Obama bietet Moskau Abrüstung weiterer Atomwaffen an

US-Präsident Barack Obama hat Russland neue Gespräche zur weiteren Reduzierung der Atomwaffenarsenale angeboten.
| dpa
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US-Präsident Barack Obama hat Russland neue Gespräche zur weiteren Reduzierung der Atomwaffenarsenale angeboten. "Wir können mit fester Überzeugung sagen, dass wir mehr Atomwaffen haben als nötig", sagte Obama am Rande des zweiten Weltgipfels für Nuklearsicherheit in Seoul.

Seoul - Der US-Präsident rief außerdem China auf, sich angesichts seines wachsenden Kernwaffenbestands an dem Abrüstungsdialog zu beteiligen. Von Nordkorea und dem Iran forderte er, in den Konflikten um ihre Atomprogramme einzulenken.

Unmittelbar vor Beginn des Gipfels bekräftigte Obama während einer Rede vor Studenten seine Vision von "einer Welt ohne Atomwaffen", die er vor drei Jahren in Prag vorgestellt hatte. Die Rede war damals der Ausgangspunkt des Gipfels zur Vorbeugung gegen Atomterrorismus.

Beim zweiten Treffen wollen die Teilnehmer aus 53 Ländern sowie Vertreter internationaler Organisationen wie etwa Interpol nun bis zu diesem Dienstag über Folgemaßnahmen nach der Auftaktkonferenz in Washington vor zwei Jahren diskutieren. Es geht darum zu verhindern, dass Terroristen in den Besitz von Nuklearmaterialien oder Atombomben gelangen. Der Atomterrorismus stelle "eine der größten Bedrohungen für die weltweite Sicherheit" dar, sagte Obama. Es werde noch immer Atommaterial - das für mehrere Kernwaffen reiche - "ohne angemessenen Schutz gelagert". An dem Treffen in Seoul nimmt auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) teil.

Er erwarte, bei einem geplanten Treffen im Mai mit dem künftigen russischen Präsidenten Wladimir Putin über die weitere Reduzierung von Atomwaffen zu reden, so der US-Präsident. Er könne für die Sicherheit der USA und ihrer Alliierten sowie eine starke Abschreckung einstehen und zugleich nach atomarer Abrüstung trachten. Auch das Raketenabwehrprojekt der USA in Europa werde mit Putin besprochen.

Mit Blick auf das von Moskau mit Argwohn betrachtete Projekt forderte der scheidende Kremlchef Dimitri Medwedew nach Berichten russischer Medien bei einem Treffen mit Obama in Seoul, dass "die Zusammenarbeit und die Diskussion aller Aspekte aktiver sein könnten". "Wir haben noch Zeit, zu einer ausgewogenen Lösung zu kommen", wurde er zitiert.

Obama und Medwedew hatten vor zwei Jahren in Prag ein Nachfolgeabkommen zum "Start"-Abrüstungsvertrag unterzeichnet. In dem neuen "Start"-Vertrag hatten beide Länder die Begrenzung ihrer jeweiligen strategischen Nukleararsenale auf 1550 einsatzfähige nukleare Sprengköpfe sowie auf bis zu 800 strategisch Trägersysteme vereinbart.

Die nordkoreanische Führung forderte Obama zum Verzicht auf ihr Atomwaffenprogramm auf. Washington habe gegenüber Nordkorea keine "feindselige" Einstellung. Obama warnte allerdings, es gebe keine Belohnung für Provokationen mehr. Nordkorea hatte 2006 und 2009 einen Atomwaffentest unternommen, auf den der UN-Sicherheitsrat mit verschärften Sanktionen reagiert hatte.

An den Iran gewandt, bekräftigte Obama, dass noch immer Zeit für eine Lösung des Atomstreits durch Diplomatie sei. "Doch die Zeit ist kurz", warnte er. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Atomforschung an Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das.

"Wenn Länder - einschließlich der USA - ihrer Verantwortung gerecht werden, dann stärken sie damit auch unsere Fähigkeit sicherzustellen, dass andere Länder ihrer Verantwortung gerecht werden", sagte er. "Und Schritt für Schritt kommen wir der Sicherheit und dem Frieden in einer Welt ohne Atomwaffen näher."

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