Papst: Christen und Muslime gemeinsam gegen Gewalt

Die Zentralafrikanische Republik ist geprägt vom blutigen Konflikt von Muslimen und Christen. Papst Franziskus sieht die Religionsgruppen als Brüder. Deshalb sollen sie sich gemeinsam für Frieden einsetzen.
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Papst Franziskus sieht die Religionsgruppen als Brüder.
dpa Papst Franziskus sieht die Religionsgruppen als Brüder.

Bangui - Beim Besuch einer Moschee im Krisenstaat Zentralafrikanische Republik hat Papst Franziskus eine Abkehr von Hass und Gewalt gefordert.

Christen und Muslime seien "Brüder" und müssten sich gemeinsam für den Frieden einsetzen, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Montag. Wer sagt, er glaube an Gott, müsse ein Mann oder eine Frau des Friedens sein. 

"Sagen wir gemeinsam nein zum Hass, zur Rache, zur Gewalt, besonders zu jener, die im Namen einer Religion oder im Namen Gottes verübt wird! Gott ist Friede, Salam", sagte Franziskus, das arabische Wort für Frieden nutzend. 

 

Auch Imam fordert friedliches Miteinander

 

Auch der Imam der Koudoukou-Moschee, Tidiani Moussa Naibi, forderte eine friedliches Miteinander der Religionsgruppen. Der gegenwärtige Konflikt werde nicht von Dauer sein, sondern sei nur ein schmerzhaftes Kapitel der Geschichte des Landes. "Wir werden zu Frieden und Sicherheit erreichen, größer und gerechter als zuvor." 

Franziskus bat den Imam, ihn zum Mihrab zu führen, der nach Mekka gerichteten Gebetsnische. Beide verharrten davor für einen Moment der Stille. Nach dem Moschee-Besuch besuchte Franziskus Flüchtlinge, die auf dem Gelände untergebracht sind.

Lesen Sie hier: 1860 mit päpstlichem Segen? Habemus leonem - Franziskus soll Löwen-Papst werden

Die Zentralafrikanische Republik wird seit 2013 von einem Konflikt erschüttert, bei dem sich muslimische Rebellen und christliche Milizen gegenüberstehen. Tausende wurden getötet, jeder fünfte Einwohner ist vor der Gewalt geflohen. Beiden Konfliktparteien werden schwere Gewalttaten vorgeworfen. Das Land ist einem UN-Index zufolge der drittärmste Staat der Welt. 

 

Papst von Hunderten Blauhelmsoldaten mit Maschinenpistolen geschützt

 

Der Besuch in Bangui fand unter schweren Sicherheitsvorkehrungen statt. Hunderte Blauhelmsoldaten mit Maschinenpistolen im Anschlag sicherten alle Routen des Papstes ab. Am Montag waren sogar auf den drei Minaretten der Moschee UN-Soldaten mit Maschinenpistolen zu sehen.

Franziskus schloss seine sechstägige Afrika-Reise in Bangui mit einem Gottesdienst vor Zehntausenden Gläubigen ab. Der Papst wiederholte dabei seine Forderung nach Toleranz und Vergebung seitens der Christen. Er ermutigte auch jene, die angesichts des Konflikts Schicksalsschläge verkraften mussten. Jesus sei von den Toten auferstanden. "Seither sind die Prüfungen und die Leiden, die wir erleben, immer Gelegenheiten, die einer neuen Zukunft die Türen öffnen."

Lesen Sie hier: Uganda: Papst wirbt für Frieden im Krisenstaat Zentralafrikanische Republik

Für den Papst war der Besuch in der Zentralafrikanischen Republik besonders wichtig. Er folgt dabei seinem Ziel, auch die Ränder die Kirche einzubeziehen, die Armen, Notleidenden und Vergessenen. Am Montagmittag fliegt Franziskus mit einer Sondermaschine der Alitalia zurück nach Rom. Im Rahmen seiner ersten Afrika-Reise hatte der 78-Jährige auch Kenia und Uganda besucht.  

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