Russland bestätigt Verletzung von türkischem Luftraum

Russland hat die Verletzung des türkischen Luftraums durch ein russisches Kampfflugzeug bestätigt. Das sagte ein Sprecher der Moskauer Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara der Agentur Interfax.
| dpa
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Moskau/Istanbul - Die Türkei hatte mitgeteilt, dass eine russische Militärmaschine beim Einsatz in Syrien in der Grenzregion Hatay den türkischen Luftraum verletzt habe und von der Luftwaffe abgedrängt worden sei. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte in Moskau, dem Botschafter sei vom türkischen Außenministerium eine Protestnote übergeben worden. Russland wolle die Vorwürfe prüfen.

Russland hatte seine umstrittenen Luftangriffe in Syrien am vergangenen Mittwoch begonnen. Nach eigener Darstellung bombardieren Kampfjets vor allem Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Syrische Aktivisten und die USA werfen Russland vor, auch gemäßigte Rebellen und Zivilisten anzugreifen.

Die Bundesregierung hält die russischen Angaben zu den Angriffszielen ihrer Luftwaffe in Syrien für unglaubwürdig. "Wir fänden es wichtig, wenn Worte und Taten miteinander in Einklang stünden", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, in Berlin.

Nach Angaben der russischen Regierung richten sich die Angriffe, die in der vergangenen Woche begonnen hatten, gegen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Syrische Regimegegner bestreiten dies und berichten von zivilen Opfern. US-Präsident Barack Obama hatte Moskau vorgeworfen, es greife in Syrien vor allem gemäßigte Rebellen an, um dadurch das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu stützen. Dadurch werde indirekt auch der IS gestärkt.

Deutschland glaube generell nicht an eine militärische Lösung des Syrien-Konflikts, betonte Schäfer. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) habe deshalb in der vergangenen Woche jeweils mit den Außenministern der Regionalmächte Türkei, Saudi-Arabien und Iran Gespräche über eine mögliche politische Lösung geführt. Ein gemeinsames Treffen von Vertretern dieser Staaten zu Syrien sei leider noch nicht möglich gewesen. Dafür sei die Kluft zwischen ihnen derzeit zu groß.

Auf die Frage, ob sich die Attacken auch gegen Oppositionskämpfer richten, sagte Peskow Interfax zufolge: "Das Ziel des Einsatzes (...) ist die Unterstützung der Offensive der syrischen Streitkräfte im Kampf gegen terroristische und radikale Organisationen und gegen Kräfte, die sich auf dem syrischen Territorium befinden."

Innerhalb von 24 Stunden flog Russland 25 neue Angriffe in Syrien, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Außenminister Sergej Lawrow sagte, Russland habe den USA neue direkte Kontakte auf militärischer Ebene vorgeschlagen. Washington kritisiert Moskaus Intervention in dem Bürgerkriegsland scharf.

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