Parteitag geht weiter – Machtkampf in NRW-AfD eskaliert

Tumulte, Beschimpfungen – schließlich verlässt ein Lager unter Protest den Saal. Bei der AfD in Nordrhein-Westfalen eskaliert der Machtkampf. Landeschef Vincentz kann seine Kandidaten nun durchsetzen.
dpa |
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Beim AfD-Wahlparteitag in Marl ist der Machtkampf zwischen zwei innerparteilichen Lagern eskaliert.
Beim AfD-Wahlparteitag in Marl ist der Machtkampf zwischen zwei innerparteilichen Lagern eskaliert. © Henning Kaiser/dpa
Marl

Begleitet von heftigen Tumulten und lauten Beschimpfungen hat die nordrhein-westfälische AfD die Benennung ihrer Kandidaten für die Landtagswahl im kommenden Jahr fortgesetzt. Ein Antrag, den Parteitag in Marl abzubrechen, bekam keine Mehrheit. Zahlreiche Vertreter des Lagers hinter der Bundesvorsitzenden Alice Weidel verließen daraufhin unter Protest den Saal. Das Lager um den Landesvorsitzenden Martin Vincentz nutzt diese Situation nun, um die Liste im Eiltempo mit Kandidaten aus den eigenen Reihen zu füllen.

Der Wahlparteitag hatte am vergangenen Wochenende begonnen. Doch der Machtkampf zwischen den beiden innerparteilichen Lagern war schnell eskaliert. Offensichtlich, um den Parteitag zu verzögern, nominierte eine Gruppe mit dem Namen "Operation Filibuster" mehr als 90 Kandidaten für Listenplatz 22. Vincentz nannte das "Sabotage".

Landesvize spricht von "Parteitag der Schande"

Die AfD-Bundesspitze hatte Vincentz und den Landesvorstand zuletzt aufgefordert, die Aufstellung der Landesliste abzubrechen und neu zu beginnen. Bei dem Parteitag in Marl stellte der stellvertretende Landesvorsitzende Christian Zaum offiziell den Antrag auf Abbruch. Er sprach dabei von einem "Parteitag der Schande".

Vincentz konterte, dass ein Abbruch des Wahlparteitags schwerwiegende Folgen für die AfD bei der Landtagswahl im kommenden Jahr haben könne. Er forderte deshalb die Fortsetzung des Parteitags und fügte hinzu: "Selbst für den Fall, dass mich das meinen Kopf als Landessprecher kostet."

Die Delegierten beschlossen schließlich mit großer Mehrheit, den Parteitag nicht abzubrechen. Auch der Antrag, eine Pause zu machen und die Wahl weiterer Kandidaten erst am Samstag fortzusetzen, bekam keine Mehrheit.

Vincentz konnte einen Kandidaten nach dem anderen benennen

Das Lager, das sich gegen Vincentz zusammengeschlossen hatte, verließ daraufhin unter Protest den Saal – und nahm somit keinen Einfluss mehr auf die Benennung der weiteren Kandidaten für die NRW-Landtagswahl im kommenden Jahr.

Vincentz ging ein ums andere Mal ans Mikrofon und benannte Kandidaten. Bis Listenplatz 34 stehen sie nun ohne Gegenkandidaten zur Wahl.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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