Per Handy-Foto Wohlverhalten beweisen

Hessische SPD-Politiker sollen vor der geplanten Wahl von Andrea Ypsilanti unter Druck gesetzt worden sein, ihr Kreuzchen zu fotografieren. Und das sind nicht die einzigen Manipulationsvorwürfe...
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FRANKFURT - Hessische SPD-Politiker sollen vor der geplanten Wahl von Andrea Ypsilanti unter Druck gesetzt worden sein, ihr Kreuzchen zu fotografieren. Und das sind nicht die einzigen Manipulationsvorwürfe...

Wurde in der Hessen-SPD manipuliert und schikaniert? Mehrere Abgeordnete berichten nun, sie seien vor der – dann abgeblasenen Wahl – von Andrea Ypsilanti unter Druck gesetzt worden, ihre Ja-Stimme per Handy-Foto zu dokumentieren.

Von Kollegen seien sie mal „wohlwollend“, mal „drängend“ aufgefordert worden, bei der Wahl ein Foto zu machen, um ihr Wohlverhalten zu beweisen, dass sie auch wirklich für Andrea Ypsilanti gestimmt haben, berichten mehrere Parlamentarier nun in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Damit wurde für die vier spätentschlossenen Abweichler auch klar, dass sie nicht auf eine geheime Wahl setzen können. Und: Wenn es stimmt, zeigt es auch, dass die Führung der Hessen-SPD doch nicht so felsenfest daran geglaubt hat, dass wirklich alle hinter dem Kurs stehen. Nach der spektakulären Pressekonferenz der Abweichler war große Überraschung demonstriert worden: Zumindest drei hätten ihre Bedenken nie vorher kundgetan. Die Abweichlerin Silke Tesch bestätigte, dass über Handy-Fotos diskutiert worden sei.

Wurde schon bei der Kür zur Spitzenkandidatin getrickst?

Außerdem sind Manipulationsvorwürfe aufgetaucht, die schon die Kür von Andrea Ypsilanti zur Spitzenkandidatin im Dezember 2006 betreffen. Damals setzte sie sich in einer Stichwahl mit zehn Stimmen Vorsprung gegen Jürgen Walter (einen der späteren Abweichler) durch. Im ersten Wahlgang hatten beide je 172 Stimmen erhalten.

Damals war schon aufgefallen, dass hinter verschlossenen Türen ausgezählt wurde. Und nun hatten sich vor einigen Tagen mehrere Jusos bei einer Arbeitskreissitzung damit gebrüstet, sie hätten Ypsilantis Spitzenkandidatur „durch die Hintertür durchgesetzt“. Die SPD dementiert Getrickse entschieden, hat aber die betreffenden Jusos für Dienstag zu einer Anhörung geladen.

Andrea Ypsilanti selbst wurde am Wochenende als Direktkandidatin für die Wahl nominiert – trotz eines Gegenkandidaten bekam sie alle abgegebenen 54 Stimmen.

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