Opposition zur Modellbauaffäre: Haderthauer für Rückkehr ins Amt ungeeignet

Anders als die CSU hat die Landtags-Opposition der ehemaligen Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) für die Zukunft jegliche Eignung für ein Ministeramt abgesprochen.
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Seehofer sprach Haderthauer am Vortag von allen Vorwürfen frei.
Matthias Balk/dpa Seehofer sprach Haderthauer am Vortag von allen Vorwürfen frei.

Anders als die CSU hat die Landtags-Opposition der ehemaligen Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) für die Zukunft jegliche Eignung für ein Ministeramt abgesprochen.

München - Ministerpräsident Horst Seehofer erklärte seine ehemalige Staatskanzleichefin Christine Haderthauer für rehabilitiert. Das sieht die Landtags-Opposition anders. Der Vorsitzende des Modellbau-Untersuchungsausschusses, Horst Arnold (SPD), warf ihr am Dienstag ein langes "Katz-und-Maus-Spiel" mit der Wahrheit vor. Ulrike Gote (Grüne) sagte, Haderthauer habe nie die volle Wahrheit mit allen Details gesagt. Peter Bauer (Freie Wähler) kritisierte, sie habe ihr Amt missbraucht, um Druck auf Medien und einzelne Abgeordnete auszuüben.

Ministerpräsident Horst Seehofer hatte Haderthauer am Vortag von allen Vorwürfen reingewaschen: Das Strafverfahren sei so ausgegangen, "dass sie durchaus weiter Politik machen kann, aus meiner Sicht auch machen soll". Sogar eine Rückkehr ins Kabinett schloss er nicht aus.

Dreifachmörder beschäftigt: Die Modellbau-Affäre

Die Eheleute Haderthauer waren bis 2008 nacheinander Miteigentümer des Unternehmens Sapor Modelltechnik, das Modellautos verkaufte, die von Straftätern in der Psychiatrie gebaut wurden. Wichtigster Konstrukteur war ein verurteilter Dreifachmörder. Pikant daran war unter anderem, dass Hubert Haderthauer damals Stationsarzt im betreffenden Bezirksklinikum war.

Hauptauslöser der Affäre aber war ein französischer Geschäftsmann, der die Haderthauers beschuldigte, ihn um mehrere Zehntausend Euro betrogen zu haben. 2014 trat Haderthauer wegen der Affäre als Staatskanzleichefin zurück.

Die entsprechenden Betrugsermittlungen gegen Christine Haderthauer stellte die Staatsanwaltschaft jedoch ein; sie akzeptierte aber einen Strafbefehl wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Abgabenordnung. Ihren Ehemann verurteilte das Landgericht München II wegen Steuerhinterziehung und versuchten Betrugs zu einer Geldstrafe.

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