Poker um das Außenministeramt: Gut, besser, Guttenberg

„Außenministerium wäre ihm auf den Leib geschneidert“ – doch die FDP will das Amt für sich. Der neue Stand in der Debatte, wer was wird: Die Abendzeitung gibt einen Überblick.
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BERLIN - „Außenministerium wäre ihm auf den Leib geschneidert“ – doch die FDP will das Amt für sich. Der neue Stand in der Debatte, wer was wird: Die Abendzeitung gibt einen Überblick.

Der Weg zur neuen Regierung: In den Hinterzimmern geht es selbstverständlich längst ums Personal. Fest gesetzt sind nur wenige, der Rest ist ein mühsames Austarieren zwischen Kompetenz, Parteizugehörigkeit, Verdiensten und sonstigem Proporz. Die AZ gibt einen Überblick über den Stand der Modelle.

Als Mitglied der Regierung steht er fest: CSU-Star KT zu Guttenberg. Aber an welcher Stelle? Die CSU-Linie ist klar: Der Publikumsliebling – der am Samstag sogar bei „Wetten dass“ auftritt – soll Wirtschaftsminister bleiben. Daneben gibt es aber noch andere Gedankenspiele. Neben dem – für ihn etwas verschenkten – Verteidigungsministerium oder dem Finanzministerium wurde er auch schon in einem Satz mit dem Wort Außenminister erwähnt.

Was für ihn spricht: Die Außenpolitik ist sein Fachgebiet, in dem er jahrelang gearbeitet hat. Er hält aus dem Stand druckreife Reden auf Englisch und macht auf dem internationalen Parkett eine gute Figur.

Auch in der FDP räumt man ein: „Das Amt wäre ihm auf den Leib geschneidert.“ Allein: Sie will’s nicht hergeben, und sie hat traditionell das Zugriffsrecht, was sie sich von der geschwächten CSU erst recht nicht nehmen lässt. Das Alternativ-Szenario – Guido Westerwelle als Superminister für Finanzen und Wirtschaft – löst dort in Zeiten der Krise wenig Begeisterung aus.

Auch in der FDP ist Bewegung: Vor allem die Jungen fordern ihren Anteil, die Julis stellen 17 Abgeordnete. Und als wichtigste Minister-Anwärter neben Sabine Leutheusser-Schnarrenberger werden Hermann Otto Solms (69) und Rainer Brüderle (64) gehandelt. Damit kommen Daniel Bahr (32) als Gesundheits-Staatssekretär und Silvana Koch-Mehrin (38) als Familienministerin ins Spiel – wobei bei letzterer auch manche in der FDP zusammenzucken.

Bei der Union hängt vieles an der Frage, ob sich Wolfgang Schäuble nun als EU-Kommissar nach Brüssel wegloben lässt oder nicht: Er war Merkel gegenüber sehr loyal, da will sie ihn nicht mit der Konrad-Adenauer-Stiftung abspeisen. Zum Zug kommen wohl auch einige Mitglieder ihrer Boy-Group, vor allem Generalsekretär Ronald Pofalla. Und sie will frische Gesichter aus den Ländern holen: Am häufigsten wird hier die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner genannt, die bis weit in die Grünen hinein Anerkennung genießt – ein Signal für die Zukunft. Und noch ein Gerücht ist nicht totzukriegen: Dass Roland Koch Finanzminister wird – mit Noch-Amtsinhaber Steinbrück hat er zum Teil bemerkenswert gut zusammengearbeitet. jox/tan

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