Uhr / Bewertung:

    Das könnte juristisch eng werden für Dobrindt, da er ja als amtierender Bundesminister zu Gast war.

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