Papst fordert Putin zu Waffenstillstand in Frontstadt auf

Leo XIV. ist besorgt über die Lage in der abgeriegelten Frontstadt Oleschky im Süden der Ukraine. In einem Telefont mit Putin ruft er den Kreml-Chef zu einem Waffenstillstand in der Region auf.
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Leo XIV. fordert Putin zum Waffenstillstand auf. (Archivbild)
Leo XIV. fordert Putin zum Waffenstillstand auf. (Archivbild) © Andrew Medichini/AP/dpa
Rom/Moskau

Papst Leo XIV. fordert Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu einem Waffenstillstand für die Frontstadt Oleschky im Süden der Ukraine auf. Das Oberhaupt der katholischen Kirche habe in einem Telefonat seine "tiefe Besorgnis" über die humanitäre Lage in der von Russland abgeriegelten Kleinstadt in der Region Cherson zum Ausdruck gebracht, teilte der Vatikan mit. Zugleich bekräftigte Leo seinen Appell für Frieden und Dialog.

Putin wünschte nach Angaben des Kremls dem Papst nach dessen OP eine rasche Genesung. Er dankte dem Vatikan für die Bereitschaft, im Ukraine-Krieg zu vermitteln und humanitäre Fragen zu lösen. Die Verantwortung für die Lage in Oleschky schob der Kremlchef allein der Ukraine zu. Er unterstütze aber die Bemühungen des Vatikans, die Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung dort zu gewährleisten. 

Leo führte das Telefonat aus dem Gemelli-Krankenhaus, wo sich der 71-Jährige seit seiner Krebs-Operation am vergangenen Dienstag aufhält. Zur Dauer des Gesprächs machte der Vatikan keine Angaben. Die Forderung nach einem Waffenstillstand begründete der gebürtige US-Amerikaner damit, dass die "Lieferung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie die freiwillige und sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung" ermöglicht werden solle.

Vatikan bemüht sich Jahren um Vermittlung

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg. Der Vatikan bemühte sich seither mehrfach um Vermittlung zwischen beiden Seiten, jedoch ohne Erfolg. Zwischenzeitlich war der Kirchenstaat auch als möglicher Ort für Friedensgespräche im Gespräch. Moskau lehnte jedoch ab. 

Die seit Monaten abgeriegelte Kleinstadt Oleschky liegt auf russischem Besatzungsgebiet im Süden der Ukraine am Ufer des Dnipro. Nach ukrainischen Angaben hält Russland dort etwa 2.000 Menschen fest. Hilfsorganisationen beklagen seit langem die humanitäre Lage. Die Gebietshauptstadt Cherson in ukrainischer Hand ist nur neun Kilometer entfernt. Dazwischen verläuft die Front. 

Nach jahrelangem wechselseitigem Beschuss liegen rund um Oleschky Minen, ein Verlassen ist in alle Richtungen lebensgefährlich. Der Kreml warf der ukrainischen Armee wiederholt vor, durch Drohnenangriffe die Lieferung von Lebensmitteln nach Oleschky zu verhindern.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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